Marketing & Vertrieb

Onlinewerbung

Absatzkanal mit ungenutzten Möglichkeiten

Obwohl Unternehmen das Internet zunehmend als Vertriebskanal nutzen, fallen die Werbeinvestitionen hier noch bescheiden aus. Dabei kann effizient eingesetzte Onlinewerbung den Umsatz steigern und auch das Branding stützen.
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Der Trend zur vermehrten Nutzung des Internets in der Schweiz hält unvermindert an. Gemäss Wemf (Net-Metrix-Base) nutzen 84 Prozent aller Personen ab 14 Jahren in der Schweiz und Liechtenstein das Internet. Laut dem Bundesamt für Statistik belief sich Anfang 2010 die Zahl der Schweizer Internet-nutzer auf 6,39 Mio. Personen. Das bedeutete eine Zunahme von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vor allem die Frauen und die Senioren haben aufgeholt. Heute bestehen kaum mehr Geschlechterunterschiede bei den Internetnutzern (52 Prozent Männer, 48 Prozent Frauen). Bereits die Hälfte der über 60-Jährigen sind zudem online aktiv.

Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS HABE, Omnibus IKT 2010) surfen mehr als 77 Prozent aller Schweizer Internetnutzer mit Breitband-Geschwindigkeit, ein Spitzenwert im internationalen Vergleich. 44 Prozent der Schweizer greifen bereits mobil auf das Internet zu.

Noch wenig beachtet

Erstaunlich ist, dass dieses Potenzial von den Schweizer Werbetreibenden im Verhältnis noch sehr wenig beachtet und genutzt wird. Gemäss Mediafocus wurde lediglich sieben Prozent von den Brutto-Werbeinvestitionen hierzulande im Jahr 2010 ins Medium Internet investiert. In Europa und vor allem in den USA investieren die Marketingverantwortlichen einen viel grösseren Teil ihres Marketingbudgets in das Internet.

Verglichen mit dem Industriedurchschnitt prognostizieren die Experten jedoch, dass die Ausgaben für Onlinewerbung auch in der Schweiz in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen werden. Gemäss MagnaGlobal Advertising Revenue Forecast 2009 soll der Schweizer Onlinewerbemarkt in diesem Jahr (2011) um insgesamt 21 Prozent wachsen. In Zukunft dürfte der Onlineanteil an den gesamten Brutto-Werbeinvestitionen in Werbung sicher auch in der Schweiz 20 bis 25 Prozent erreichen.

Vorteile des Onlinekanals

Die Onlinewerbung setzt dort an, wo TV und Print Grenzen gesetzt sind, nämlich bei der Interaktion mit den Konsumenten und bei der Messbarkeit. Streuverluste lassen sich durch die Optimierungsmöglichkeiten wesentlich besser minimieren als in anderen Kanälen. Über das Internet kann für jeden eingesetzten Werbefranken transparent ausgewiesen werden, wie viele Klicks, Leads oder Umsatz fürs Unternehmen generiert wurden. Totale Transparenz wird mit diesem Medium rund um die Uhr gewährleistet.

Tracking-Lösung als Start

Gute Tools geben den Werbekunden die totale Kontrolle und Transparenz über ihre Online-aktivitäten. Damit ist ein Tracking gemeint, das per Knopfdruck über alle Onlinemassnahmen hinweg in allen Ländern bis zum Warenkorb heruntergebrochen ein Reporting erstellt. Der Marketingentscheider weiss dann jederzeit, wie viel Geld er z.B. für Suchmaschinen-Marketing im letzten Monat ausgegeben hat und kann dies genau gegenüber den Umsätzen abgleichen. Er weiss sogar, mit welchen Massnahmen er welche Produkte besser verkauft und ob die laufenden Aktionen den gewünschten Erfolg bringen. Eine solide Tracking-Lösung stellt die Basis und die Grundvoraussetzung für das professionelle Onlinemarketing dar.

Beispiel travel.ch

Auf dieser Erfolgswelle surft auch das Unternehmen travel.ch und nutzt dabei die Möglichkeiten, die das Internet bietet, um verkaufs- und brandingorientiertes Onlinemarketing zu betreiben. Diese Devise der Mischung zwischen Branding und Performance entspricht ebenfalls der Marketingstrategie der Firma travel.ch.

Mehr als 80 Prozent der Werbegelder werden für Onlinemarketing-Massnahmen ausgegeben. 35 Prozent davon werden für Performance-Massnahmen wie Affiliate-Marketing oder Suchmaschinen-Marketing eingesetzt. Der Rest wird für Partnerschaften oder für Branding-Massnahmen (Netzwerk-Buchungen oder kreative Einzelbuchungen) genutzt.

Newcomer müssen besser sein

Wer online Sales generieren will, muss zuerst das eigene Angebot im Vergleich zu den Konkurrenten gut kennen. Ein attraktives, wenn nicht sogar einzigartiges Angebot ist für den Erfolg wesentlich. In der konzeptionellen Phase kommt es unter anderem auf die genaue Analyse von bereits vorhandenen Online-shops der Wettbewerber an.

Zum Zeitpunkt des Launchs muss der Online-shop eines Newcomers besser sein als der des bereits existierenden Wettbewerbers. Wenn nicht bei Sortimentsbreite- und -tiefe, dann zumindest beim Thema Usability.

Für die Kunden sind alle Konkurrenten immer nur einen Klick entfernt. Nicht nur die Abstimmung auf die Wünsche der Zielgruppe in Bezug auf Qualität, Umfang und Preis ist wichtig, sondern auch die Präsentation, das Bildmaterial, detaillierte Informationen und die Aktualität der Aktionen. Für die Launch-Kampagne ist eine überzeugende, kreative Leitidee notwendig. Dafür muss das Marketingbudget realistisch kalkuliert sein. Sehr wichtig ist auch, klickfreudige und verkaufsorientierte Werbemittel einzusetzen und diese laufend zu verbessern und aktuell zu halten.

Die E-Shop-Lösung sollte zusätzlich die Möglichkeit bieten, Produktlisten in verschiedenen Formaten exportieren zu können (XML, TXT, CSV). Wenn der Shop und das Kommunikationskonzept steht, das Angebot an die Konsumenten geschnürt ist, dann ist Zeit für den Vertrieb.

Affiliate-Marketing nutzen

Affiliate-Marketing gilt als die effizienteste Möglichkeit, die Umsätze im eigenen Shop deutlich und vor allem langfristig zu steigern. Als Shop-Betreiber nutzen Sie ein Netzwerk von Webseiten, die über Werbemittel, Textlinks oder Produktlisten den eigenen Shop bewerben. Anstatt direkt für die Werbeleistung zu bezahlen, werden diese Affiliate-Webseiten pro vermitteltem Kunden oder Sales vergütet. Dies bedeutet für den Shop-Betreiber, dass nur dann Kosten entstehen, wenn auch Umsatz generiert wird. Neben Affiliate-Marketing wird Suchmaschinen-Marketing oft als effizienter Vertriebskanal online eingesetzt.

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