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Machen wir uns doch nichts vor. Die sogenannten sozialen Medien sind ebenso wenig sozial wie die Schweiz EU-Mitglied ist. Die deutsche Über­setzung von Social Media liefert gleich zwei Fehler. Medien sind Informations- und Werbeträger, Botschafter von Meinungen, also nicht mehr als ein, zugegebenermassen wichtiges, Transportmittel. Das Adjektiv «sozial» bezeichnet zudem aktuell am ehesten eine Gemeinnützigkeit. Diese einem Medium wie etwa Facebook zuzuschreiben, wäre geradezu absurd. Dieser Art Fehlgriffe gibt es viele im deutschen Sprachgebrauch. Fragen Sie einen Amerikaner nach einem «Beamer», denkt er an die Sci-Fi-Serie «Star Trek», denn bei ihm heisst das Gerät «Projector». «Public Viewing» steht bei uns für eine öffentliche Liveübertragung, bedeutet für einen Amerikaner aber die Aufbahrung eines Leichnams in einem Sarg. Bleiben wir also lieber beim Begriff Social Media. Eine sinngemässe Übersetzung wie «Gesellschaftliche Medien» würde sich ohnehin nicht durchsetzen. Zu wenig sexy.

 

Wenig durchgesetzt haben sich bislang auch die Medien selbst, zumindest im Businessbereich und dort vor allem bei KMU. Angepriesen als praktisch kostenfreies, zielgruppenadäquates Marketinginstrument zahlt sich einer Studie zufolge der Einsatz von Social Media bisher nur für Grossunternehmen aus. Ob und in welcher Form Social Media für das eigene Unternehmen geeignet sind, ist zwar kritisch zu prüfen. Gerade Unternehmen, die bereits auf die traditionelle «Word-of-Mouth»-Kommunikation, also die Kommunikation zwischen den Kunden respektive Empfehlungsmarketing setzen, kommen jedoch um Social Media nicht herum. Denn die rasante Entwicklung von Plattformen wie Facebook, Youtube, Twitter oder auch Blogs und Online-Foren beschleunigen die virusartige Verbreitung von Inhalten. Diese sogenannten viralen Effekte, das gezielte Auslösen von Mundpropaganda, gelten als Geheimwaffe, wenn es darum geht, einer Marke im Internet zu Image und Kunden zu verhelfen.

 

Gerade zu Zeiten, in denen Kaufentscheide zunehmend durch Bewertungen und Empfehlungen im Internet getroffen werden, ist dieser Virus ein gern gesehener Gast und dessen Verbreitung ausdrücklich erwünscht. Voraussetzung ist, die für den Umgang mit Social Media geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen. Bevor diese, aus welchen Gründen auch immer, jedoch nur halbherzig gesetzt werden, empfiehlt sich, das Projekt vorerst gänzlich auf Eis zu legen.

 

Mehr dazu in der April-Ausgabe.



Michael Drosten

Chefredaktor