Im zweiten Artikel («KMU-Magazin» 04 – 05/2021, Seite 40 ff.) dieser Reihe wurde beschrieben, wie im von der Innosuisse geförderten Forschungsprojekt «Datenbasierte Dienstleistungen nachhaltig umsetzen» ein Verständnis über die Problemstellung bei den Kunden aufgebaut und Lösungen kundenzentriert entwickelt werden können. Im Zentrum standen hierbei insbesondere Methoden des Design Thinkings, um die zuvor erwähnte Kundenzentrierung bei der Entwicklung möglicher Lösungsideen sicherzustellen.
Abweichung von Ist-Prozessen
Die Umsetzung einer datenbasierten Dienstleistung ist jedoch oftmals mit unerwarteten Herausforderungen versehen. Obwohl die Idee auf den ersten Blick einfach und verständlich erscheint, benötigt die Erbringung der neuen Dienstleistung oftmals neue Prozesse. Diese können unter Umständen stark von den bestehenden Abläufen abweichen, welche auf die aktuellen Produkte (zum Beispiel Herstellung und Verkauf von Maschinen) ausgerichtet sind.
In diesem dritten und letzten Beitrag der Artikelreihe wird aufgezeigt, wie für die ausgewählte und konkretisierte Dienstleistung die notwendigen Aufgaben, Abläufe, Informationen und Wissen umfassend erhoben werden können. Die gewählten Methoden ermöglichen das Ableiten eines Soll-Prozesses, welcher die wichtigen Aufgaben zur Erbringung der datenbasierten Dienstleistung umfasst. Zudem können die notwendigen Wissens- und Informationseinheiten eruiert und anhand eines Wissensnetzwerks visualisiert werden, welche Organisationseinheiten über das Wissen verfügen. Dies wiederum bildet die Grundlage zur Ableitung notwendiger Gestaltungsmassnahmen.
Identifikation der Aufgaben
Nachdem eine Idee, wie im zweiten Artikel dieser Serie beschrieben, ausgearbeitet wurde, gilt es, mit der Entwicklung der konkreten Umsetzung zu starten. Hierzu sollten in einem ersten Schritt die Aufgaben (die Funktionen im FRAM-Modell) erarbeitet werden, welche für die Erbringung der ausgewählten Dienstleistung notwendig sind, um diese danach in eine logische Abfolge zu bringen und abschliessend einen Soll-Prozess zu entwickeln.
Das Feld des Prozessmanagements bietet hierfür einige klassische Prozesserhebungs-Methoden. Im Forschungsprojekt «Datenbasierte Dienstleistungen nachhaltig umsetzen» wurde jedoch gezielt ein neuer Ansatz gewählt, der zur Analyse von komplexen soziotechnischen Systemen entwickelt wurde: Functional Resonance Analysis Method, oder kurz FRAM. Kern dieser Methode stellen die «Funktionen» mit ihren sechs «Aspekten» dar (vgl. Abbildung 1).


