Zielgerichtetes Marketing ist erfolgreicher. Um aber zielgerichtetes Marketing zu betreiben, genügen Adressen von potenziellen Kunden oder bestehenden Kunden nicht. Vielmehr müssen die Daten angereichert werden – und schon ist Marketing zu einem Datenschutz-thema geworden.
Beim Datenschutz geht es um den Persönlichkeitsschutz von Personen. Alle Daten, die mit einer natürlichen oder auch juristischen Person direkt zusammenhängen, bzw. «die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen» (Art. 3 lit. a Bundesgesetz über den Datenschutz), unterstehen grundsätzlich den Bestimmungen des Datenschutzes. Einzelne Daten wie Gesundheitsdaten, Daten über politische, gewerkschaftliche oder weltanschauliche Ansichten oder Tätigkeiten, gelten als besonders schützenswert. Diesen ist das Persönlichkeitsprofil gleichgestellt.
Das Persönlichkeitsprofil
Der Begriff «Persönlichkeitsprofil» ist nicht ganz einfach abzugrenzen – die Definition im Gesetz hilft nur bedingt weiter: «Persönlichkeitsprofil: eine Zusammenstellung von Daten, die eine Beurteilung wesentlicher Aspekte der Persönlichkeit einer natürlichen Person erlaubt». Denn was gehört alles zu den wesentlichen Aspekten einer Persönlichkeit? Gerade diese Frage ist auch im Marketing von besonderer Bedeutung.
In der Praxis sieht der Umgang mit Persönlichkeitsprofilen dann meist so aus:
- Die Mitarbeitenden wissen einfach nicht, wann die Datensammlung ein Persönlichkeitsprofil darstellt.
- Das Unternehmen denkt, es ist ein Persönlichkeitsprofil – man meldet die Datensammlung und kümmert sich nicht weiter darum.
- Das Unternehmen ist sensibilisiert bezüglich Datenschutz und versucht, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
- Man kauft die gewünschten Adressen ein und geht davon aus, dass der Lieferant die Adressen rechtmässig verkauft hat.
Bis heute gibt es nur sehr wenige Urteile bezüglich des Persönlichkeitsprofils. Und die bekannten Urteile sind nicht wirklich hilfreich. Letztlich gilt: wo kein Kläger, da kein Richter.
Unter Datenschutzspezialisten wird der Begriff des Persönlichkeitsprofils gerade im Zusammenhang mit Marketing schon etwas strenger ausgelegt. Kundendaten, die angereichert sind mit persönlichen Präferenzen, Beziehungen zu weiteren Personen oder auch Reaktionen auf Mailings werden als Persönlichkeitsprofile angesehen.