Forschung & Entwicklung

iHomeLab: «Ambient Assisted Living»

Wie künftige Technologien ältere Menschen unterstützen können

Im iHomeLab der Hochschule Luzern in Horw entwickeln Forscher künftige Technologien rund um das «Intelligente Wohnen». Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die steigenden Gesundheitskosten arbeiten sie dabei auch intensiv an neuen Konzepten, die es älteren Menschen erlauben, länger unabhängig in den eigenen vier Wänden leben zu können.
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Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung steigt: Im Jahr 2035 wird gut ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer über 65 Jahre alt sein. Gleichzeitig wächst ihr Bedürfnis, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Um das zu ermöglichen, forscht das iHomeLab der Hochschule Luzern am Thema «Ambient Assisted Living» (AAL).

Das Haus passt sich an

Dieses umfasst Konzepte, in denen elektronische Systeme, Produkte sowie Dienstleistungen das alltägliche Leben insbesondere älterer Menschen situationsabhängig unterstützen. Intelligentes Wohnen bedeutet, dass sich das Haus den Bedürfnissen des Bewohners anpasst, indem es seine Gewohnheiten kennenlernt. Die Grundvoraussetzung dafür ist ein optimales Zusammenspiel verschiedener Systeme und Geräte. Sei es die Beleuchtung oder die Wohnungstür – dank Vernetzung können diese Einheiten zentral gesteuert werden und bei Bedarf miteinander kommunizieren. Diese technischen Möglichkeiten bieten gerade für ältere oder pflegebedürftige Menschen eine grosse Chance, vor allem wenn es um deren Sicherheit geht. Das Haus kann beispielsweise kontrollieren, ob der Herd ausgeschaltet ist, oder Angehörige bzw. den Rettungsdienst alarmieren, wenn eine Person verletzt am Boden liegt.

Mensch im Vordergrund

Verschiedene Prototyplösungen für ältere Menschen haben die Forscher des iHomeLab bereits entwickelt, zum Beispiel einen Funksensor, der via Homeserver einen Notruf verschickt, wenn sein Träger stürzt. Um älteren Menschen das Tragen des Sensors zu erleichtern, könnte dieser auch in das Hörgerät integriert werden, das viele Senioren ohnehin schon benutzen. Für die Umsetzung solcher weiterführender Ideen arbeitet das iHomeLab eng mit Firmen aus der Industrie und dem Gesundheitswesen zusammen. Zusätzlich zu den sicherheitstechnischen Aspekten wird im Projekt AAL auch daran geforscht, wie soziale Isolation verhindert werden kann: Über moderne, altersgerechte Kommunikationsmittel können ältere Menschen mit ihrem Umfeld in Kontakt bleiben. In ihrer Tätigkeit stossen Alexander Klapproth und sein Team immer wieder auf neue Herausforderungen: Wie kann die Sicherheit der Technik im Hinblick auf Datenschutz und Störungen gewährleistet werden? Wie lassen sich die Entwicklungen für eine breite Masse nutzbar machen? Wie lässt sich eine sinnvolle Vernetzung des Wohnbereichs erreichen, so dass sich Menschen zwar aufgehoben, aber nicht überwacht fühlen? Und wie können die Forscher und Entwickler dazu beitragen, dass der Mensch trotz aller Technologisierung im Vordergrund steht?