Die Liste der Near-Future-Technologien ist lang. Doch trotz grosser Potenziale sind viele noch nicht «pfannenfertig»; Unternehmen sind gefordert, jede Technologie sorgfältig in heutige und zukünftige Produkte und Prozesse zu integrieren.
Dazu gehört auch die Anpassung von Organisation und Business-Modell. KMU sind mit dieser Situation häufig überfordert und agieren zögerlich.
Schritte zur Integration
Dieser Artikel zeigt einen praxisgerechten Weg auf, wie ein KMU aus der Vielfalt der Möglichkeiten seinen zukünftigen Technologie-Weg gestalten kann.
Schritt 1: eine reichhaltige Speisekarte
Near-Future-Technologien sind Technologien, die heute bereits aktuell und im Aufwind sind, hier eine Auswahl:
- Artificial Intelligence: Machine Learning, Deep Learning oder Computer Vision können eingesetzt werden, um Prozesse zu automatisieren, Daten zu analysieren und Entscheidungen zutreffen.
- Internet-of-Things- (IoT-) Technologien peppen bestehende Produkte auf, indem sie helfen, live Daten zu sammeln und zu übertragen. Die Verarbeitung geschieht zentral, am Ort der Datensammlung («Edge Computing») oder, bei rechenintensiven Aufgaben, in der Cloud.
- Blockchain-Technologien stellen Vertrauen her in die Korrektheit, Transparenz und Sicherheit von Transaktionen und Lieferketten.
- Augmented Reality und Virtual Reality können eingesetzt werden, um Produkte zu entwickeln, Schulungen oder Verkaufsgespräche durchzuführen oder die Wartung von Maschinen und Anlagen zu unterstützen.
- Additive Manufacturing (3D-Druck) wird genutzt, um rasch Prototypen herzustellen oder Ersatzteile in Kunststoff und Metall zu fertigen.
- Roboter werden eingesetzt, um Prozesse zu automatisieren oder den Menschen bei der Arbeit zu unterstützen (Cobots, Exoskelette etc.).
In einem ersten Schritt wird eine Technologieliste erstellt; die obenstehende Stichwortliste kann als Ausgangspunkt dienen. Dies geschieht am besten in einem Kernteam von fünf bis sieben Personen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Jedes Teammitglied beschäftigt sich intensiv mit ein bis zwei Technologien. In dieser drei- bis vierwöchigen Phase geht es noch nicht um die Übertragung der Technologie auf das eigene Unternehmen, sondern um die Erarbeitung eines vertieften Verständnisses für den Reifegrad und die Einsatzmöglichkeiten der Technologien.
Zum Beispiel kümmert sich die Marketing-Fachfrau um Digitalisierung und Social Media, der Produktionsleiter übernimmt Augmented Reality und Additive Manufacturing und der CFO freundet sich mit Möglichkeiten der Blockchain an.

