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Nachhaltiges Vertrauen ist das stärkste Bindemittel menschlicher Inter­aktion. Das gilt für Liebesbeziehungen ebenso wie für ökonomische Wechselverhältnisse zwischen Käufer und Verkäufer. So ist Markenbildung vor allem auch ein Prozess des Vertrauensaufbaus. Erfolgreiche Marken sind entsprechend aufgeladen, sie vermitteln Zuverlässigkeit und stiften Identität. Bestenfalls erar­beiten sie sich sogar einen Vertrauensvorschuss. Die Marke VW ist ein gutes Beispiel dafür, wie notwendig ein solcher Kredit sein kann, denn mit seinen Manipu­la­tionen von Abgaswerten hat der deutsche Konzern bewusst getäuscht und einen Verlust des Marken- und Börsenwerts geschäftsschädigend herbeigeführt.


Fehltritte aus Dummheit sind verzeihlicher als die mit Arglist begangenen, heisst es. Umso erstaunlicher scheint es, dass VW beim Konsumenten in der Schweiz ver­hält­nismässig wenig an Reputation eingebüsst hat. Gemäss der «Most Trusted Brands»-Umfrage von «Reader’s Digest» ist VW für Schweizer Konsumenten so­gar die vertrauenswürdigste Marke in der Kategorie Automobile. Verkaufszahlen stützen dieses Ergebnis. Wie die Statistik der Importeurs-Vereinigung «Auto-Schweiz» zeigt, belegten im ersten Halbjahr 2016 (Januar bis Mai) Skoda, mit dem Octavia auf Platz eins, und VW, mit den Modellen Golf, Polo, Passat und Touran, die Top Five im Ranking der Neu­zulassungen. Natürlich sind diese Ergebnisse auch mit den einer starken und tra­ditionsreichen Marke zugesprochenen Attributen zu erklären. Gleichzeitig sind sie ein Lehrstück für die Wettbewerber wie auch für das skandalgeschüttelte Unternehmen selbst, langfristig in Markenvertrauen zu investieren.


Einen grossen Vertrauensvorsprung hat sich offenbar auch der Bundesrat erarbeitet. Nicht viel anders lassen sich die Abstimmungsergebnisse vom 5. Juni interpretieren. Das Volk ist den Empfehlungen aus Bern nachgekommen. So ist auch die «Milch­kuh»-Initiative für eine «faire Verkehrsfinanzierung» deutlich abgeschmettert worden. Natürlich hatte die Initiative ihre Schwächen, doch zu überheblich sollte der Jubel der Gegner nicht ausfallen. Denn den Investitionsbedarf in Strassenbau und Infrastruktur gerade auch im Hinblick auf zukunftsorientierte Mobilität können sie sich nicht einfach wegwünschen. Bleibt zu hoffen, dass hier die Wirtschaftspolitik das in sie gesetzte Vertrauen nicht verspielt.


P.S.: Mehr zum Thema «mobile Trends» lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe. (Erscheinungstag: 23. Juni 2016)



Michael Sommer

Chefredaktor