Nachhaltiges Handeln wird die Zukunft von Unternehmen, Individuen und auch ganzen Gesellschaften bestimmen, dessen sind sich zahlreiche Zukunftsforscher und Trendinstitute sicher (z. B. Bosshardt, 2011; Wenzel et al., 2009). Nachhaltigkeit kann von Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt werden. Oft wird der Anschein erweckt, dass der Begriff vorrangig zu Marketingzwecken genutzt wird, um gegenüber relevanten Stakeholdern Nachhaltigkeit als Zielsetzung des Unternehmens zu kommunizieren.
Verbindlich verankern
Soll Nachhaltigkeit auch gelebt werden, bedarf sie einer klaren Verankerung im Unternehmen. Dies erfordert, dass die Mitarbeitenden das Nachhaltigkeitsverständnis «ihres» Unternehmens kennen und verstehen, warum sich das Unternehmen für Nachhaltigkeit einsetzt. Sie müssen wissen, nach welchen Werten und Regeln sie handeln sollen, um eine solide Ausgangsbasis für die Umsetzung im Alltag zu haben.
Die 2011 durch die FHS Befragten nehmen in mehr als der Hälfte der Fälle Hinweise auf ein Nachhaltigkeitsengagement im eigenen Unternehmen wahr. Die Stärke der Kommunikation von Nachhaltigkeit wird aber bisher als moderat eingeschätzt (durchschnittlicher Wert 3,6 nach schweizerischem Schulnotensystem [1, … ,6], n = 93).
Die am häufigsten genutzten konkreten Instrumente zur Implementierung des Nachhaltigkeitsengagements zeigt Abbildung 1.
Als zentral für die Umsetzung von Nachhaltigkeit werden in Studie 2 die Führungskräfte betrachtet. Für die Formulierung verbindlicher Ziele steht in 80 Prozent der Unternehmen grundsätzlich ein Zielvereinbarungsprozess zur Verfügung, der aber in Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit in noch geringem Masse genutzt wird (Abbildung 2). Spezielle, nachhaltigkeitsbezogene Anreize werden nach Aussage von Antwortenden generell nicht gesetzt. Die weiteren Angaben der Befragten enthalten deutliche Hinweise, dass der Einbezug der Belegschaften bisher nicht sehr weit fortgeschritten ist.
Entscheidungen für ein Nachhaltigkeitsengagement laufen damit Gefahr, nicht umfassend aufgegriffen zu werden. Unternehmen, die sich zu nachhaltigem Handeln entschliessen, sollten folglich die Mitarbeitenden zunehmend «mit ins Boot» holen, durch umfassende Kommunikation Verbindlichkeit für deren Ziele schaffen und ausreichend zeitliche Ressourcen zur Umsetzung der Ziele vorsehen.
Eine schriftliche Verankerung des eigenen, grundlegenden Verständnisses von Nachhaltigkeit, z. B. in einem Leitbild, schafft Commitment und eine höhere Verbindlichkeit als nur ein informelles Bekenntnis des Unternehmens. Wird das Verständnis gemeinsam mit der Belegschaft diskutiert und konkretisiert, benötigt dies zwar zunächst mehr Zeit. Im Ergebnis bezieht eine solche Vorgehensweise aber wichtige Gesichtspunkte auf operativer Ebene mit ein und fördert die Identifikation sowie die Fähigkeit der Belegschaft, adäquate Entscheidungen zu treffen.

