Forschung & Entwicklung

Didaktik-Methodik für Ausbilder

Mit Methode ans Ziel – Ausbilden praktisch erleben

Kaderangehörige stehen immer wieder vor einem erwartungsvollen Publikum. Sie müssen Mitarbeitende aus- oder weiterbilden und Ideen und Produkte präsentieren. Dabei stellen sich unweigerlich Fragen: Wie transportiere ich meine Botschaften nachhaltig und interessant zu den Zuhörern? Wie wirke ich? Welche (Hilfs-)Mittel eignen sich? Auf diese und andere Fragen gibt ein Didaktik-Methodikkurs konkrete Antworten.
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Parallel zum Abbau der Bestände in der Armee erfolgte auch eine Reduktion der Ausbildungen für die Ausbilder (Unteroffiziersausbildung). Seither tragen immer weniger Kaderangehörige in den Unternehmen und Milizorganisationen (Feuerwehren, Vereinen usw.) das fundierte, praktische Grundwissen des Ausbildens aus der Armee in ihre Betriebe und Organisationen. Diese Lücke will nun der neue Kurs «Didaktik-Methodik» des Schweizerischen Feuerwehrverbandes schliessen. Nicht mit grossen Theorien und dicken Leitfäden, sondern mit praktischen Beispielen und unterstützt mit einer komprimierten internetgestützten Unterlage. Das Leitmotiv lautet: Theoretisches Basiswissen selber praktisch erleben.

Das Zielpublikum

Der Kurs richtet sich an alle nebenamtlichen Ausbilder und Referenten, die keine spezielle Ausbildung in Didaktik-Methodik genossen haben. Namentlich werden folgende Personenkreise angesprochen:

  • Ausbilder in KMU
  • Fachreferenten in Grossbetrieben
  • Kaderangehörige der Feuerwehr, die in ihrer Feuerwehr im Übungsdienst Kader und Mannschaften auszubilden haben
  • Ausbilder der Partner im Bevölkerungsschutz

(Nicht angesprochen werden Absolventen der Sveb-Ausbildungen.)

Die unterschiedlichen «Kulturen» der Kursteilnehmer sind eine Bereicherung des Kurses. Verschiedene Ideen treffen aufeinander und es werden Vor- und Nachteile abgewogen. Der Kurs wird in zwei Teilen durchgeführt. Die wichtigsten Inhalte des ersten Teils werden nachstehend aufgeführt.

Vorbereitung mit System

Eine zielgerichtete Ausbildung verlangt immer eine vorangehende Analyse verschiedener Faktoren. So muss sich der Ausbilder zum Beispiel mit dem Auszubildenden auseinandersetzen. Wie ist sein aktueller Wissens- oder Ausbildungsstand? Welche Erfahrungen bringt er beispielsweise wegen seines Alters oder seines Berufs mit? Wie steht es um die Haltung zum Lerninhalt? Weitere Analysepunkte betreffen die Rahmenbedingungen:

  • Anzahl Teilnehmer
  • Zeit (Dauer, Tageszeit usw.)
  • Programm
  • Ausbildungsstandort
  • Material, Unterlagen, Ausbildungshilfen
  • Allfällige Einflüsse (intern/extern)

Fragetechnik

Der oft zitierte Satz «Wer fragt, der führt» behält zwar seine Gültigkeit, ist aber für einen Ausbilder meist zu einseitig. Für den Ausbilder steht vielmehr die gezielte Fragestellung im Zentrum. Fragen dürfen den Antwortgeber aber nicht einengen, im Gegenteil: Sie sollen ihn ermuntern, sich aktiv zu beteiligen. Optimal sind «W»-Fragen: Was meinen Sie dazu? Warum? Wie? Wo? Wer? Gezielt fragen bedeutet also:

  • Informationen erhalten.
  • Alle Teilnehmer einbeziehen, aktivieren und motivieren.
  • Wissen und Erfahrungen der Teilnehmer offenlegen.
  • Widerstände/Einwände sichtbar machen (Konfliktpotenzial abbauen).
  • Gesprächsrichtung steuern.
  • Neue Inhalte und Ideen finden.
  • Die nächsten Arbeitsschritte abstimmen.

Viele Ausbilder konzentrieren sich bei der Lektionsvorbereitung fast ausschliesslich auf den Inhalt ihrer Lektionen. Der erfahrene Ausbilder weiss aber, dass der Körpersprache und Stimme ebenso Beachtung geschenkt werden muss. Während dem Kurs werden diese Punkte thematisiert und der Teilnehmer erhält persönliche Tipps dazu. Da zum Teil Sequenzen mittels Video festgehalten werden, können Stärken und Schwächen anschaulich aufgezeigt werden. Der Körpersprache kommt gros­se Bedetung zu, denn:

  • Mit Körpersprache (nonverbale Kommunikation) sprechen wir schon als Kleinkind; sie ist die wichtigste Sprache.
  • Körpersprache offenbart unsere Gefühle und vermittelt nonverbal, wie wir zu unseren Mitmenschen stehen.
  • Mit ihr verleihen wir unseren Worten (verbalen Aussagen) Nachdruck.
  • Körpersprache lügt nicht – aber sie verrät uns und alle anderen gleichsam.

Feedback geben

Für den erfolgreichen Ausbilder hat der Begriff «Feedback» zwei Seiten: Einerseits muss er echte Inhalte fürs Feedbackgeben erkennen, anderseits muss er diese Aussagen wirksam (positiv) übermitteln können. Beide Seiten werden im Kurs thematisiert nach der Maxime «Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst».