Auch in diesem Jahr schickt sich die Börse an, ihr saisonales Muster zu wiederholen: Im Juli marschieren die Aktienkurse gerne noch einmal nach oben, bis dann mit dem letzten Wochenende des Monats die kritischste Börsenphase eines Jahres beginnt und die Kurse schwächeln. Wer in den Monaten August, September und Oktober dem Aktienmarkt fernbleibt, verpasst selten etwas.
Doch in diesem Jahr kommt für Schweizer Aktienanleger eine weitere Belastung hinzu: Die US-Regierung hat nun mit Importzöllen in Höhe von 39 Prozent für Schweizer Waren gedroht! Knapp 19 Prozent aller Exporte gingen vergangenes Jahr in die USA, die damit auf Länderebene das wichtigste Exportziel der Schweizer Unternehmen sind. Freilich, Drohungen sind das eine, Verhandlungsergebnisse das andere. Und in die EU exportiert die Schweiz immerhin die dreifache Menge der US-Exporte. Und so ist es beim SMI bisher auch noch nicht zu einem echten Kurseinbruch gekommen.
Immerhin setzt sich der weltweite Trend sinkender Notenbankzinsen ja auch fort, was für eine stabile Weltkonjunktur spricht. Und auch unser Banken-Index, der frühzeitig und sehr sensibel auf konjunkturelle Störungen reagiert, bleibt klar im positiven Bereich!
1. Zinssignale: Positiv
Sinkende Zinsen sind gut für Aktien, steigende Zinsen schlecht. So steht es in den Lehrbüchern. Ein Aufwärtstrend der Zinsen ist derzeit nicht auszumachen. Im Vergleich zur Rendite der Obligationen (0,30 %) bieten Aktien eine deutlich höhere Dividendenrendite. Das spricht für den Aktienmarkt. Aber man sollte nicht vergessen, dass sinkende Renditen der Obligationen auch darauf hindeuten, dass zu wenig investiert wird, sowohl von staatlicher Seite als auch von den Unternehmen.


