Energie sparen bleibt ein kniffliges Thema. Obwohl sich viele KMU wegen der höheren Preise mit Energiesparfragen beschäftigen, ist ihnen oftmals unklar, wo sie am meisten Energie verschwenden und welches die wirkungsvollsten Sparmassnahmen sind. Hinzu kommt Unsicherheit über eine sinnvolle Reihenfolge von Massnahmen, die Angst vor falschen Investitionen, diffuse Vorstellungen von Aufwand und Ertrag, fehlende Einschätzung über die Wirkung von Massnahmen und der Eindruck, dass das Tagesgeschäft keine Kapazität für eine genaue Analyse des Stromsparpotenzials im eigenen Betrieb übrig lässt. Trotz guter Absichten und hoher Motivation bleibt es dadurch beim Status quo. Dies kommt Schweizer KMU teuer zu stehen. In den meisten Betrieben könnten schätzungsweise
10 bis 25 Prozent der Energiekosten eingespart werden.
Kosten senken
KMU tun gut daran, das Stromsparen wie ein Projekt anzugehen und das Vorgehen entsprechend zu planen. Damit liegt ein praxistaugliches Mittel vor, das schnell zu effizienten und wirkungsvollen Massnahmen führt. Neben Anlagen und Technik wie Lüftungen, Heizungen, Produktionsmaschinen und Kühlsystemen sollte auch das Verhalten des Personals genau unter die Lupe genommen werden. Erfahrungen zeigen, dass die Hälfte des Sparpotenzials beim Menschen liegt. Es sind oftmals banale Dinge, die eine grosse Auswirkung auf die jährlichen Energiekosten haben, wie etwa das Vermeiden des Standby-Modus bei Bürogeräten, das Austauschen der Glühbirnen oder das Schliessen von Kochtöpfen in Hotelküchen.
Schrittweise vorgehen
1. Überblick verschaffen
Erfassen und analysieren Sie alle Systeme und Prozesse im Betrieb, welche Energie verbrauchen. Dazu erstellen Sie am besten eine Skizze, bei der die gesamte Prozesskette in einzelne Teilprozesse zerlegt wird. Prozesshandbücher und QS-Systeme dokumentieren diese Prozesse detailliert und können deshalb gut als Grundlage verwendet werden. Falls keine solchen Unterlagen vorliegen, befragen Sie die einzelnen Abteilungen oder Fachspezialisten zu den Abläufen. Bilden Sie die Prozesse chronologisch und gut überschaubar ab und vermerken Sie die unterschiedlichen Akteure. Das Verstehen der gesamten Prozesskette und der einzelnen Teilprozesse bildet das Fundament für alle weiteren Arbeitsschritte.