Endlich dringt es ins Bewusstsein der Börsianer, dass ein Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI) eine Welle an Unternehmenspleiten mit einer daraus resultierenden Masse an hoch qualifizierten Arbeitslosen verursachen könnte – und dies relativ zeitgleich in nahezu allen Industrieländern.
Weitere Unsicherheitsfaktoren
Neben den bekannten Umbrüchen in der Welt- und Wirtschaftspolitik müssen die Märkte nun also mit einem weiteren Unsicherheitsfaktor leben, denn jede neu entwickelte KI-Anwendung kann zu einem kleinen oder grösseren Börsenbeben führen.
Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe ist es jedoch der Angriff Israels und der USA auf den Iran, der alles überschattet. Die militärischen, politischen und ökonomischen Folgen des Konfliktes sind derzeit kaum abzuschätzen. Im schlimmsten Fall breitet sich der Konflikt wegen seiner geopolitischen Dimensionen über seine regionalen Grenzen hinweg aus.
Es gibt zwar eine Faustregel an der Börse, die besagt, dass politische Börsen kurze Beine haben – sprich: Politische Ereignisse wie Wahlen oder Kriege beeinflussen die Börse nur kurzfristig.
Doch vor dem Hintergrund der neuen KI-Sorgen sowie einer womöglich neuen Runde im internationalen Zollkonflikt wäre es auch keine Überraschung, wenn die Stimmung an der Börse nicht nur kurzfristig nach unten drehen würde. SMI, DAX, Dow Jones und Nasdaq Composite sind nach dem Kurs-Umsatz-Verhältnis immerhin historisch sehr hoch bewertet, was schnell zu Gewinnmitnahmen veranlasst.
Doch was sagen unsere Indikatoren momentan?
1. Zinssignale: Positiv
Grundsätzlich sind sinkende Zinsen gut für Aktien und steigende Zinsen schlecht. Und wie sich am Chart leicht ablesen lässt, zeigt der langfristige Zinstrend eindeutig abwärts. Die Rendite der Obligationen (0,25 %) kann lange nicht mit den Dividendenrenditen der Aktien konkurrieren. Das spricht für den Aktienmarkt. Wir möchten aber immer wieder darauf hinweisen, dass die niedrigen Renditen der Obligationen auch darauf hindeuten, dass zu wenig investiert wird, sowohl von staatlicher Seite als auch von den Unternehmen.
2. Der Saisoneffekt: Positiv
Am Aktienmarkt bringen die Monate November bis April statistisch gesehen zweifelsfrei die grösseren Kursgewinne als die Monate Mai bis Oktober. Unser Indikator gibt daher bis zum letzten Wochenende im April ein Kaufsignal für Aktien.


