Forschung & Entwicklung

Nachgefragt am Swiss Economic Forum (SEF)

Was macht die Teilnahme am SEF für Unternehmer so attraktiv?

Ein Programm erster Güte mit Referenten Tony Blair, Nobelpreisträger Paul Krugman und Prof. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn. 1300 Teilnehmende in Interlaken, alles ausgebucht, wie jedes Jahr, und eine riesige Medienpräsenz. Was macht die Teilnahme am führenden KMU-Treffen der Schweiz so anziehend? Welche Erwartungen haben die Teilnehmenden? Und was nehmen sie mit nach Hause? Das «KMU-Magazin» hat nachgefragt.
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«ReStart – Time for a new approach», lautete das Thema des 12. Swiss Economic Forum (SEF). So viel vorweg: Über einen solchen brauchen die Organisatoren des Swiss Economic Forum in eigener Regie nicht nachzudenken. Ihr Erfolgsprodukt, vor elf Jahren aus einem kleinen Nischenanlass hervorgegangen, hat sich inzwischen als das unerreichte Spitzentreffen für Schweizer KMU etabliert. Das enorme Medieninteresse mit der Live-Übertragung auf SF-Info und ein Blick auf die illustren Teilnehmenden aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind Belege dafür. Konzept, Themenwahl, Networking-Plattform und Ambiance: Alles ist am SEF stimmig. Die beiden CEO Stefan Linder und Peter Stähli starten mit ihrem Mega-Event Mal für Mal voll durch und übertreffen mit ihren Referenten-Engagements nicht nur die Erwartungen ihrer Kunden, sondern gleich auch sich selbst. Wer am Swiss Economic Forum teilnehmen kann, hat in der Regel Glück, denn das Gros der Plätze wird einige Wochen vor dem Anlass verlost. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Das «KMU-Magazin» hat Feedbacks von Teilnehmenden (siehe Box) eingeholt.

Motive und Erwartungen

Urs Berchtold: «Vor einem Jahr habe ich die Bedeutung des SEF durch die Berichterstattung in den Medien richtig erkannt und mich dieses Jahr erstmals angemeldet. Ich hatte Los-Glück. Mein Interesse galt vor allem den Vorträgen und ich hoffte, interessante Leute kennenzulernen. Da es beim SEF nicht um reine Wissensvermittlung geht, erwartete ich von den Vorträgen Denkanstösse sowie eine andere Sicht auf Problemstellungen. Vom Rahmenprogramm erhoffte ich ein Ambiente, das es erlaubt, in ungezwungenem Rahmen Gespräche zu führen. Da ich zur Regierungszeit von Tony Blair zwei Jahre in London wohnte, interessierte mich sein Vortrag sehr. In bestimmte Themen habe ich mich vorher nicht eingelesen.»

Nicholas Gribi: «Als Gast eines Sponsors erhielt ich erstmals die Chance zur Teilnahme am Swiss Economic Forum. Im Vordergrund standen für mich das Knüpfen geschäftlicher Kontakte in ungezwungener Atmosphäre, Erfahrungsaustausch und Informationen renommierter Referenten. Speziell interessierten die Programmpunkte ‹Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft›.»

Roland Lüthi: «Bei meiner ersten Teilnahme wollte ich das SEF als Netzwerkplattform evaluieren. Ich erhoffte mir Kontakte auf relevanter Stufe. Gespannt war ich auf den Auftritt von Nobelpreisträger Krugman.»

Thomas Spiegelberg: «Ich war bereits sechs Mal am SEF. Deshalb benützte ich die Networking-Zonen gezielt für die Pflege der vielen bestehenden und auch neuen Kontakte. Von den nationalen und internationalen Referenten waren gewiss keine Kochrezepte zu erwarten. Dafür aber Anregungen zu wirtschaftlichen und politischen Themen. Differenzierte Meinungen zum gleichen Thema, von verschiedenen Persönlichkeiten vorgetragen – das bereichert.»

Andreas Wälti: «Als Gewinner des Awards von 2009 standen mein Geschäftspartner und ich am diesjährigen SEF nicht mehr unter ‹Hochspannung›. Wir wollten aber Inputs und andere Sichtweisen mit nach Hause nehmen und so unsern Horizont erweitern. Da wir sehr international ausgerichtet sind und 95 Prozent exportieren, steht für uns das Netzwerken in der Schweiz eigentlich nicht im Vordergrund.»

André Béchir: «Ich nutzte den Anlass zum Networking. Hier hat man eben noch Zeit, sich mit Bekannten und Geschäftsfreunden auszutauschen.»

Kurt Gaensli: «Seit der ersten Durchführung dabei, habe ich die rasante Entwicklung des SEF aus nächster Nähe verfolgen können. Die Pflege der vielen bestehenden Kontakte ist mir jedesmal ein wichtiges Anliegen.»

Werner Fischer: «Als Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz sehe ich das SEF als hervorragendes Podium für Kontakte zu KMU. Hier kann ich meinen Gesprächspartnern eine Brücke zur angewandten Forschung schlagen. Gemeinsame Projekte von Fachhochschule und Praxis haben erfahrungsgemäss eine hohe Umsetzungsreife, weil der nötige Praxisbezug da ist. Wichtig ist mir auch der persönliche Kontakt zu den Medien, denn es gibt immer wieder Projekte an der Fachhochschule, die auch der KMU-Welt kommuniziert werden sollten.»