Es lohnt sich, dem Thema berufliche Vorsorge ausreichend Zeit zu widmen und professionelle Beratung beizuziehen. Denn für die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und im Rennen um qualifizierte Fach- und Führungskräfte spielt das Vergütungssystem und damit verbunden die Vorsorgelösung eine wichtige Rolle.
Die Vorsorgemodelle
Die folgenden beruflichen Vorsorgemodelle für Unternehmen stehen zur Auswahl:
- Vollversicherung
- Teilautonome Sammelstiftungslösung mit kollektiver Anlage
- Teilautonome Spezial-Sammelstiftungslösung mit individueller Anlage (1e)
- Autonome Pensionskasse
Die autonome Lösung, sprich eine firmeneigene Pensionskasse, scheidet bei kleinen und in der Regel auch bei mittleren Unternehmen aufgrund der Betriebskosten aus. In Frage kommen hingegen die teilautonomen Lösungen und die Vollversicherung, die einen Anschluss an eine Sammelstiftung voraussetzen. Sammelstiftungen sind Vorsorgeeinrichtungen, die meistens von Versicherungsgesellschaften betrieben werden. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, eine Pensionskasse zu führen, ohne sie selbst betreiben zu müssen.
Bei einer Vollversicherungslösung werden sämtliche Risiken durch die Versicherungsgesellschaft gedeckt, also auch das Anlagerisiko. Sie garantiert die Sicherheit der Altersguthaben, die gesetzliche Mindestverzinsung und entsprechend kann keine Unterdeckung entstehen. Um die Sicherheit garantieren zu können, operieren die Versicherungsgesellschaften mit konservativen Anlagestrategien, was in den vergangenen Jahren negative Auswirkungen auf die Verzinsung der Vorsorgegelder hatte. Zudem sind die Kosten- und Risikoprämien bei Vollversicherungen oft substanziell höher als bei teilautonomen Lösungen.
Eine andere und häufig gewählte Möglichkeit bieten teilautonome Lösungen mit kollektiver Anlage. Im Gegensatz zur Vollversicherung werden lediglich die Risiken Tod und Invalidität durch die Versicherungsgesellschaft gedeckt. Die Sammelstiftung trägt das Anlagerisiko. Die Vorsorgevermögen können in Portfolios mit höherem Aktienanteil investiert werden, um die Renditechancen zu erhöhen und somit den Versicherten eine attraktive Verzinsung zu bieten. In guten Börsenjahren lassen sich mit einem Teil der erzielten Rendite sogenannte Wertschwankungsreserven aufbauen. Diese dienen dazu, niedrigere oder auch negative Anlageergebnisse infolge schlechter Finanzmarktverhältnisse auszugleichen. Die Höhe von Wertschwankungsreserven ist abhängig von der Anlagestrategie. Je höher das Risiko, umso grösser sind die zu erwarten den Schwankungen im Renditeverlauf und umso höher ist der Zielwert der Wertschwankungsreserven. Trotz Wertschwankungsreserven besteht die Möglichkeit einer Unterdeckung, die von den aktiven (erwerbstätigen) Versicherten und vom Arbeitgeber mit Sanierungsmassnahmen behoben werden muss.