Marketing & Vertrieb

Social Media am Beispiel von Xing

Am Puls von Markt und Mitarbeitenden

Unternehmen können sich dem Sog des Web 2.0 nicht länger entziehen. Ihre Kunden treffen sich auf Social-Media-Plattformen, tauschen sich über Firmen, Produkte und Services aus – da sollten auch KMU nicht abseits stehen. Der Einstieg fällt leicht, wenn man einige Grundregeln beachtet. Und sich mit einer positiven Grundhaltung auf Augenhöhe mit den eigenen Kunden stellt.
PDF Kaufen

Ein Blick auf das öffentlich zugängliche Xing-Profil des Geschäftsführers eines Zürcher KMU im Informatikbereich lässt den Betrachter staunen: In seiner Kontaktliste figuriert das Who is who seiner Szene, darunter sogar Manager der Konkurrenz. Gleichzeitig amtet er als Moderator einer Fachgruppe und ist Mitglied mehrerer anderer technischer Gruppen. Beim Betrachten seines Profils entsteht das Bild eines kompetenten Managers vor Augen, der mit offenem Visier um Marktanteile kämpft, selbstsicher und bestens vernetzt sein Unternehmen erfolgreich positioniert. Wer jetzt einen Auftrag zu vergeben hat, dem genügt ein Mausklick, um den Geschäftsführer des KMU zu kontaktieren. Vielleicht der Beginn einer erfolgreichen Partnerschaft.

Mensch im Mittelpunkt

In der Offline-Welt hätten es Kontaktsuchende unendlich schwerer, sich ein Bild vom möglichen Lieferanten zu machen. Das Telefonbuch verrät nur die Adresse, ein Blick auf die Firmenwebsite enthüllt bestenfalls das Geschick für Design und schöne Worte. Auf dem Profil einer Social-Media-Plattform steht dagegen der Mensch im Mittelpunkt. Mit all seinen Fähigkeiten, seiner Kompetenz und seinem weitverzweigten Netzwerk, dessen Mitglieder viel über ihn selbst verraten und gleichzeitig Referenzen darstellen. In Klicknähe zum persönlichen Profil befindet sich gleich auch die Unternehmensseite. Mit allen Services, Produkten und Informationen – sowie allen auf der Plattform vertretenen Mitarbeitenden unter einem Dach. Diese Fokussierung auf den Business-Nutzen macht die Social-Media-Plattform für KMU interessant.

Social Media in der Praxis

Der Einsatz von Social-Media-Plattformen als Ergänzung zum herkömmlichen Kommunikationsmix eignet sich für Unternehmen jeder Grösse und jeder Branche. Startup und kleinere KMU legen zu Beginn den Schwerpunkt vielleicht eher auf den Beweis ihrer Kompetenz und den Aufbau von Kundenbeziehungen, während grössere Unternehmen, die über eine ausformulierte Strategie und grössere personelle Ressourcen verfügen, ihre Kundenkontakte intensiv pflegen, Diskussionen monitoren und sich im «War for Talents» als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

Anders ausgedrückt: Social Media lässt sich grob in die vier Einsatzbereiche Präsentation, Marketing/Branding, Communitybuilding und Recruiting einteilen.

Fazit

Die langfristigen Vorteile von Social-Media-Plattformen überwiegen den anfänglichen Aufwand – etwa Mitarbeitende für die Betreuung zu schulen – bei Weitem. KMU schliessen damit die Lücken zwischen sich und ihren Kunden, fühlen den Puls von Markt und Mitarbeitenden, schliessen globale Geschäftskontakte und nicht zuletzt sind sie im Wachstum darauf angewiesen, die besten Talente möglichst rasch zu finden. Nur so schlagen sie Wurzeln in den anvisierten neuen Märkten. KMU brauchen Social Media nicht zu scheuen. Sie schaffen den Einstieg leicht und kostengünstig, indem sie sich zuerst auf ein Unternehmensprofil konzentrieren. Diese lassen sich auch ohne Vorkenntnisse leicht nutzen. So können erste Erfahrungen gesammelt werden, die mit der Zeit in ein umfassendes Social-Media-Konzept münden. Auch eine Mitgliedschaft in einer KMU-orientierten Gruppe (siehe Kasten) ist ein guter Anfang. Beim Gedankenaustausch mit langjährigen Mitgliedern reift eine nachhaltige Social-Media-Strategie heran.