Digitalisierung & Transformation

Künstliche Intelligenz

Wie KI das Geschäftsleben ­beeinflussen kann

Chatbots, Übersetzungssoftware und Personalised Customer Experience: Anwendungen der künstlichen Intelligenz sind im Geschäftsalltag auf dem Vormarsch. Wie sich ­dieser Trend fortsetzen wird, welche Chancen und welche Risiken er mit sich bringt, beleuchtet dieser Beitrag.
PDF Kaufen

Derzeit sind die Anwendungsmöglich­keiten von künstlicher Intelligenz noch prosaisch. Sie haben aber in den letzten Jahren massiv in unseren Geschäftsalltag Einzug gehalten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedeutet künstliche Intelligenz in erster Linie die Fähigkeit, riesige Datenmengen effizient und effektiv zu verarbeiten. Darüber hinaus ist künstliche Intelligenz nicht tatsächlich intelligent, kreativ, einfühlsam oder von sich aus zu etwas motiviert. 

Die Intelligenz der KI

Tatsächlich ist eine künstliche Intelligenz sehr dumm: Während ein Kleinkind sehr schnell lernt, was eine Katze, ist und dafür wahrscheinlich nur ein einziges Beispiel benötigt, benötigt die künstliche Intelligenz Millionen von Katzenbildern, um das Tier dann eben auch selbstständig als solches erkennen zu können. Die Intelligenz der KI liegt dann aber eben darin, dass sie derartig gigantische Datenmengen ver­arbeiten und dann auswerten und interpretieren kann und aufgrund dieser Auswertungen dann zielgenauere Empfeh­lungen an den Menschen abgeben kann.

Dazu müssen der künstlichen Intelli­genz zunächst vom Menschen brauchbare ­Daten zur Verfügung gestellt werden – und das ist in Wirklichkeit keine so triviale Aufgabe. In weiterer Folge kann die künstliche Intelligenz dann selbstständig Daten erheben und verwerten. Und jede Datenerhebung bringt neue Informationen, mit denen die KI dann wieder gefüttert werden kann: Über KI erhöht sich so die Kapazität zur Datenerhebung und -verarbeitung exponentiell. Und ein verbessertes Datenmanagement, das die zunehmenden Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten miteinander kombiniert, erhöht die Vorhersagegenauigkeit und die Prognostizierbarkeit von Entwicklungen in der Zukunft. 

Analyse und Absatz

Indem sie gewaltige und stets aktualisierbare Daten verwertet, kann künst­liche Intelligenz bei der Bedarfsanalyse und der Absatzplanung helfen. Besonders in der Logistik und dem Transportwesen kann auf spontane Veränderungen wie Wetterereignisse, Unfälle oder Streiks reagiert werden. Es kann ana­lysiert werden, wie sich Angebot und Nachfrage bei Produkten, Produktgruppen oder möglichen Substitutionsprodukten entwickeln und wie man das ­Lager aufstocken sollte. 

Auch in der Wettbewerbsanalyse kön­nen Unternehmen mithilfe von KI besser verstehen, was Konkurrenzunterneh­men richtig (oder falsch) machen, und diese (zum Beispiel über deren Social-­Media-Präsenzen und Aktivitäten) praktisch permanent beobachten. Hierbei kann dann auch die Sentimentanalyse ins Spiel kommen, im Rahmen deren küns­tliche Intelligenz Stimmungen am Markt und unter (potenziellen) Kunden registriert, ohne dass diese sie explizit ­äussern. So können sich Unternehmen über den Einsatz von KI Wettbewerbs­vorteile verschaffen. 

Bessere Interaktion

Die Interaktionsmöglichkeiten mit Kunden werden über KI reichhaltiger. Chatbots erlauben es schon jetzt, eine grosse Menge von Kundenanfragen zu bear­beiten; umgekehrt ist der Kundendienst eines Unternehmens so permanent erreichbar. Natürlich können Chatbots nur Standardanfragen beantworten, mit der Zunahme der Daten wächst jedoch deren Kompetenz. Mithilfe dieser Technologie können so immer personalisiertere Kundenerlebnisse geschaffen werden, «empathische» Chatbots können gute Dienste im Beschwerdemanagement leisten, indem sie aufgebrachte Kunden «beruhigen». 

Überhaupt erlaubt die KI, individuellere Kundenprofile zu erstellen und dyna­mischere Kundensegmente, die es Unternehmen erlauben, ihre Zielgruppen über eine Vielzahl von Kanälen präziser an­zusprechen und gezielter auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Im Sinne von «gezieltem Einkaufen» können dem Kunden massgeschneiderte und relevante Produkte angeboten werden. «Gezieltes Einkaufen» gewinnt in den aktuellen ­Kri­senzeiten an Bedeutung. 

Letztlich geht es auch darum, Ressourcen zu schonen und Geld zu sparen. Auch ­dabei kann uns die künstliche Intelligenz helfen, indem sie uns immer besser auf uns zugeschnittene Angebote vermittelt – oder Produzenten und Händler rechtzeitig auf kommende Marktentwicklungen oder auf Versorgungsengpässe vorbereitet. Bereits heute stellen die B2B-Plattformen wlw (ehemals «Wer liefert was») und Europages grosse Mengen von Daten zur Verfügung, um gewerbliche Einkäufer mit den passenden Produkten und Dienstleistungen zusammen­zubringen. Das Unternehmen Visable als Träger der beiden Plattformen nutzt selbst KI-Programme zur Pflege der Daten, beispielsweise zur Bereitstellung von Schlüsselwörtern für die Datensuche oder zur Eliminierung von Duplikaten.

Die Stimmerkennung

Ein anderer Bereich der KI ist die Stimm­erkennung. Über Natural Language Processing (NLP) kann künstliche Intelligenz Einzelpersonen individuell – über deren Stimmen – erkennen. Und das, mit zunehmender Reife der KI, dann auch, wenn schnell und hektisch gesprochen wird. Die künstliche Intelligenz kann auf Unternehmensseite so genutzt werden, um Sitzungsprotokolle anzufertigen. 

Darüber hinaus kann (zukünftige) KI dann auch selbstständig Texte erstellen, zusammenfassen, die wichtigsten Eckpunkte herausheben und in mehrere Sprachen übersetzen. Die künstliche ­Intelligenz kann in Videokonferenzen Gesichter und Stimmen erkennen, Störgeräusche rausfiltern, Umgebungen und Hintergründe anpassen und möglicherweise auch simultan übersetzen. 

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich KI auf die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche auswirkt. Durch die Analyse von Daten kann künstliche Intelligenz bei der Bedarfsplanung und Absatzanalyse helfen, besser vorhersagen, was wo wann gebraucht wird und wie es am besten geliefert werden könnte. KI wird Prozesse optimieren und helfen, Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. Die Automatisierung von sich wiederholenden und fehleranfälligen Aufgaben wird zu weniger Ausfällen ­führen und eine gleichbleibende Qualität ­gewährleisten. 

KI wird Effizienz und Effektivität des Marketings erhöhen, zu besseren Ergebnissen führen und es können neue Erfahrungen für Kunden geschaffen werden. Sie kann auch die Cybersicherheit verbessern – wenngleich natürlich auch eben hier neue Bedrohungen schaffen, indem sich künstliche Intelligenz auch für den Angriff auf Cybersysteme nutzen lässt. Einstweilen dürfte die Bilanz der Qua­litäten, die sich über den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Geschäftsleben ergeben, eine positive sein.

Porträt