Digitalisierung & Transformation

Green Manufacturing

Nachhaltigkeit ganzheitlich und mit Weitblick angehen

Motiviert von der Aussicht auf mehr Effizienz im Produktionsprozess, setzen immer mehr Unternehmen Technologien ein, etwa aus den Bereichen Sensorik oder KI. Jedoch schauen die meisten nur auf den unmittelbaren Nutzen. Die Berechnung der Gesamtbilanz dieser Digitalisierungsmassnahmen und der Weitblick in Sachen Nachhaltigkeit hingegen fehlt dabei.
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«Grüne» Produktionsprozesse

Smarte Technologien im Rahmen einer modernen IT-Infrastruktur können den Ansatz des Green Manufacturing durchaus unterstützen, indem sie einerseits ­dabei helfen, den Produktionsprozess transparent zu machen sowie Potenziale für die Reduktion schädlicher In- und Outputs oder für Ressourceneinsparungen zu identifizieren. Hier spielen beispielsweise Sensoren eine zentrale Rolle. Andererseits gestatten es digitale Lösungen, den Prozess selbst – etwa durch softwaregestützte Automatisierung oder unter Einsatz künstlicher Intelligenz – zu ­optimieren, den Ressourcenverbrauch zu minimieren und schadstofflastige Teilprozesse gänzlich obsolet zu machen. 

Was Unternehmen dabei nicht vergessen dürfen: Die Prinzipien des Green Manufacturing beinhalten eine zeitliche Komponente: Bei aller «grün»-motivierten Modernisierung und Digitalisierung gilt es daher, den Energieverbrauch von digitalen Lösungen, den ökologischen Fussabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette und langfristige Effekte für Mensch und Umwelt zu bedenken. Das bedeutet, Nachhaltigkeit gewinnt nicht nur an Bedeutung, sondern verlangt von Unternehmen auch, immer weiter in die Zukunft zu denken. 

Benefits 

Zwar ist Digitalisierung häufig getrieben vom Wunsch nach unmittelbarer Effizienzsteigerung und Kostenreduktion. Doch im Zusammenhang mit Green Manufacturing stehen Kosten in einem viel grösseren Verhältnis – nämlich im Vergleich zu langfristigen Ressourcenein­sparungen, nachhaltigen Prozessen sowie zukunftsfähigen Produkten und Lösungen. Dafür braucht es jedoch Weitsicht und Geduld, um die Digitalisierung nachhaltig zu gestalten und nicht durch Schnellschüsse sowie spätere Kurskorrekturen unnötig Geld zu verschwenden. Ausserdem ermöglichen sorgfältig und nachhaltig digitalisierte Prozesse eine kürzere Time-to-Market bei gleichzeitiger Ressourcenschonung, was die Kosten weiter senkt. 

Zugleich sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit zunehmend ein Image-Thema für die Arbeitgebermarke, insbesondere für Branchen, die von hoher Fluktuation oder akutem Fachkräftemangel betroffen sind. Denn nachhaltige Unternehmen und Projekte ziehen Mitarbeitende an und können diese länger halten, weil das Thema gesellschaftlich relevant ist und weil die eigene Arbeit – insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmer-Generationen – mehr Sinn stiften soll. 

Aber auch in hart umkämpften Marktsegmenten und im Wettbewerbsumfeld kann Nachhaltigkeit beziehungsweise Green Manufacturing den Unterschied machen zwischen Abschluss und verpasster Verkaufschance. Denn Kunden und Liefe­ranten, die sich selbst «grüner» aufstellen wollen, legen zumeist auch Wert auf ­Geschäftspartner, die sich dem gleichen Ziel verschrieben haben.

Eine solide Basis schaffen 

Erfolgsentscheidend für Unternehmen und für das Gelingen von Green Manufacturing ist, eine solide und zukunftsfähige Basis zu schaffen. Das heisst, Unternehmen müssen damit beginnen, ihre Produktionsprozesse vor dem Hintergrund des Green Manufacturing zu überprüfen und neu zu definieren. Daraufhin offenbaren sich zumeist neue Anforderungen – an die Technologie, um etwa Produktionsdaten erfassen zu können, oder an ein digitales Geschäftsmodell, um eine Produktinno­vation überhaupt am Markt oder in Wertschöpfungsketten einbinden zu können. 

Bei Green Manufacturing geht es zudem darum, weg vom Prototyping hin zu ­ressourcenschonender, virtueller Simulation – etwa durch den Einsatz digitaler Zwillinge – zu gelangen. Doch die neuen Anforderungen klar zu definieren und sie sukzessive umzusetzen, ist keine Aufgabe, die sich von einer Stelle im Un­ternehmen aus – ob Management, Produktion oder IT – bewältigen lässt, ganz gleich, wie stark die Innovationskraft in diesem Bereich ist.

Porträt