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Es ist wohl ein Zeichen unserer Zeit, dass manche Menschen die Welt gern so schnell drehen möchten, dass es anderen schwindelig wird. Tatsächlich hat das Internet rasante Entwicklungen digitaler Informations- und Kommunikationstechnik in Gang gesetzt. Nur Experten - echte und sogenannte - wissen scheinbar, wohin das führt: Demnach rollen die Digitalisierung und ihre Folgen wie eine Lawine heran. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde sich herausstellen, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern dieser digitalen Transformation gehöre, sagt Tim Cole. Der Internet-Publizist und Autor von Büchern wie «Unternehmen 2020: Das Internet war erst der Anfang» und «Digitale Transformation» ist damit eine Hauptstimme im Kanon der warnenden Töne.


Solcherlei Spekulationen betonieren den Eindruck, Unternehmen würden sofort vom Markt verschwinden, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit vollständig auf digital umschalteten. Die Folge ist ein wenig zielführender, weil überzogener Handlungsdruck, der schnell klassische Geschäftsmodelle infrage stellt. Es wäre jedoch fatal, wegen des propagierten Digitalisierungstrends die bisherigen bewährten marktstrategischen und betriebswirtschaftlichen Regeln ausser Kraft zu setzen. Nicht alles, was technologisch möglich ist, ist einfach mal eben umsetzbar. Auch sind echte Lösungen für komplexe Schnittstellenproblematiken noch nicht wirklich vorhanden. Ganz zu schweigen vom bereits heute unbefriedigten Anspruch auf Datensicherheit.


Wie also sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit begrenzten Human Resources und Investitionsmitteln auf den angekündigten Megatrend reagieren? Bei der digitalen Transformation geht es zunächst darum, den Markt und die Trends zu verstehen, Kundenprobleme zu erkennen und die vorhandene sowie neue Technologie optimal einzusetzen, um Probleme zu lösen und Sparpotenziale zu nutzen. Im Hinblick auf ihren aktuell zumeist noch niedrigen digitalen Reifegrad kann für KMU auch der Weg das Ziel sein. So können im Rahmen einer digitalen Gesamtstrategie während des Prozesses schon mit einzelnen Initiativen Effizienzgewinne erzielt und neue Ertragsfelder erschlossen werden. Der Blick auf mögliche Zukunftsszenarien muss also die Perspektive auf die Gegenwart nicht vernebeln.


P.S.: Mehr zum Thema «Digitale Transformation» lesen Sie in der Mai-Ausgabe. (Erscheinungstag: 28. April 2016)



Michael Drosten

Chefredaktor