Marketing & Vertrieb

Aussenwirtschaftsförderung durch die Osec

Exportieren geht nicht vom Schreibtisch aus und nicht ohne gutes Beziehungsnetz

Wer ins Ausland expandieren möchte, dem stellen sich viele Fragen. Typische Fragen sind, ob das Vorhaben grundsätzlich erfolgversprechend ist, ob genügend finanzielle und personelle Ressourcen sowie entsprechendes Know-how zur Verfügung stehen, ob das eigene Produkt im Ausland konkurrenzfähig ist, ob man mit der Geschäftskultur im Zielmarkt zurechtkommt. Die zentrale Frage jedoch ist, ob die Hausaufgaben erledigt sind und man bereit ist für den Sprung ins Ausland.
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Bei einer geplanten Expansion ins Ausland empfiehlt sich grundsätzlich und für Unternehmen jeder Grösse, die Vorbereitungen seriös an die Hand zu nehmen und sich gut vorzubereiten. Die Vorbereitung beim Auf- und Ausbau der Geschäftsbeziehungen im Ausland ist das A und O. Dabei kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Aussenwirtschaftsförderung

Die Osec, die offizielle Aussenwirtschaftsförderin, hilft Schweizer und Liechtensteiner KMU täglich, wenn es um die Internationalisierung geht. Sie informiert, berät und begleitet Unternehmen bei ihren internationalen Geschäftsvorhaben. Dazu vernetzt sie Unternehmen, Know-how-Träger sowie private und öffentliche Organisationen weltweit und ermöglicht so eine schlagkräftige Aussenwirtschaftsförderung. Neben der Exportförderung nimmt die Osec auch die nationale Standortpromotion der Schweiz sowie die Importförderung zugunsten von ausgewählten Entwicklungs- und Transitionsländern wahr.

Firmen vernetzen

Im Rahmen des Stabilisierungsprogrammes des Bundes zur Stützung der Exportwirtschaft sind 2009 weitere Dienstleistungen hinzugekommen. Zudem baut die Osec seit dem Jahr 2010 – ebenfalls im Auftrag des Bundes – die drei Exportplattformen «Cleantech Switzerland», «Medtech Switzerland» und «Ingenious Switzerland» auf, die einzelnen Branchen den Zugang zu zukunftsträchtigen Exportmärkten erleichtern sollen. Dabei werden das Schweizer Angebot gebündelt und die ausländische Nachfrage identifiziert, damit sie über die entsprechenden Plattformen effizient zusammengebracht werden können. Zudem verbessern diese Exportplattformen die Vernetzung der Unternehmen und den Informationsaustausch zwischen Akteuren in der Schweiz und im Ausland.

Dichtes Netzwerk

Bei ihren Aktivitäten in der Aussenwirtschaftsförderung koordiniert die Osec ein dichtes Netzwerk (Business Network Switzerland) mit kompetenten Partnern im In- und Ausland. In der Schweiz arbeitet die Osec mit kantonalen Industrie- und Handelskammern, Gewerbe- und Wirtschaftskammern sowie mit den kantonalen Volkswirtschaftsdepartementen und Wirtschaftsförderstellen zusammen. Im Ausland umfasst das Netzwerk unter anderem 18 Swiss Business Hubs. Sowohl in der Schweiz als auch im Ausland unterhält die Osec zudem ein weltweites Spezialisten-Netzwerk (Pool of Experts) mit diversen Kompetenzen im Bereich Exporte und Internationalisierung.

Plattform-Strategie

Seit 2004 setzt die Osec eine «Plattform-Strategie» um, was so viel heisst, dass die Osec ihre Beratungsleistungen nicht durch ihre eigenen Berater alleine, sondern in Zusammenarbeit mit externen Experten im jeweiligen Fachgebiet durchführt. Die Osec ist also eine Plattform, die auch externen Spezialisten die Möglichkeit bietet, sich in ihrem Kompetenzgebiet einzubringen und exportinteressierten KMU über die Osec ihre Mandate anzubieten. Die vom Bund mandatierte Aussenwirtschaftsförderin führt gewissermassen Angebot und Nachfrage im Zusammenhang mit Internationalisierungsfragen zusammen. Sie agiert damit ähnlich wie andere bekannte Plattformanbieter (z. B. eBay, Apple Store von Apple).

Bei ihren Exportförderungsaktivitäten fungiert die Osec eigentlich als «Generalunternehmerin», die für ihre KMU-Kunden und ihre Mitglieder verschiedene Unterstützungsleistungen anbietet, die massgeschneidert pro Land, Branche – und natürlich für den Kunden – umgesetzt werden können. Damit kann die Osec auf die Kundenbedürfnisse flexibel reagieren, was die Chancen auf Erfolg und Kundenzufriedenheit erhöht. Nur so war es möglich, die Anzahl an Projekten in den vergangenen Jahren für Schweizer KMU stark anzuheben und die grosse Nachfrage nach Exportunterstützung professionell zu bewältigen. In den nächsten Jahren plant die Osec, diese Plattform-Strategie weiter auszubauen mit aktivem Einbezug der verschiedenen Experten, der Handelskammern sowie den anderen Akteuren der Exportförderung.

Messebeteiligung im Ausland

Exportförderung findet in einem zunehmend globalisierten Wettbewerb statt. Zur Unterstützung von Marktauftritten von Schweizer Unternehmen stellt die Osec deshalb Fördermittel zur Verfügung, die für gemeinschaftliche Promotionen in Anspruch genommen werden können. Die Messe- und Projektkommission (MPK) ist von der Osec etabliert worden, um die Fördermittel effektiv und effizient einzusetzen. Sie prüft und beurteilt als neutrales und unabhängiges Gremium, welche Gesuche unterstützt werden. Die MPK setzt sich aus fünf bis sieben Mitgliedern zusammen, die bedeutende Industrien und Branchen der Schweizer Exportwirtschaft vertreten und selber über langjährige Erfahrung im Messe- und Eventwesen und/oder den Durchführungsregionen verfügen. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung der MPK sind im «Organisationsreglement Messe- und Projektkommission» festgehalten und auf der Osec-Website publiziert.

Projektträger/Antragsteller haben die Möglichkeit, für Messeteilnahmen und Projekte im Ausland, die der schweizerischen oder liechtensteinischen Wirtschaft im Allgemeinen zugute kommen, Unterstützungsbeiträge für den gemeinwirtschaftlichen Teil des Projekts zu beantragen. Jährlich werden rund 65 Messeteilnahmen und/oder Projekte namhaft unterstützt. Für eine Projekteingabe müssen sich mindestens sechs Firmen bündeln, um eine gemeinsame Projekteingabe – durch einen Projektträger – zu lancieren. Eine Direktunterstützung an einzelne Firmen ist nicht möglich. Projekte, für welche Beiträge gesprochen werden, sind verbindlichen Regeln und Qualitätskriterien unterworfen. Diese sind in einem entsprechenden Reglement geregelt und ebenfalls auf der Osec-Website abrufbar. Für etwa ein Drittel dieser Projekte verfügt die Osec über eine eigene Messeabteilung, die Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen auf Messen und Veranstaltungen im Ausland mit den «Swiss Pavilions» eine Vermarktungsplattform zur Verfügung stellt, die Unternehmen vor, während und nach der Messe in bestmöglichem Rahmen entlastet. Die organisatorischen und koordinativen Aufgaben werden von Messeteams übernommen, der Auftritt erfolgt unter dem Brand «Switzerland» und an Ort steht eine komplette Infrastruktur zur Verfügung. Für den Unternehmer heisst das, einen Ansprechpartner für alle Messebelange und vor allem mehr Zeit für das eigene Kernbusiness zu haben. Die Osec organisiert «Swiss Pavilions» über verschiedene Branchen hinweg rund um den Globus. 2010 wurden im Ausland 22 «Swiss Pavilions» von der Osec organisiert.