Die Exportstimmung, die von Switzerland Global Enterprise in einer halbjährlichen Umfrage unter den international tätigen Schweizer KMU ermittelt wird, ist im letzten Halbjahr zum zweiten Mal in Folge gesunken und liegt mit 52,3 Punkten nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Während die Zahlen vor einem halben Jahr darauf hindeuteten, dass sich die Exportstimmung rund um 60 Punkte einpendeln könnte, legt der neuerliche Rückgang eher eine Abwärtstendenz nahe, die seit dem Hoch von Anfang 2022 (76,5 Punkte) andauert.
Im zurückliegenden Halbjahr wurden die vorsichtig optimistischen Prognosen von Anfang 2025 klar enttäuscht: Fast die Hälfte der KMU hatte ein Exportwachstum vorausgesagt, nur 19 Prozent rechneten mit einem Rückgang.
Tatsächlich konnten aber lediglich 28 Prozent eine Steigerung verzeichnen, 39 Prozent erlebten einen Rückgang. Jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) musste gar Exporteinbussen von über zehn Prozent hinnehmen.
Hoffen auf zweites Halbjahr
Unter diesen Vorzeichen ist es als Lichtschimmer zu werten, dass die Unternehmen für das zweite Halbjahr trotzdem eine leicht positive Entwicklung erwarten: 37 Prozent rechnen mit einem Exportwachstum, 39 Prozent mit stagnierenden Zahlen und 24 Prozent mit einem Rückgang. Dass es kaum zu grossen Veränderungen kommen wird, bestätigt der Umstand, dass 84 Prozent der KMU davon ausgehen, dass sich ihr Exportvolumen um maximal +/–10 Prozent verändern wird.
Vorsichtiger wird das Gesamtjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr bewertet, worin sich der enttäuschende Abschluss der ersten sechs Monate spiegelt: Die Firmen, die mit einer Exportsteigerung (37 Prozent) beziehungsweise einem Rückgang (34 Prozent) rechnen, halten sich nahezu die Waage. 29 Prozent erwarten keine Veränderung. «Die Schweizer KMU haben ein herausforderndes Halbjahr hinter sich, das deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb», erklärt Anja Fiedler, Leiterin Exportförderung von Switzerland Global Enterprise. «Es spricht für ihre Widerstandsfähigkeit, dass sie in der zweiten Jahreshälfte trotz des schwierigen Umfelds mit einem leichten Wachstum rechnen.»
Herausforderung US-Zollpolitik
Die Herausforderungen, die die Schweizer KMU in den nächsten Monaten erwarten, werden von der US-amerikanischen Politik dominiert. Anfang des Jahres war die Ungewissheit über die Folgen des Regierungswechsels in den USA gross. 41 Prozent der Unternehmen wagten keine Vorhersage darüber, wie sich der Wechsel auf ihr internationales Geschäft auswirken wird; 12 Prozent prognostizierten positive Folgen, 17 Prozent negative und 30 Prozent gar keine. Sechs Monate später herrscht mehr Klarheit, und das Bild, das sich abzeichnet, ist – wenig überraschend – kein positives: 58 Prozent sagen nun negative Konsequenzen für ihr internationales Geschäft voraus. Entsprechend ist es gemäss Umfrage die Zollpolitik der USA, die die Aussichten am meisten eintrübt und die Schweizer Exportwirtschaft in den nächsten Monaten am stärksten belasten wird.

