Finanzen & Vorsorge

Steuern

Mehrwertsteuer-Folgen bei Forderungsverlusten

Die aktuelle Wirtschaftskrise konfrontiert Unternehmen unvermeidbar mit Forderungsverlusten. Auf ihrer Agenda sind demzufolge Gedanken, wie sie diese vermeiden oder reduzieren können. Besondere Beachtung ist dabei auch der Mehrwertsteuer zu schenken.

Auftragsrückgänge sowie Forderungsverluste sind Aspekte der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Um Forderungsverluste zu reduzieren, stehen folgende Lösungsansätze zur Verfügung:

  • Beauftragen eines professionellen Inkassobüros
  • Abtreten oder Verkauf der Debitoren an ein Finanzinstitut
  • Abschliessen einer Versicherung gegen das Forderungsausfallrisiko
  • Umwandlung der Forderung in ein Darlehen

Obwohl sämtliche Instrumente die Debitorenverluste vermeiden oder verringern sollen, führen sie zu unterschiedlichen mehrwertsteuerlichen Konsequenzen.

Die Problematik

Rechnet ein Unternehmen die Umsatzsteuern nach vereinbarten Entgelten ab, entsteht die Steuerschuld gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Kann der Kunde die Rechnung nun nicht begleichen, stellt sich die Frage, ob die bereits bezahlte Steuer wieder rückgängig gemacht werden kann.

Zeitnah ausbuchen

Grundsätzlich kann ein Unternehmen die abgerechnete Steuer auf Debitorenverlusten erst in dem Zeitpunkt als Entgeltsminderung deklarieren, wenn es die Forderung nach den allgemeinen Buchführungsvorschriften als uneinbringlich ausbucht. Damit die abgerechnete Steuer also möglichst rasch zurückgefordert werden kann, sollte das Unternehmen den Debitorenbestand periodisch prüfen und uneinbringliche Forderungen zeitnah ausbuchen. Eine Forderung gilt in der Regel nach mehrmaligem Mahnen, spätestens bei Vorliegen eines Verlustscheins als uneinbringlich.

Beizug eines Inkassobüros

Ein Inkassobüro bemüht sich um Zahlung der Forderung. Das bedeutet, Schuldner und Gläubiger bleiben durch das Einschalten eines Inkassobüros unverändert. Die Inkassodienstleistung ist aus mehrwertsteuerlicher Sicht eine vom Forderungsgeschäft losgelöste Tätigkeit. Indem das Unternehmen das Eintreiben der Forderung auslagert, wird es fortlaufend über die uneinbringlichen Forderungen informiert. Das heisst, durch eine professionelle Debitorenbewirtschaftung werden die Verluste frühzeitig erkannt, was ein zeitnahes Ausbuchen der uneinbringlichen Forderung zulässt.

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