Im laufenden Jahrzehnt wird die Zahl der in der Schweiz lebenden Personen zwischen 50 und 65 Jahren um mehr als 15 Prozent ansteigen, diejenigen der über 65-Jährigen sogar um beinahe 20 Prozent.
Veränderte Lebensstile
Neue Marktpotenziale entstehen dabei nicht nur aufgrund des Wachstums dieser Personengruppe, sondern auch aufgrund der veränderten Lebensstile in dieser Generation. Unternehmen, welche die neuen Chancen erkennen, entsprechende Angebote entwickeln und es verstehen, diese erfolgreich zu vermarkten, haben hervorragende Zukunftsaussichten. Zudem weiss man, dass die wachsende Anzahl älterer Konsumenten, die mit Werbung in Kontakt kommt, sehr hoch ist.
So früh wie möglich
Die Dominanz der Jugend in der Werbung widerspricht der demografischen und wirtschaftlichen Realität. Es genügt nicht, den Erwartungen und Anforderungen der Zielgruppe 50plus mit einigen Produktvarianten zu begegnen. Wer es dabei belässt, hat die Auswirkungen des demografischen Wandels nur oberflächlich verstanden. Damit Chancen nicht schon bald zu Risiken werden, ist es ratsam, sich detailliert mit dem Thema 50plus auseinanderzusetzen. Alle Wirtschaftsbereiche werden sich auf den demografischen Wandel einstellen müssen. Diese neuen Zielgruppen eröffnen Wachstumsmöglichkeiten, die in den angestammten Segmenten nur noch schwer erreicht werden können. Im Sinn des «First-Mover-Advantage» oder der Innovatorenrolle kann es sich für Unternehmen lohnen, in ein neues Segment so früh wie möglich einzudringen.
«Alter» im Wandel
In einer in der Schweiz durchgeführten Umfrage hat sich eine Mehrheit der Rentnerinnen und Rentner nicht als der Gruppe der älteren Menschen zugehörig eingestuft. «Ältere Menschen üben heute viele Aktivitäten aus, die früher nur jungen Erwachsenen zugetraut wurden. Mobilität und Reiselust älterer Menschen haben stark zugenommen, und sportliche Aktivitäten gehören zum ‹erfolgreichen Alter› – Leistungssport wird je länger je mehr auch von älteren Menschen betrieben. Sich im Alter modisch zu kleiden, war früher verpönt, heute gehört es zur Norm», stellte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) fest.
Neues Selbstverständnis
Die Zielgruppe 50plus ist gelassener und entwickelt ein neues Selbstverständnis. Eine Studie der deutschen Karstadt/Quelle Versicherungen zeigt: 83 Prozent aller Befragten fühlen sich «jung geblieben». Mit dem Begriff «Alter» assoziieren nur 13 Prozent aller Befragten «Zerbrechlichkeit und Krankheit». Eine besonders bedrohliche Situation in finanzieller Hinsicht stellt für 71 Prozent der über 45-Jährigen das Risiko dar, selbst ein Pflegefall zu werden. So steigt auch das Interesse und die Eigenverantwortung für Gesundheit immer mehr: Mittlerweile besuchen Menschen im Alter von 56 bis 65 Jahren häufig oder gelegentlich ein Fitnessstudio, und sogar bei den über 70-Jährigen sind es noch elf Prozent. Auch gegenüber neuen Technologien ist die Generation 50plus aufgeschlossener denn je: So telefonieren mittlerweile mehr als 45 Prozent mit dem Handy, im Jahr 2000 waren erst 28 Prozent mobil erreichbar. Die zögernde Bereitschaft, sich selbst als «Senior» wahrzunehmen, führt oft zu Problemen bei der Vermarktung von Dienstleistungen und Produkten für ältere Menschen.