Marketing & Vertrieb

Neue Medien

Die Macht der Social Media führt zu neuen Marketing- und Business-Strategien

«Schon wieder was Neues, ein Hype, ein weiteres Kommunikationstool für Junge, ein Zeitkiller, ein Kostenfaktor!» So locker tönt es oft noch. Doch hinter den Neuen Medien steckt eine komplett neue Sicht von Marketing und Kommunikation, ja oft sogar ein neues Geschäftsmodell.
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Die Neuen Medien bringen grundlegende Veränderungen mit sich. Insbesondere getrieben und geprägt durch folgende drei Verhaltensweisen:

  • Der Kunde holt sich seine Informationen zu Unternehmen und Produkten jetzt selber. Der Werbung und der Einweginformation durch das Unternehmen wird nicht mehr vertraut (1:n-Kommunikation).
  • Die Social-Media-Nutzer übernehmen die Kontrolle über die Information.
  • Viele Sender verbinden sich mit vielen Empfängern (n:n-Kommunikation).

Kommunikation neu definiert

Die Vielfalt der sozialen Medien, ihr rasantes Wachstum und die sich ständig ändernden Anwendungsmöglichkeiten stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Für Firmen heisst das: Die Lage wird unübersichtlicher und komplexer, die Markenführung nach Lehrbuch wird neu definiert. Aber es bieten sich auch neue, faszinierende Chancen. Wichtiger als zuvor ist heute die zielgruppenkonforme Vernetzung in den Medien. Das können Social-Media-Plattformen (Facebook, Myspace, Twitter, Tumblr, YouTube), Professional-Media-Plattformen (Xing, LinkedIn) oder ein eigener Blog sein. Virtual-World-Medien konnten ihre kommerziellen Erwartungen hingegen nicht erfüllen (BMW hat sich zum Beispiel professionell und frühzeitg auf www.secondlife.com engagiert, mit wenig Erfolg). Schnell wird auch klar, dass damit eine herausragende Positionierung von Unternehmen und Produkten zur schnellen Wiedererkennung und Informationsverbreitung matchentscheidend ist.

Aufsteigen zahlt sich aus

Die Neuen Medien zielen in zwei Richtungen, die für jeden Unternehmer erfolgsentscheidend sein können:

  1. Neue Marketingstrategie
  2. Neue Geschäftsmodelle

Wie sagte der Kommunikations-Guru Paul Watzlawick doch: «Du kannst nicht nicht kommunizieren.» Viele Kundinnen und Kunden nehmen dank faszinierender technischer Hilfsmittel die Kommunikation selbst in die Hand. Die konventionelle Überzeugungswerbung wird obsolet, denn viele vertrauen einem Tipp von Freunden oder Bekannten mehr als der Glanzseite im Luxusmagazin. Und ein komplett neues Geschäftsfeld tut sich mit den Applications im mobilen Bereich auf. Alleine bei Apple stehen schon eine Viertelmillion sinnvolle Anwendungen zum Herunterladen bereit. Das iPhone hat diesen millionenschweren Markt raketenmässig eröffnet. Mit dem iPad und ähnlichen Konkurrenzprodukten wird sich das mobile Geschäft in neue, schnell wachsende Dimensionen verschieben.

Neue Geschäftsmodelle

Das neue Kundenverhalten kann sich enorm schnell in neuen Geschäftsmodellen niederschlagen. Denken wir nur an das hochintelligente und strategisch clever ausgeheckte Modell von Apple’s iPhone: Durch die weit mehr als 100 000 Applications (Apps) werden Geschäftsmodelle über Nacht obsolet. Dies eröffnet anderseits auch grosse Chancen. Ein konkretes Beispiel dazu: Die Zürcher Taxizentrale wird bald ihre letzten Tage gezählt haben. Ihr Geschäftsmodell sieht vor, dass ein Taxihalter 1000 Franken pro Monat fixe Zugangsgebühren (plus variable Abgaben) bezahlt. Doch nun gibt es die App «TaxiBeam». Dabei erblickt der Taxisuchende auf seinem iPhone visuell einfach geführt das nächste Taxi, tippt darauf und ist bereits mit dem Fahrer verbunden. Nur noch geringe variable Gebühren fallen für den Taxihalter an, die Profi-App ist kostenlos. Deren Beispiele gibt es bereits viele: blacksocks.ch, bestbuy.com, comparis.ch,leshop.ch usw. Da lohnt sich die kühle und klare Überlegung, was das für das eigene Geschäftsmodell bedeuten kann.

Smart Buying

Immer mehr Menschen klinken sich auf Social- und Mobile-Plattformen ein, um Wissen zu teilen und weiterzugeben. Sie profitieren somit von neuen Services wie zum Beispiel Pizza-Bestellung, Flug-Check-in, Wertpapierkäufe usw. Der Computerhersteller Dell verkauft beispielsweise bereits mehr als ein Drittel seiner Computer über Social-Media-Plattformen (Twitter-Profil von Dell: www.twitter.com/dell­outlet). «In zehn Jahren wird die Hälfte des gesamten Datenverkehrs im mobilen Internet erwartet», sagt der deutsche Trendforscher Peter Wippermann. Facebook zählt bereits mehr als 500 Millionen Nutzer. Als Land wäre es das drittgrösste der Erde. Diese hocheffiziente Kommunikationsrealität sollten Unternehmen als Basis anerkennen und Energie darauf verwenden, sie zu managen.

Fazit

Warum Social-Media-Marketing nutzen? Wir stehen vor einer weiteren Revolution:

  1. Vertrauen und Informationen von Bekannten werden immer wichtiger.
  2. Fast jeder wird in Zukunft fast immer online sein.
  3. Fast jeder wird sich mit seinen Freunden online vernetzen.
  4. Loyale Kunden haben ein besonderes Vernetzungs- und Mitteilungsbedürfnis.
  5. Loyale Kunden sind Fans: Nicht mehr das Produkt, sondern das soziale und emotionale Erlebnis steht im Vordergrund.
  6. Social Media und Mobile Internet sind eng verflochten: In Zukunft werden die Leute auch kürzeste Pausen zur Kommunikation nutzen.
  7. Neue Werbedimensionen eröffnen sich: durch das virale Potenzial der Neuen Medien und kultige Trailers auf YouTube.
  8. Professionell geplant, ist eine Social-Media-Kampagne gewinnbringend und imagesteigernd.
  9. Kreativität schlägt Budget: Eine tolle Idee verbreitet sich in Windeseile – fast gratis.
  10. Neue Kunden generieren, indem man mit einem eigenen Blog startet.
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