Marketing & Vertrieb

Digitalisierung

Mit Empfehlungsmarketing und mobilen Lösungen in die Zukunft

Die digitale Welt von heute ist weder «online» noch «offline». Die digitale Welt von heute ist das Leben. Und sie wird von Wachstum, Geschwindigkeit und Innovation charakterisiert. Ein Überblick über die Möglichkeiten für Marketing und Verkauf.
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In der Schweiz steigen sowohl die Nutzerzahlen des Internets als auch die Bruttowerbeausgaben für den Online- und Mobile-Kanal weiter an. Der Trend zur vermehrten Nutzung der digitalen Kanäle in der Schweiz hält unvermindert an.

Rasantes Wachstum

Die Geschwindigkeit, mit der gewisse digitale Angebote wachsen, ist explosionsartig. Die Mikroblogging-Plattform Twitter hatte im März 2009 zirka 520 000 Nutzer, zwei Jahre später verzeichnet die Site 106 Millionen User. Das soziale Netzwerk Facebook startete im November 2008 und hat im Oktober 2011 mehr als 800 Millionen User. Mehr als 50 Prozent der Nutzer von Facebook loggen sich täglich ein, täglich werden auch mehr als 250 Millionen Fotos auf Facebook hochgeladen. Der internationale Online-Coupon-Anbieter Groupon wurde im November 2008 gestartet. Im Jahr 2010 generierten die 6500 Mitarbeiter 760 Millionen US-Dollar Umsatz in 44 Ländern für 70 Millionen User. Mit einer extremen Geschwindigkeit!

Das Wachstum und die Geschwindigkeit werden vor allem durch bedürfniskreierende Innovation getrieben. Diese digitalen Chancen sind auch für KMU unbegrenzt. Einige der heutigen Anwendungsmöglichkeiten sowie ein Blick in die Zukunft werden nachfolgend beschrieben.

Mehr als nur Social Media

Social Media wird heute in Unternehmungen in der Regel für den Kundendialog und für Information eingesetzt. In naher Zukunft wird Social Media immer mehr in den Geschäftsprozessen integriert werden. Dann wird Social Media bei Gross- und Kleinunternehmen für den Kundenservice, für das Recruiting oder für das Design von neuen Produkten und Dienstleistungen eingesetzt werden.

In den USA setzen schon einige Firmen auf einen integrierten Facebook-Store. Social Media als Verkaufsplattform. Die ersten Ansätze dazu gibt es auch schon in der Schweiz (vgl. Linsenmax.ch). Die Konsumenten nutzen die Medien sehr individuell und fragmentiert. Sie wollen über alle Channels dieselben Angebote und erwarten einen exzellenten Service, egal über welches Medium. Die Konsumenten sind verwirrt, wenn die Markenführung und die «User-Experience» über alle Kanäle nicht gleich wahrnehmbar ist.

Um langfristig mit Social Media Erfolg zu haben, ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wozu dieser Kanal für die eigene Firma eingesetzt werden sollte, welche Kompetenzen gebraucht werden und welche die langfristigen Ziele sind. Strategie, Zielsetzung und Planung. Die Zahlen sprechen für sich. Gemäss Alterian.com vertrauen 84 Prozent der Konsumenten Empfehlungen von ihren Freunden. Sogar 70 Prozent der Konsumenten glauben Empfehlungen von fremden Personen.

Mobile-Marketing

Die Explosion des Mobile-Marketings ist in den letzten zehn Jahren für jedes neue Jahr erwartet worden. Mit den Smartphones sind jetzt die technischen Voraussetzungen da. Das rasante Wachstum der Nutzung von Smartphones, gekoppelt mit dem Einsatz von HTML5, wird die richtige User Experience mit sich bringen und so auch die Werbemöglichkeiten weiterentwickeln.

In der Schweiz surfen gemäss der Netmetrix-Mobile-Studie bereits 1,4 Millionen Nutzer täglich mobil. 52 Prozent aller Smartphones in der Schweiz sind iPhones. Die Vorteile des Mobile-Marketings liegen auf der Hand. Das Handy erlaubt eine personalisierte Kunden-ansprache. Es erlaubt sowohl einen orts- und zeitunabhängigen als auch einen orts- und zeitbezogenen Versand von Botschaften. Das mobile Gerät ermöglicht zudem eine unmittelbare Interaktivität.

Auch für KMU gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für M-Kommunikation, M-Interaktion und für den M-Commerce: Angebot eigener mobiler Datendienste, mobile Gewinnspiele, mobile Games, Kommunikation von Rabattinstrumenten, Newsletter, Gratis-SMS-Services, Mobile Events, Mobile Voting, Mobile Ticketing und weitere.

Der grösste Schweizer Online-Supermarkt LeShop kommunizierte im Juli 2011, dass bereits zehn Prozent aller Bestellungen über Mobilgeräte getätigt worden sind. Für die meisten Firmen, Produkte und Dienstleistungen bietet M-Commerce spannende Chancen.

Lokalisierungs-Dienste

Mit der Weiterentwicklung der mobilen Geräte boomt ebenfalls die Nutzung von Lokalisierungs-Diensten wie Gowalla, Foresquare oder Facebook «Places». Wo auch immer ein User sich befindet, er kann sich einloggen, kommunizieren und vor allem vor Ort konsumieren. Für Marketingentscheider sind die Chancen einmalig, den potenziellen Konsumenten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort mit dem richtigen Angebot abzuholen. Die mobile Ausrüstung ist die beste Voraussetzung für «location based deals». Abhängig von Interesse und geografischer Position werden aktuelle Angebote in der relevanten Region gezeigt. Spielerische Elemente und Coupon-Plattformen können gut eingesetzt werden (vgl. deindeal.ch und lunchgate.ch).

Tracking

Die Grundvoraussetzung für alle digitalen Aktivitäten ist ein transparentes, stabiles und unabhängiges Tracking-Tool. In den meisten Unternehmen gilt es, den bestmöglichen ROI aus dem beschränkten Budget zu schöpfen. Egal, ob im Vertrieb oder im Marketing, der Entscheider versucht immer das Maximum aus den Ressourcen zu generieren. Dies funktionert nur, wenn er die digitalen Aktivitäten laufend messen und tracken kann.

Gute Tools geben die totale Kontrolle und Transparenz 24/7 über alle Online-Aktivitäten. Damit wird ein Tracking gemeint, das per Knopfdruck über alle Online-Massnahmen hinweg in allen Ländern bis zum Warenkorb heruntergebrochen ein Reporting erstellt. Der Entscheider weiss dann jederzeit, wie viel Geld er zum Beispiel für Social-Media-Marketing im letzten Monat ausgegeben hat und kann dies dann genau gegenüber den Umsätzen abgleichen. Er weiss sogar, mit welchen Massnahmen er welche Produkte besser verkauft, und ob die laufenden Aktionen tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen. Eine solide Tracking-Lösung stellt die Basis und die Grundvoraussetzung für das professionelle digitale Management dar.

Die Zukunft

Was könnte uns die Zukunft wohl noch bringen? Welche Möglichkeiten werden noch nicht genutzt? Welche Chancen kann ein Schweizer KMU noch nutzen?

Gamefication

Über den Begriff «Gamefication» ist bereits recht viel diskutiert worden. Wie können wir die Kenntnisse aus der Spiel-Industrie auf andere Branchen applizieren? Wie können wir von den Erfolgen lernen? Spiele verbinden, Spiele können Loyalität erzeugen, Spiele können Umsatz generieren, Spiele funktionieren im Fernsehen, online und auf dem Mobile-Gerät. Diese Mechanismen werden momentan im Detail analysiert und es wird versucht, diese Spiel-Mechanismen auf andere Geschäftsbereiche zu übertragen.

Virtuelle Zahlungsmittel

In Zukunft wird eine «Mastercard» vielleicht keine «Plastikkarte» mehr sein. Vielleicht ist Geld in Zukunft virtuell verfügbar. Im Facebook- oder Twitter-Account, auf Shopping-
Sites oder auf dem Handy zugänglich. An solchen Lösungen arbeiten momentan verschiedenste Firmen.

Ob wir in Zukunft anstatt der Kreditkarte mit dem iPhone, mit dem Google- oder Facebook-Account zahlen werden, das wird sich noch zeigen. Wenn die Lösungen da sind, wird sich die Welt von vielen KMU und Privatpersonen drastisch verändern. Die schwedische Firma iZettle hat bereits eine Kassenlösung entwickelt, die per iPhone funktioniert. So müssen mobile Kleinfirmen nicht mehr die Kunden abweisen, die kein Bargeld dabeihaben. Klein-unternehmen und Selbstständige, die viel unterwegs verkaufen, sind die Zielgruppe für das junge schwedische Unternehmen.

Digitale Befriedigung aller Sinne

In noch entfernterer Zukunft wird es vielleicht sogar möglich sein, die Bedürfnisse aller Sinne über digitale Kanäle zu befriedigen. Wer hier der Erste wird, wird die Zukunft seine Firma substanziell wohl gesichert haben.

Porträt