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Vor rund 30 Jahren verbrachte ich eine erkenntnisreiche Zeit bei meinem ersten Arbeitgeber, einem Verlag für Unternehmensliteratur. Der Verleger, selbst noch jung und sehr überzeugt von US-amerikanisch geprägter Führungsphilosophie, hielt jeden Montag ein Mitarbeiter-Meeting ab. Die damals 40 Kollegen kamen dann für 15 bis 30 Minuten zusammen, und die Abteilungsleiter informierten über aktuelle Entwicklungen und neue Produkte. Die letzten Minuten waren jeweils Tom Peters und James Waterman gewidmet. Die beiden McKinsey-Berater hatten gerade ihr neues Buch veröffentlicht: «Auf der Suche nach Spitzenleistungen – Was man von den bestgeführten US-Unternehmen lernen kann». Unser CEO las Montag für Montag einige Seiten daraus vor, sozusagen als Motivationsspritze.

 

Erst später realisierte ich, dass das Montagsritual, vor allem aber die Erkenntnisse aus dem Bestseller, von dem übrigens jeder Mitarbeiter ein persönliches Exemplar erhielt, Teile eines Veränderungsprozesses hin zu einem mitarbeiterorientierten Managementverständnis darstellten. Während bis Ende der siebziger Jahre die rationalen und kalkulierbaren Planungs- und Organisationsaufgaben des Managers im Zentrum des Interesses standen, betonten Peters und Waterman, dass die erfolgreichsten Unternehmen grossen Wert auf die «weichen» Faktoren von Kommuni­kation und Motivation, von Kreativität und bildhafter Vision legten – und damit zu Beginn der 1980er-Jahre eine Diskussion um die Unternehmenskultur entfachten. Bestgeführte Unternehmen verdanken ihren Erfolg demnach weniger ihrer Grösse oder ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung, sondern vielmehr dem «richtigen» Umgang mit Mitarbeitern und Kunden respektive einer innovativen und experimentierfreudigen Unternehmensorganisation.

 

Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor, Differenzierungsmerkmal und damit auch als strategisches Instrument zu begreifen, ist also eine Notwendigkeit. Eine Not-wendigkeit, die auch im Jahr 2015 aktuell ist. Denn Unternehmenskultur gewinnt eine immer wichtigere Bedeutung. Zunehmend werden Unternehmensprozesse, die ja auch als komplexe soziale Prozesse zu verstehen sind, ganzheitlich betrachtet, woraus reichlich Optimierungspotenzial wächst. Die Kultur im eigenen Unternehmen einmal genauer zu untersuchen, unter Umständen auch einem Wandel zu unter­ziehen, kann nur (Wettbewerbs-)Vorteile bringen.


 

P.S.: Mehr zum Thema Unternehmenskultur lesen Sie ab Seite 10.Den Zugang zu unserem Online-Archiv finden Sie auf Seite 98.



Michael Drosten

Chefredaktor