Lernen Sie schon mobil? Falls Sie der Meinung sind, dass dies nicht der Fall ist, dann lautet die Frage: Besitzen Sie ein Smartphone oder ein Tablet? Hat sich Ihr Informations- und Arbeitsverhalten bereits verändert? Beim Begriff «mobiles Lernen» denkt man wohl zuerst an irgendwelche Lerninhalte oder Tests, die auf einem Smartphone ausgeführt werden. Mobiles Lernen ist aber weit mehr als das. Es ist die Lernform des mobilen Menschen und umfasst auch alle Lernformen ausserhalb der formellen Bildung. Im folgenden Artikel wird aufgezeigt, was mobiles Lernen ist und welches die ersten Schritte zur Umsetzung sind.
1. Mobiles Lernen nimmt zu
Es gibt gute Gründe, sich mit mobilem Lernen zu befassen. Die folgenden Trends zeigen auf, dass mobiles Lernen bald alltäglich sein wird:
Trend 1: Mobile Anwender
In der Schweiz besitzt fast jede Person ein multimediafähiges Smartphone und bereits mehr als 44 Prozent surfen mobil (Accenture 2011). Nebst Apple- und Android-Geräten werden im nächsten Jahr vor allem auch chinesische Hersteller (z.B. Huawei, ZTE etc.) dafür sorgen, dass die Preise nochmals reduziert werden und die Dichte damit zunimmt. Mobile Endgeräte sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Man informiert sich, man unterhält sich, man kommuniziert und man kauft ein – jederzeit und an jedem Ort.
Trend 2: Flexibilisierte Arbeit
Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle werden sich noch mehr flexibilisieren. Der Arbeitsort ist nicht mehr nur der eigene Büroarbeitsplatz. Oft sind Mitarbeiter unterwegs, bei Kunden, bei räumlich anders stationierten Kollegen, an Konferenzen oder gar zu Hause im Heimoffice. Dadurch werden nicht nur das verteilte Projektmanagement und virtuelle Führung, sondern auch die verteilte Aus- und Weiterbildung ein wichtiges Thema.
Trend 3: Erweitertes Lernen
Lernen verändert sich fundamental. Die klassische Ausbildung im Seminarraum oder ausserhalb des Betriebes in einer attraktiven Ausbildungsstätte hat zwar weiterhin seine Berechtigung. Lernen wird aber gleichzeitig immer öfter online stattfinden. Dies führt dazu, dass am Arbeitsplatz gelernt wird («workplace learning»), dass die Wissensvermittlung online und die Wissensanwendung face-to-face durchgeführt wird («inverted classroom»), dass nicht-formale Lernformen an Bedeutung gewinnen (selbstgesteuertes Lernen, «informal learning») und Anwender/innen vermehrt selber lernrelevante Inhalte erstellen werden («user generated content»).


