Marketing & Vertrieb

Fallstudie: Markenführung mit Qualitätslabel

Erste Erfahrungen mit dem neuen Gütesiegel für Generalunternehmer

Der Verband Schweizerischer Generalunternehmer (VSGU) hat vor zwei Jahren die Schaffung eines Gütesiegels initiiert. Das VSGU-Label garantiert Bauherren Qualität und Nachhaltigkeit in der Projektabwicklung. Verliehen wird das Gütesiegel nach strengen Audits durch die Schweiz. Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme SQS. Jetzt liegen erste Erfahrungen vor.
PDF Kaufen

Die Besonderheit dieses Gütesiegels besteht darin, dass es nicht bloss ein einseitiges Leistungsversprechen verkörpert, dessen Erfüllungsgrad der Beurteilung des Marktes überlassen wird. Nein, hier kontrolliert eine unabhängige und neutrale Zertifizierungsstelle periodisch, ob die genau definierten Vorgaben eingehalten werden. Patrick Krähenmann, Vizepräsident des Verbandes und Leiter des Geschäftsfeldes Generalunternehmung der allreal-Holing, sagt hier, worum es geht.

Hohe Erwartungen

Die Kampagne mit der Schaffung eines VSGU-Labels ist noch jung. Die Idee dazu entstand im VSGU-Vorstand vor vier Jahren. In verbandsinternen Workshops wurde sie in der Folge in Zusammenarbeit mit SQS-Branchenleiter Bau, Jürg Mosimann, konkretisiert. Die ersten Zertifikate wurden Ende 2008 ausgestellt. Die Erwartungen an das neue Label sind hoch. Sie gehen in fünf Richtungen:

  • Erstens halten sich Mitgliederfirmen mit dem VSGU-Label – so der verbandspolitische Anspruch – an einen hohen Qualitäts-standard. Sie zeichnen sich dadurch als seriöse Partner gegenüber allen Anspruchsgruppen aus.
  • Zweitens sind VSGU-Unternehmen einem korrekten und sorgfältigen Geschäftsgebaren verpflichtet. Ihre Handlungen sind anhand klar definierter Kriterien überprüfbar und transparent. Auftraggeber, Banken und Öffentlichkeit gewinnen so vertrauenswürdige Partner, die ihnen Sicherheit bieten.
  • Wer, drittens, über das VSGU-Label verfügt, differenziert sich am Markt von andern Unternehmen, die als GU auftreten. Diese Profilierung wird der ganzen Branche einen Imagegewinn verschaffen.
  • Viertens zielen die VSGU/SQS-zertifizierten Unternehmen mittel- und langfristig darauf ab, den heutigen Marktanteil von rund 15 Prozent zu vergrössern.
  • Fünftens schliesslich soll das Label das Gewicht des Verbands stärken, indem die Mitgliederfirmen nach innen und aussen ein gemeinsames Selbstverständnis leben.

Patrick Krähenmann: «Wir können uns so als innovativen Verband profilieren, der mit dieser Initiative einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssteigerung im Bauwesen leistet. Diese Stärkung des Branchen-Image ist notwendig.» Das bedingt selbstverständlich das Einbinden der Mitarbeitenden in den Unternehmungen, denn faktisch «machen» sie durch ihre Haltung und ihr Verhalten die Marke VSGU. Gelingt diese Prägung im Sinn einer verhaltensorientierten Markenführung, so werden die internen Geschäftsführungskompetenzen erweitert und die Verbandsmitglieder zeigen im Auftritt ein unverwechselbares VSGU-Profil.

Porträt