In der heutigen Zeit fortschreitend beschleunigter Globalisierung stehen KMU zunehmend vor der Herausforderung der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit. Während Grossunternehmen den Globalisierungsanforderungen mit oftmals massivem Einsatz von Ressourcen Rechnung tragen, begegnen viele KMU einer systematischen Internationalisierung teils ratlos, teils ablehnend. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da viele KMU häufig nicht über ausreichende Ressourcen, notwendige Erfahrungen und Fähigkeiten sowie das Wissen über die internationalen Märkte verfügen. So ist einer Studie der Credit Suisse aus dem Jahr 2010 zufolge das «Zutrauen» der Schweizer KMU hinsichtlich der Globalisierungserfolge im Sinken begriffen und die zur Jahrtausendwende vorherrschende Euphorie über die Globalisierung weitgehend verflogen.
Doch jenseits der Internationalisierungsskepsis weist die Schweiz gemäss dem Bundesamt für Statistik einen im Vergleich mit den europäischen Nachbarländern überdurchschnittlich hohen Anteil (99,7 %) an KMU auf. Und gerade diesen kleinen und mittelgrossen Unternehmenöffnet die Globalisierung nicht nur Risiken, sondern auch erfolgversprechende Perspektiven, sofern ihnen die Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit gelingt. Beispielhaft stehen hierfür die Internationalisierungsgewinner, die sich in für KMU so typischen Nischen als führende Spezialisten auch auf dem internationalen Parkett nachhaltig positionieren.
Unstrittig ist, dass die erfolgreiche Internationalisierung von KMU meist anders vonstatten geht als die von Grossunternehmen. KMU müssen ihre begrenzten Managementressourcen und knappen Führungskapazitäten für ihre Internationalisierung zielgerichteter einsetzen. In den klassischen KMU, die sehr häufig Familienunternehmen sind, werden gewöhnlich alle wichtigen Entscheidungen, auch betreffend der Internationalisierung, von den Eigentümer-Unternehmern oder von wenigen Führungskräften in der Geschäftsleitung getroffen.
