Berichterstattung
Lange Zeit erfolgte die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Aspekten in vielen Ländern auf freiwilliger Basis. Häufig kamen dabei Rahmenwerke wie jenes der Global Reporting Initiative (GRI) oder des Integrated Reporting (IR) zur Anwendung. Im vergangenen Jahrzehnt war jedoch ein globaler Trend zu stärkerer Regulierung der nichtfinanziellen Unternehmensberichterstattung zu beobachten. In der EU wurden in den letzten zehn Jahren mehrere regulatorische Initiativen lanciert, die auf eine Berichterstattungspflicht zu nichtfinanziellen Themen und eine weitgehende Standardisierung abzielen.
Schweizer KMU konnten bisher unbehelligt von solchen regulatorischen Initiativen agieren, spätestens mit der Umsetzung des Gegenvorschlags der Konzernverantwortungsinitiative werden jedoch auch Schweizer Unternehmen künftig einer Berichterstattungspflicht zu nichtfinanziellen Aspekten unterliegen. Auch wenn eine solche Berichterstattungspflicht vordergründig grosse Unternehmen betrifft, steigt die gesellschaftliche Erwartungshaltung, und mit zunehmender öffentlicher Sensibilisierung werden sich über kurz oder lang auch KMU mit dem Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung befassen müssen.
Die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen bedingt jedoch, dass die betreffenden ESG-Aspekte im Unternehmen identifiziert und in systematische Kontroll- und Steuerungsprozesse einbezogen werden. Ohne ein solches Monitoring wird eine fundierte Berichterstattung anhand von Kennzahlen und Vergleichsgrössen (zum Beispiel Mehrjahresvergleich, Branchenvergleich) nicht möglich sein. Solche Kennzahlen müssen nämlich zunächst unternehmensspezifisch aus dem Wertschöpfungsprozess abgeleitet und anschliessend ins Verhältnis zu externen Kenngrössen, wie beispielsweise Vergleichszahlen innerhalb der Branche oder gesetzlichen Schwellenwerten, gesetzt werden.
Die Mehrzahl der KMU in der Schweiz veröffentlicht bisher keine Nachhaltigkeitsinformationen. Dabei gibt es auch und gerade im KMU-Bereich durchaus Pioniere, was die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen angeht. Solche Unternehmen könnten sich mit der Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsinformationen noch stärker im Markt positionieren. Allerdings ist die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts auch mit Kosten verbunden und bindet Ressourcen, was insbesondere im KMU-Bereich oft eine Herausforderung darstellt. Nicht selten fehlt auch das nötige Know-how, einerseits hinsichtlich der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, andererseits hinsichtlich der Identifikation relevanter Aspekte.
Umsetzungshilfen
Das Institut für Management und Innovation der FFHS bietet Beratungsleistungen an, die Unternehmen befähigen, sich in der schnell wandelnden Unternehmensumwelt nachhaltig und zukunftsfähig zu positionieren. Neben Unterstützung bei einer fundierten Analyse nachhaltigkeitsrelevanter Aspekte entlang der Wertschöpfungskette nach dem Wesentlichkeitsprinzip bieten die Forschenden Hand beim Aufbau eines proaktiven Stakeholder-Managements, sowie der Entwicklung einer passgenauen Nachhaltigkeitsstrategie und vermitteln Schlüsselkompetenzen für eine nachhaltige Unternehmensführung.