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Trend- und Zukunftsforscher gehören zu den Menschen, die scheinbar ein feines Leben führen. Sie verdienen heute Geld mit Prognosen, die morgen – vermutlich oder nur vielleicht – eintreffen werden. Gleichwohl haben die seriösen Vertreter dieser Gilde fern jeglicher Glaskugelakrobatik ihre Existenzberechtigung, weil sie die Generierung von Orientierungswissen unterstützen. Allerdings ist das Erfassen geschäftsrelevanter Trends und das systematische Auseinandersetzen mit alternativen Zukunftsentwicklungen, Marktpotenzialen und strategischen Handlungsräumen eine aufwendige Angelegenheit. Nicht jedes Unternehmen ist in der Lage, strategische Foresight-Prozesse zu implementieren, und doch müssen sie sich den Herausforderungen stellen, die absehbare Entwicklungen auslösen (werden).

 

Ein Beispiel ist der Megatrend Industrie 4.0. In der angestrebten, sogenannten Smart Factory werden Produktionsprozesse autonom angestossen und automatisch ge­steuert, idealerweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Wandel zur Industrie 4.0 wird von vielen Unternehmen bislang vor allem als technische Herausforderung begriffen. Unterschätzt werden die enormen Konsequenzen, die Vernetzung und Digitalisierung für die Arbeitswelt und damit die Anforderungen an ein Personalmanagement 4.0 haben. Wie Trendforscher voraussagen, werden die Aufgaben traditioneller Produktions- und Wissensarbeiter weiter zusammenwachsen. Der Mitarbeiter der Zukunft wird zeitlich und inhaltlich flexibler werden müssen. Es ist zu erwarten, dass die vernetzte Produktion zu einer höheren psychischen Belastung der Beschäftigten führen wird. Denn wegen der engen Verzahnung der Wertschöpfungsketten können auch kleine Fehler zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Um in der Arbeitswelt 4.0 zurechtzukommen, brauchen Führungskräfte demnach mehr und stärker ausgeprägte Soft Skills als heute.

 

Sich auf die Digitalisierung einzustellen, bedeutet, den kommenden Wandel von Arbeitsmethoden, Verfahren und Organisationen in immer kürzeren Abständen zu erkennen und bereit zu sein, Routinen aufzubrechen. Ein wichtiger Schritt ist, diesen Wandel in der Unternehmenskultur und -philosophie zu verankern. Denn es gibt Entwicklungen, die man nicht aufhalten kann. Und die beste Art, damit umzugehen, ist zu versuchen, sie zu lenken und mitzugestalten.


 

P.S.: Mehr zum Thema Personal lesen Sie in der Sommerdoppelnummer.



Michael Drosten

Chefredaktor