Im Folgenden werden zwei Firmenbeispiele vorgestellt, bei denen der strategische – das heisst der gezielte – Einsatz von Design vieles in Gang gebracht hat. Die Firma Studer Maschinenbau AG aus Zell im Kanton Luzern wollte neue Anwendungsfelder für ihre Kerntechnologie finden: Mittels eines Wasserstrahls aus einer Düse werden feinsäuberlich Schichten von ihrem Untergrund in einer Weise gelöst, dass das darunterliegende Material nicht verletzt wird. Ausserdem wollte die Studer Maschinenbau AG die Marken- und Kommunikationsstrategie überdenken und die Innovationsorganisation mit den richtigen Personen und Kompetenzen ausstatten.
Die Herstellerin von Kräuterdampfduschen, die Vaporsana Dampfbäder AG, hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Produkt, das noch vom Grossvater des jetzigen Geschäftsführers entwickelt worden war, zu modernisieren und zu optimieren. Diese Dusche stellt einzigartig in der Schweiz auf schonende Weise Dampf durch die Erhitzung eines Kräutertees her. Um möglichst viel Wertschöpfung in der Region zu generieren, wurde ausserdem ein Netzwerk von Zulieferern gegründet, die ARGE Innovationnetzwerk Dampfbad Seetal, die an der Weiterentwicklung der Dusche mitgearbeitet hat. – Beide Firmen wurden von Forschern der Hochschule Luzern – Design & Kunst bei ihren Innovationsprojekten begleitet.
Was ist in den rund zwei Jahren der Zusammenarbeit geschehen? Die Studer Maschinenbau AG hat sich entschieden, sich auf die Nahrungsmittelbranche zu fokussieren und fand neben der Käseindustrie ein neues, erfolgversprechendes Anwendungsfeld für ihre Wasserstrahltechnologie. Sie testet im Moment gerade Prototypen. Heute verfügt die Studer Maschinenbau auch über ein neues Erscheinungsbild und passende Key Visuals, die die zentralen Markenwerte der Firma eingängig vermitteln. Fast nebenher wurde die Käsereinigungsanlage Caseus weiterentwickelt und weitere Wertschöpfungsschritte wurden in die Firma hineinverlagert.
Damit wurde die Maschine insgesamt billiger in der Produktion. Die Maschine Caseus reinigt Käse bereits heute in einer Art und Weise, dass die Rinde schonend von der Oberfläche getrennt wird; ohne unnötigen Verlust von Material, was einen messbaren Mehrwert für Käsehersteller bedeutet. Die Firma bietet ausserdem eine Palette von verschiedenen Produkten an, je nach Bedürfnis und Kaufkraft ihrer Kunden, die modular erweitert werden kann. Sie exportiert auch ins Ausland, sowohl in die USA wie in angrenzende Länder wie Österreich oder Deutschland.
Der CEO der Studer Maschinenbau AG, Janez Žekar, hat ausserdem sein Team neu in ein operatives und ein innovatives unterteilt, um die zwei Bereiche besser aufeinander abstimmen zu können. Und er hat einen Industriedesigner als permanentes Mitglied ins Innovationsteam aufgenommen.