Die Bankenwelt machte es die letzten Monate vor, allesamt wollen das Vertrauen zu ihren Kunden stärken und die Kunden wieder an sich binden. Auch wenn das Mantra «Vertrauen wieder herstellen» manchmal mehr als leere Worthülse erscheint als die ehrliche Absicht, etwas konkret zu unternehmen, so ist das Vertrauen gerade in Geschäftsbeziehungen eine Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit. Dies gilt nicht nur gegenüber Kunden und Lieferanten, sondern auch intern gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und weiter auch gegenüber sämtlichen externen Akteuren, die am gesunden wirtschaftlichen Wohlergehen eines Unternehmens interessiert sind.
Gesellschaftliches Befinden
Die jüngste Finanzkrise schlug in erschreckender Schnelligkeit auf die Realwirtschaft durch. Und was eben noch erst von Jens Korte im Schweizer Fernsehen kommentiert wurde, schien schon in der Stimmung der Gesamtgesellschaft angekommen zu sein. Die Veränderungen auf dem Finanzplatz Schweiz sowie die weltweiten Auswirkungen dieser globalen Finanzkrise führen einem deutlich vor Augen, wie schnell eine eigene Betroffenheit entsteht. Unerheblich, inwiefern und wie stark das eigene Unternehmen von der Krise betroffen ist, die Mitarbeitenden und Geschäftspartner stellen sich unweigerlich die Frage, wie es wohl um Ihr Unternehmen steht. Geprägt von Erlebnissen in der Familie, im Bekanntenkreis und von den Nachrichten der Medien entsteht in der Bevölkerung eine allgemeine Unsicherheit. Unternehmer und Geschäftsführer tun gut daran, in einer solchen instabilen Phase ihre Geschäftspartner und ihre Mitarbeitenden über die Situation im Unternehmen zu informieren.
Unternehmenskrise
Die Grenzen, ob sich ein Unternehmen in einer Veränderung oder gar in einer Krise befindet sind manchmal fliessend. Poin-tiert ausgedrückt kann man aber sagen, dass eine Unternehmenskrise immer dann vorliegt, wenn die nahe oder allgemeine Öffentlichkeit an den Unternehmensereignissen ein Interesse zeigt und mitdiskutiert. Dies ist zum Beispiel bei einer Massenentlassung der Fall. Speziell wenn das Unternehmen ein bekannter und wichtiger Arbeitgeber einer Region ist. Lokale Politiker und die lokale Bevölkerung interessieren sich schlagartig für das Unternehmen, das eine grössere Entlassungswelle ankündigt. Eher von Unternehmensveränderungen spricht man bei Ereignissen wie beispielsweise dem Verkauf eines Betriebsteils, bei der Fusion mit einem anderen Unternehmen oder aber auch bei der Einführung von Kurzarbeit. All diese Ereignisse bewegen das Unternehmen im Innern äusserst stark, finden aber über die Unternehmenstore hinaus nur wenig Beachtung. In den folgenden Ausführungen werden nur Unternehmensveränderungen beleuchtet, da die Kommunikation in Unternehmenskrisen eine separate Betrachtung erfordert.
Drucksituation fordert
Die aktuell angespannte Wirtschaftslage schlägt verschiedenartig auf Unternehmen durch. Gemeinsamkeiten lassen sich aber finden. Zum einen werden die Akteure eines Unternehmens zunehmend gehemmt in ihren Entscheidungen. Viele Entscheidungen werden auf die lange Bank geschoben. Was richtig und was falsch ist, ist nicht mehr offensichtlich, und so wird aus Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, diese oftmals vertagt. Auf der anderen Seite werden Unternehmensentscheide von grösserer Tragweite, wie zum Beispiel das Einführen von Sparmassnahmen, die Einführung von Kurzarbeit, Anordnung von Betriebsferien oder Entlassungen, in der Regel sehr kurzfristig gefällt und die Umsetzung dieser Vorgaben muss dann auch jeweils sehr schnell erfolgen. Für Planung der Massnahmen bleibt oft zu wenig Zeit. Mit einer gewissen Allgemeingültigkeit muss ausserdem auch festgestellt werden, dass die Kommunika-tion den Ereignissen hinterherhinkt, statt dass die Kommunikation diesen vorangeht. In einer wirtschaftlichen Schieflage steigt der Druck von der Geschäftsleitung bis zum Mitarbeiter. Paradox erscheint, dass gerade jetzt, wo schnelle Handlungsweise gefragt ist, vorgängig eine Planungsphase eingeschaltet werden sollte. Die Zeit für eine kurze Planung ist eine gute Investition in die Zukunft und sollte erst recht bei Zeitknappheit genommen werden.