Marketing & Vertrieb

Mobiles Internet

Grosser Erfolg mit kleinen Geräten

Konsumenten decken ihre Bedürfnisse zunehmend von unterwegs ab. Die rasant steigende Zahl der Besitzer von Smartphones und Tablet-PCs zeigt diesen Trend eindrücklich auf. Für KMU ergeben sich dadurch neue Chancen, ihre Kunden anzusprechen. Technische Kenntnisse braucht es dabei nicht, um erfolgreich auf der «Mobil-Welle» mitzureiten.
PDF Kaufen

Heute nutzt fast jeder Dritte in der Schweiz Inhalte über Smartphones oder Small Screen Devices (SSD), wie sie in der Fachsprache genannt werden. Für rund eine Million Menschen in unserem Land sind Smartphones & Co. aus dem Alltag schlicht nicht mehr wegzudenken, weil sie täglich Inhalte von unterwegs nutzen. Diese Veränderung in der Nutzung verändert auch die Ausgangslage für KMU, welche durch Werbung auf sich aufmerksam machen wollen.

Rasante Entwicklung

In den USA haben die mobilen Anwendungen das klassische Internet bereits überholt, das wird auch in Europa und insbesondere in der Schweiz bald der Fall sein. Die Schweiz ist bei der mobilen Internetnutzung weiter als beispielsweise Deutschland. Fast jede dritte Person nutzt hierzulande bereits Angebote über mobile Geräte und es werden täglich mehr. Jeder zehnte Schweizer besitzt ein iPhone; das ist die grösste iPhone-Dichte in Europa. Hinzu kommen alle Geräte, welche auf andere Betriebssysteme setzen wie beispielsweise Android und Windows Phone 7. Gemäss einer kürzlich in Deutschland veröffentlichten Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) wollen über 33 Prozent der Deutschen unterwegs im Web surfen oder E-Mails abrufen. Und eine Forrester-Untersuchung zeigt, dass auch die Nutzung der Tablet-PCs boomt. Zwischen 2010 und 2015 werde die Zahl der verkauften Geräte jährlich um 50 Prozent nach oben schnellen. Auch eine Studie von Morgan Stanley aus dem vergangenen Jahr sagt der mobilen Internetnutzung für die Zukunft ein rasantes Wachstum voraus. 2015 soll es weltweit 3,5 Milliarden mobile Internetnutzer geben.

Schweizer kaufen mobil ein

Eine Million Schweizer nutzen täglich oder fast täglich Angebote über ihr mobiles Gerät (Quelle: NET-Metrix-Mobile 2011-1). Die Tendenz ist weiter stark steigend. Die speziellen Applikationen für Smartphones, die sogenannten Apps, haben einen riesigen Erfolg, dies verdeutlicht die Zahl der Downloads, welche die drei beliebtesten Schweizer Apps für das iPhone aufweisen. Die Apps von SBB, 20Minuten und local.ch wurden jeweils über eine Million Mal heruntergeladen.

Eine Untersuchung von Google zeigt, dass die Zahl der Suchanfragen im mobilen Internet in der Schweiz regelrecht explodiert. Gegenüber 2010 ist ein Plus von 300 Prozent zu verzeichnen. Was interessiert Herrn und Frau Schweizer am meisten auf ihrem Mobile? Mit 34 Prozent steht Unterhaltung (Spiele, Videos etc.) im Vordergrund, gefolgt von Internet Services mit 25 Prozent (Wikipedia, Suchplattformen wie local.ch), mit 18 Prozent folgen Social Media (z.B. Facebook) und mit 12 Prozent Online-Konsum (Einkaufen, Reiseportale etc.). Neun Prozent betreffen Abfragen von Wetter und News (Quelle: Google). Blacksocks, einer der ersten E-Commerce-Anbieter und Erfinder des Socken-Abos, blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2011 zurück. Der Umsatz von Socken, Unterwäsche und T-Shirts, die über mobile Geräte wie iPad, iPhone und andere Smartphones bestellt werden, hat sich im ersten Semester 2011 im Vergleich zur Vorjahresperiode verdoppelt. Der mobile Traffic hat sich sogar verfünffacht. Dazu beigetragen hat sicher, dass schon früh eine mobile Version der Webseite zur Verfügung stand, damit das Bestellen über mobile Geräte zum positiven Einkaufserlebnis wird. Dass das Einkaufen mit dem mobilen Gerät nicht nur bei Socken interessant ist, liegt buchstäblich auf der Hand.

Mobile-Strategie notwendig

Nach der Internet-Revolution der 90er-Jahre sehen sich KMU heute mit der nächsten gros­sen Herausforderung konfrontiert. Mit dem Internet eröffnete sich ein bedeutendes Marktpotenzial. Gleichzeitig stieg für den Unternehmer aber auch die Komplexität in Marketing und Werbung, um die neuen Möglichkeiten effizient und gewinnbringend einzusetzen. Das Rad dreht sich weiter. Mit dem Trend zum mobilen Internet werden neue Möglichkeiten geschaffen, gleichzeitig steigt aber auch die Komplexität weiter an. Zum Standard-Marketingmix gehört heute für jedes Unternehmen eine Mobile-Strategie. Eine Mobile-Präsenz ist auch für KMU unverzichtbar, wie die Entwicklung und die steigenden Nutzerzahlen klar zeigen. Wer sich heute im mobilen Internet positioniert, wird davon profitieren können. Wer online präsent sein will, hat grundsätzlich drei Möglichkeiten: Entweder mit Mobile-­Werbung, mit einer Webseite, welche für mobile Endgeräte optimiert ist oder mit einer eigenen App.

Jedem KMU eine App

Die Entwicklung einer eigenen App kann individuell oder auf einer standardisierten Vorlage erfolgen. Bei einer Individuallösung wird die App von Beginn weg neu entwickelt. Die Entwicklungskosten bewegen sich dabei im fünfstelligen Bereich. Viele App-Entwickler verfügen heute jedoch bereits über fixfertig programmierte Grundbausteine, die sie für ihre Kunden individuell zusammensetzen und an das Unternehmensdesign anpassen. Bei solchen Basis-Applikationen ist mit Kosten im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich zu rechnen. Bei der Entwicklung einer eigenen App sollten zuerst die folgenden Fragestellungen geklärt werden: Wie ist unsere Zielsetzung? Wer sind unsere Zielgruppen? Welche Services machen für die Zielgruppe «Mobile» Sinn? Welche Funktionen soll die App beinhalten? Wie soll die App bezüglich des Erscheinungsbildes aussehen? Können wir bestehende Inhalte nutzen? Wie vermarkten wir die App?

Die Webseite für unterwegs

Die erste Hausaufgabe für KMU ist es allerdings, ihre Webseite für mobile Endgeräte zu optimieren. Viele Smartphones zeigen normale Webseiten zwar an, aber die meisten Nutzer müssen erst zoomen, um überhaupt etwas erkennen zu können. Die Benutzerfreundlichkeit leidet hier enorm und macht viele Webseiten nur schwer oder gar nicht bedienbar. Zusätzlich zur Auflösung kommt es im mobilen Sektor auch auf die Ladezeiten an. Hohe Datenmengen – wie sie bei normalen Webseiten üblich sind – führen in den meisten Fällen zu extrem langen mobilen Wartezeiten. Eine mobile Webseite sollte daher speziell auf die Bedürfnisse der mobilen Surfer angepasst sein und nur diejenigen Informationen anbieten, welche für unterwegs auch nötig sind und keine hohe Datentransfers verursachen. Je nachdem, wie die bestehende Webseite technisch aufgebaut ist, lässt sich durch Erweiterungsmodule definieren, welche Teile der Webseite auf den mobilen Geräten angezeigt werden sollen. Wo keine Erweiterungen günstig installierbar sind, gilt es zu prüfen, ob eine separate mobile Webseite aufgeschaltet werden soll. Eine einfache mobile Webseite ist bereits ab wenigen Hundert Franken pro Jahr erhältlich und kann ohne Fachwissen selbst eingerichtet und aufgeschaltet werden.

Mobile Werbung

Entweder zusätzlich oder für alle, welche den Aufwand für eine umfassende mobile Präsenz scheuen, ist Werbung auf mobilen Geräten ein kostengünstiges und effizientes Instrument, denn so wird das Unternehmen durch die mobile Kundschaft besser gefunden. Während mit traditioneller Internetwerbung eine breite Schicht von Besuchern der entsprechenden Webseite angesprochen wird, können potenzielle Kunden mit Mobile-Werbung sehr spezifisch angesprochen werden. Bei local.ch funktioniert mobile Werbung beispielsweise so, dass bei einer Suchabfrage via Smartphone in der Trefferliste an erster Stelle die Werbeanzeige erscheint. Bei der Suche nach einem Restaurant in Bern findet sich – farblich abgehoben – der Werbeeintrag an erster Stelle. Monatlich werden bei local.ch 4,5 Millionen Suchabfragen von mobilen Geräten getätigt. Werbung auf mobilen Geräten gehört deshalb heute zum Standard-Werbemix, welche die klassischen Werbemittel sinnvoll ergänzt.

Beispiel Taxi-Werbung

Taxi Services Sàrl in Renens bei Lausanne setzt seit März 2011 mobile Werbung (Mobile First) auf der App von local.ch ein. Bei der Suche nach einem Taxi wurden seither nur über die iPhone-App von local.ch mehr als 300 Telefonanrufe verzeichnet. Bei einem durchschnittlichen Tarif von 40 Franken pro Taxifahrt hat der Taxiunternehmer dank Mobile First 12 000 Franken umgesetzt. Dieses Werbeformat kostet je nach Gebiet jährlich zwischen 1490 und 2990 Franken. Vergleicht man die Kosten für diese Form der Werbung mit ihrem Nutzen, ist die Rechnung rasch gemacht.

Porträt