Strategie & Management

Human Relations

Relevante Entwicklungen im Personalwesen

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren. Zwischen Digitalisierung, Inflation und andauernden weltweiten Krisen stehen Unternehmen weiterhin vor ereignisreichen Zeiten. Mehr denn je ist Agilität gefragt.
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Worauf müssen sich Personalverantwortliche einstellen, welche Entwicklungen sind im laufenden Jahr zu berücksichtigen? Der Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Trends.


Neue Arbeitsmodelle 

Der Fachkräftemangel wird sich fortsetzen, sodass sich die Unternehmen mehr denn je als attraktive Arbeitgeber positionieren müssen. Hybrides Arbeiten verliert dabei auch in diesem Jahr nicht an Bedeutung, wird aber um den Wunsch der Arbeitnehmer nach massgeschneiderten Arbeitslösungen erweitert. Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden oftmals schon jetzt eine grosse Flexibilität, was die Wahl des Arbeitsortes betrifft. 

Gleichzeitig verschwimmen dank des zunehmend dynamischeren Personalmanagements die Grenzen zwischen den verschiedenen Abteilungen immer mehr und Unternehmen prüfen, wie sich Angestellte mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen bestmöglich ergänzen können. Interne Plattformen gewinnen an Beliebtheit und gewährleisten eine optimale ­Abstimmung zwischen den verfügbaren Talenten im Unternehmen (fest angestellt oder als Zeitarbeiter) und der Art der zu besetzenden Stelle. So können Angebot und Nachfrage besser aufeinander ab­gestimmt und die persönlichen Stärken der Arbeitnehmer gefördert werden. 

Zugleich sind sich die Mitarbeitenden ­bewusster darüber, was ihnen wichtig ist, und wollen bei Entscheidungen miteinbezogen werden. Sie erwarten ein offenes Ohr sowie ein Mitspracherecht und fordern flexible Regelungen zu Arbeits­inhalten, -verträgen, -zeiten, -orten sowie die Wahl zwischen Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung. 


Digitalisierung 

Um dieser Nachfrage nach zusätzlicher Flexibilität gerecht zu werden, bieten HR-Analytics Personalabteilungen wertvolle Insights. Sie erhalten damit datengestützte Erkenntnisse über die Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeitenden. Durch eine proaktive Erfassung erweitern Unternehmen nicht nur deren Einsatzmöglichkeiten, sondern unterstützen ihre Angestellten auch bei ihrem Entwicklungspotenzial und der Karriereplanung. Auf diese Weise stärken sie zudem die Motivation und die Bindung an ihren Arbeitgeber, was entscheidend ist, um im «War for Talents» langfristig zu überzeugen.

Smarte HR-Tools unterstützen zudem dabei, die verschiedenen Aspekte des fle­xiblen Arbeitens managen zu können. ­Dadurch lassen sich nicht nur Prozesse vereinfachen, auch der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird gewährleistet. Denn obwohl der Ausbruch der Covid-19-Pandemie vor fast drei Jahren die Digitalisierung hierzulande immens beschleunigt hat, ist die digitale Reife in vielen Unternehmen noch immer auf einem insgesamt eher niedrigen Niveau. 

Das schliesst auch Personalabteilungen ein, obwohl schon heute ausgereifte Tools und Lösungen auf dem Markt sind. Und während Unternehmen in China und in den Vereinigten Staaten bereits vermehrt auf solche Möglichkeiten setzen, ist dies hier noch lange nicht der Standard. Gerade dort, wo Aufholbedarf herrscht, bietet der Übergang zu End-to-end-Lösungen innerhalb eines integrierten digitalen Systems grosse Vorteile, da mittelfristig Kosteneinsparungen zu erwarten sind. 

Es zeigt sich also, dass die Digitalisierung längst nicht mehr nur die IT-Verantwortlichen in einem Unternehmen betrifft, die Personalabteilungen müssen ebenfalls mit im Boot sein, damit intelligente Tools und Lösungen zielbringend eingesetzt werden können.     


Automatisierung 

Laut einer aktuellen Studie des Internetdienstanbieters Ionos scheuen kleine und mittelständische Unternehmen oftmals  den Zeit- und Kostenaufwand von Digi­talisierungsprojekten. Gerade angesichts der aktuellen Energiepreise und der In­flation bleibt die wirtschaftliche Situation für Unternehmen eine Herausforderung. Durch die angespannte Arbeitsmarktsituation ist es für Arbeitgeber zudem schwieriger denn je, Fachkräfte zu gewinnen. Umso wichtiger wird die Entscheidung, in welche Tools sie investieren können, um ihre Mitarbeiter auf intelligente und in­tegrierte Weise zu unterstützen. 

So wird beispielsweise das Outsourcing von Lohn- und Gehaltsabrechnungen 2023 mehr Möglichkeiten bieten. Eine gute Lösung ist in diesem Fall All-in-one-Software, die sich innerhalb kürzester Zeit ausrollen lässt und es Unternehmen erlaubt, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, da Routineaufgaben per So­ft­ware erledigt werden. Personalverantwortliche haben dadurch Gelegenheit, sich auf den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitenden zu fokussieren.    


Das Wohl der Mitarbeitenden 

Well-being-Programme beinhalten längst mehr als eine vergünstigte Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Heutzutage fokussieren sie neben der physischen auch die geistige Gesundheit sowie das finanzielle Wohlergehen, da diese einen grossen ­Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter haben. Neben einer verbesserten Produktivität führen diese Massnahmen zudem zu mehr Wertschätzung der Mitarbeitenden und so schlussendlich zu loyaleren Angestellten. 

Angesichts steigender Preise rückte in den letzten Monaten vor allem das finanzielle Wohlergehen der Belegschaft weiter in den Vordergrund. Unternehmen ­integrieren häufiger intelligente Vergütungen in ihre Lohnpolitik, mit flexiblen Gehaltsperioden, alternativen Gehaltsformen oder einem individuellen Verdienst, bei dem die Angestellten die Zusammensetzung ihres Gehaltspakets teilweise selbst mitbestimmen können. Zu einem holistischen Ansatz, das Wohl­be­finden am Arbeitsplatz zu stärken, gehört darüber hinaus beispielsweise, Program­me zum Stress- und Resilienzmanagement anzubieten, flexible Arbeitszeitgestaltungen zuzulassen und Führungskräfte entsprechend zu schulen.

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