Offene Stellen mit «Talenten» oder den «richtigen» Personen zur «richtigen Zeit» am «richtigen Ort» zu besetzen, bereitet den Unternehmen zunehmend grosse Schwierigkeiten – und dies auch in der Schweiz. Die «richtigen» Personen zu identifizieren, gestaltet sich schon bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen als Hürdenlauf, denn der Wert vieler Bildungstitel, welche sich Bewerber erworben haben, ist enorm schwierig einzuschätzen und einzustufen.
Allein in der Schweiz haben Bildungsreformen und das Bildungssystem selbst zu einer wahren Titelflut und einem Nebenher von zahlreichen alten und neuen Titeln geführt. Dieser Bildungsdschungel ist für viele Laien und auch Fachleute kaum mehr durchschaubar. Durch die grossen Einwanderungswellen kommen zudem immer mehr ausländische Bildungstitel ins Spiel, die mit schweizerischen Bildungstiteln der Berufsbildung kaum mehr vergleichbar sind, denn die Kombination von Berufspraxis und Unterricht kennen viele Länder nicht.
Viele Wege führen zur Bildung
Die Einzigartigkeit des schweizerischen Bildungssystems besteht darin, dass jeder Abschluss eine Anschlussbildung ermöglicht (kein Abschluss ohne Anschluss). Neben dem universitären Bildungsweg kennt die Schweiz auch den dualen Bildungsweg – die Berufslehre, welche Beruf und Praxis verbindet. Personen mit einem Berufslehrabschluss können sich auch auf tertiärer Ebene mit einer Kombination aus Praxis und Theorie weiterbilden (Höhere Fachprüfungen, Berufsprüfungen, Höhere Fachschulen). Zudem haben sie die Möglichkeit, sich via Passerelle an einer der Fachhochschulen einzuschreiben.
Der berufliche Bildungsweg ist stark gefragt. So absolvieren rund zwei Drittel der Jugendlichen eines Jahrgangs (2008: 227 459) eine Berufslehre oder ein Berufsattest. Etwa 50 000 Personen befinden sich derzeit in einer Höheren Berufsbildung, wovon rund 20 000 Personen an einer Höheren Fachschule studieren, 1702 sich auf Berufsprüfungen und 4360 Personen auf Höhere Fachprüfungen vorbereiten.


