Die weltweite Schnäppchenjagd über das Internet ist beliebter denn je. Das Angebot an Produkten wächst täglich – alles lässt sich heute online erwerben. Verkäufer können dank Internet mit ihren Produkten Abnehmer in allen Ecken unseres Planeten erreichen. Auf der anderen Seite kann der Konsument die Preise global vergleichen.
Zentrale Themen
Auch Schweizer Unternehmen nutzen zunehmend diesen Vertriebskanal. Sie sind zwar weiterhin lokal verankert, verkaufen aber dank Internetauftritt global. Es braucht im World Wide Web kein Verkaufspersonal und kein zusätzliches Mobiliar. Was aber dringend nötig ist: Know-how. Man muss wissen, welche Anforderungen internationale Verkaufsaktivitäten mit sich bringen. Zentrale Themen beim Warenverkauf über die Grenze sind der Zoll und die Mehrwertsteuer.
Ärger für Kunden
Der Ablauf scheint einfach. Die Produkte können bequem via Internet überall und jederzeit bestellt werden. Der Schweizer Vertreiber verpackt nach Eingang der Bestellung die Ware und schickt diese per Spediteur oder Kurierdienst an den Konsumenten – weltweit. Aus Sicht der schweizerischen Mehrwertsteuer gilt dies als Exportlieferung. Sie hat zur Folge, dass der betreffende Verkauf von der schweizerischen Mehrwertsteuer befreit ist, sofern der Nachweis erbracht werden kann, dass die Ware auch tatsächlich ins Ausland ausgeführt wurde. Der Käufer muss sich dann um den Import der Ware im Bestimmungsland kümmern, also um die Einfuhr der Ware und daraus resultierende lokale Zoll- und Mehrwertsteuerfolgen. Auf den ersten Blick hat so der internationale Handel für den Schweizer Vertreiber keinerlei ausländische Konsequenzen formeller Art. Die Realität sieht anders aus. Tatsächlich ärgern sich oft besonders die privaten Konsumenten, wenn sie sich mit Zoll und Mehrwertsteuer beschäftigen müssen. Und bei diesem Vorgehen ist in vielen Ländern Ärger programmiert: Die erste Bestellung kann auch schon die letzte sein.
Unternehmen versus Private
Die Einfuhr der Ware ist für mehrwertsteuerregistrierte Unternehmen in der EU keine allzu grosse Hürde. Sie sind den Umgang mit Zoll und Mehrwertsteuer gewohnt und können dies auch mehrheitlich korrekt abwickeln. Zudem haben sie zum grossen Teil die Möglichkeit, die bei der Einfuhr fällige Mehrwertsteuer zurückzufordern. Für solche Kunden (Unternehmen) spielt es keine Rolle, ob der Einkauf formelle Anforderungen mit sich bringt, sondern in erster Linie, wo sie die Ware am günstigsten beziehen können.
Anders sieht es bei privaten Konsumenten in der EU aus. Sie müssen die Ware ebenfalls selbst einführen. Sie wollen sich aber nicht mit administrativen Vorgängen beschäftigen und keine unerwarteten Gebühren für Zoll, Mehrwertsteuer und Abwicklung zahlen. Den Konsumenten ist es oft gar nicht bewusst, dass bei einer Bestellung aus dem Ausland solche Kosten und Umtriebe anfallen können. Die Transparenz der Endkosten ist nicht gewährleistet, und der Kunde wird sich beim nächsten Mal gut überlegen, ob er auch weiterhin Produkte online bei einem ausländischen Lieferanten bestellen möchte. Da aber die Kundenzufriedenheit Basis einer langfristigen Geschäftsbeziehung ist, suchen Unternehmen nach Optionen. Was bietet sich an?
