Bereits in den vorhergehenden beiden Teilen dieser Serie haben wir gezeigt, wie die Geschäftsprozesse analysiert werden, und entschieden, was beibehalten werden kann, was verändert werden muss und welche Schnittstellen es zu berücksichtigen gilt.
Die Planung aller Variablen
Nun werden die Geschäftsprozesse in einer sogenannten Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) abgebildet und die benötigten Daten integriert. Hier werden sämtliche Ressourcen in Hinblick auf Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik rechtzeitig und bedarfsgerecht geplant, gesteuert und fortlaufend optimiert. Parallel dazu erfolgt die Schulung der Mitarbeitenden.
Auch ein schrittweises Vorgehen ist möglich, wobei nach jeder Teil-Einführung die Ergebnisse überprüft und die Programmierung verbessert wird. Ziel ist, ein Cockpit zu erstellen, das jederzeit verdeutlicht, wo das Unternehmen steht.
Teil des Cockpits sind dann auch Kennzahlen des Customer Relationship Management (CRM), also zum Verwalten der Kundenbeziehungen, beispielsweise wann und wie jeder erfasste Kunde kontaktiert wurde, wie sich das individuelle Kaufverhalten gestaltet etc.
Da die Gewinnung von Neukunden bis zu fünfmal teurer sein kann als die Beziehungspflege mit und der erneute Verkauf an bereits bekannte Kunden, lohnt es sich, hier zu investieren. Welche Kunden haben seit über einem Jahr nicht mehr bestellt? Können neue Produkte zielgruppengerecht ausgespielt werden? Menschen sprechen auf Geschichten an – die erfolgreichsten Newsletter zeichnen sich dadurch aus, dass eine Geschichte rund um das Produkt erzählt wird, die exakt zur Zielgruppe passt.
Die Weiterempfehlungsrate
Ein wichtiger Teil des Datenbestands sollte ein Messwert sein, der anzeigt, inwieweit die Kunden mit den Dienstleistungen oder Produkten des Unternehmens zufrieden sind und ob sie das Unternehmen im besten Fall sogar Freunden und Bekannten empfehlen würden. Der sogenannte Net Promoter Score (NPS) – oder zu Deutsch: die Weiterempfehlungsrate – ist eine aus laufenden Kundenumfragen ermittelte Kennzahl, die direkt mit dem Unternehmenserfolg in Verbindung steht.
Der NPS hilft dabei, Probleme, welche die Loyalität der Kunden negativ beeinflussen könnten, rechtzeitig zu erkennen und zu beheben. Ein Telekomunternehmen wurde nach einem Relaunch der Website nur aufgrund von NPS-Kundenfeedbacks darauf aufmerksam, dass der gesamte Login-Bereich für Festnetzkunden nicht mehr funktionierte. Die interne IT hatte keine Frühwarnsysteme und war für die Problemlösung auf direkten Kundenkontakt angewiesen.
Tipp: Nehmen Sie die Integration der Software zur Steuerung der Betriebsmittel im Idealfall mit eigenen Mitarbeitenden vor. Auf diese Weise erhalten Sie eine wirklich massgeschneiderte Lösung, Schnittstellen können fortlaufend überprüft und Anpassungen hausintern durchgeführt werden.
Nehmen Sie sich Zeit für die Evaluation eines ERPs oder eines neuen E-Shops. Standardisierte Lösungen aus der Cloud sind für die meisten Unternehmen günstiger und einfacher einzusetzen als komplexe, mächtige Individuallösungen. Der Verzicht auf Funktionen zahlt sich in der verminderten Komplexität innerhalb von kurzer Zeit aus.
Die Website als Baukasten
Die Kunden sind online nicht nur über Produkte, Dienstleistungen oder über Events zu informieren. Von Vorteil ist es, Kernthemen ganzheitlich zu positionieren: mit einem Blog, thematisch verwandten Videos oder Audio-Beiträgen – beispielsweise zum Anbau verwendeter Rohstoffe – oder Storys, redaktionellen Texten zu relevanten Themen. Die Website ist ein Baukasten (Content Hub), in den sich die Social-Media-Aktivitäten integrieren lassen.