Die letzten Monate haben gezeigt, dass CFO unter enormem Druck stehen, ihr Unternehmen finanziell resilient zu machen. KI tritt in diesem Kontext zunehmend als neuer Verbündeter auf, der hilft, Finanzen besser zu verwalten. Auch Unternehmen in der Schweiz sind diesem Trend gefolgt und haben sich der Technologie zugewandt, um ihr Finanzwesen zu unterstützen.
So implementierte beispielsweise der globale Halbleiterausrüster Cohu kurz vor der Covid-19-Pandemie die Oracle Cloud. Selbst als einige Mitarbeiter mit der Telearbeit begannen, waren Führungskräfte und Manager am betrieblichen Standort in La Chaux-de-Fonds und den Büros weltweit in der Lage, unternehmensweite Informationen einzusehen und Berichte auf eine Weise zu erstellen, die vorher nicht möglich war.
Grosses Vertrauen in KI
Um die Auswirkungen der Technologie auf den Finanzsektor besser zu verstehen, hat Oracle in Zusammenarbeit mit Farnoosh Torabi eine Studie durchgeführt. Für die Untersuchung wurden rund 9000 Verbraucher und Geschäftsführer aus mehreren Ländern befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere jüngere Mitarbeitende während der Pandemie ein hohes Mass an Stress und Ängsten im Zusammenhang mit den Finanzen ihres Unternehmens erlebten. 97 Prozent der Mitarbeitenden der Gen Z gaben an, dass die Verwaltung der Finanzen bei ihnen Ängste auslöste, und mehr als die Hälfte (52 % der Gen Z und 53 % der Millennials) berichteten, dass der Cashflow ihres Unternehmens bei ihnen Schlafstörungen verursachte.
Um mit dem steigenden Leistungsdruck am Arbeitsplatz umzugehen, haben sich Gen Z und Millennials der Technologie und der künstlichen Intelligenz zugewandt. Tatsächlich sagen sogar 91 Prozent der Gen-Z-Mitarbeiter, dass sie KI die Verwaltung der Finanzen ihres Unternehmens anvertrauen würden. Eine Mehrheit der Gen Z (79 %) und Millennials (83 %) gab sogar zu, dass sie KI mehr vertrauen würden als der Finanzabteilung ihres Unternehmens. Sicher ist, dass sich die Fähigkeiten und Kompetenzen, die für Karrieren in Finanzabteilungen erforderlich sind, mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz und autonomen Technologien unweigerlich ändern werden.
Doch wie können zukünftige Führungskräfte im Finanzbereich die Weichen für den Erfolg stellen?
Die neuen Fähigkeiten
Künstliche Intelligenz kann die meisten manuellen Aufgaben im Rechnungswesen abdecken und lässt Raum für andere Fähigkeiten, die nun notwendig werden. Ein exzellentes Verständnis der Grundlagen des Finanz- und Rechnungswesens wird weiterhin erforderlich sein, um Algorithmen zu überwachen und Anomalien zu erkennen. Bei der täglichen Arbeit geht es jedoch weniger um die Durchführung von Berechnungen als vielmehr um die Interpretation von Daten, die Durchführung von Geschäftsanalysen und die Kommunikation mit wichtigen Stakeholdern.
Fähigkeiten wie die Entwicklung von Geschäftsstrategien auf der Grundlage von Vorhersagemodellen, Führungsqualitäten, Risikomanagement, Verhandlungsgeschick, datengesteuerte Kommunikation und finanzielle Ergebnisse werden dazu beitragen, die KI-Funktionen im Finanzmanagement zu ergänzen.
Weiterbildung als Schlüssel
Das Tempo der Technologieeinführung wird sich weiter beschleunigen und Finanzabteilungen werden sich neu erfinden müssen. Dies wird bedeuten, dass ein Universitätsabschluss nicht mehr ausreicht, um eine Karriere als Finanzprofi zu sichern, und dass aktuelle Ausbildungsprogramme schnell veraltet sein werden. Zusätzliche Zertifizierungen und neue Fähigkeiten werden erforderlich sein, um mit der Technologie und den Entwicklungen in der Branche Schritt zu halten.
Kontinuierliches Lernen und ein gutes Verständnis für die Schnittstelle zwischen Technologie und Finanzen werden zu wesentlichen Kriterien bei der Rekrutierung der nächsten Generation von Führungskräften im Finanzbereich.