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KMU-Magazin Blog

Vielfalt statt Einfalt

Michael Sommer

13.03.17
Die digitale Transformation befördert den War for Talents auf eine neue Evolutionsstufe.

Der Faktor Mensch als betriebswirtschaftliche Grösse hebt ab zu einem neuen Höhenflug. Die Schubkraft dazu leistet die digitale Transformation. Das mag zunächst auf eine Ambivalenz hinweisen, denn die sogenannte vierte industrielle Revolution ist doch eher mit dem millionenfachen Abbau von Arbeitsplätzen in Verbindung zu bringen. Der vermeintliche Zwiespalt jedoch ist leicht aufzulösen. Der massive Abbau geschieht vor allem dort, wo der Mensch leicht etwa durch Robotik zu ersetzen ist. Auf kreativen Gebieten wie der Entwicklung von Innovationen ist das (vorerst) nicht möglich. Dafür werden Fachkräfte benötigt, und die sind heute schon rar.

Mit der digitalen Transformation tritt also auch der «War for talents» auf eine neue Evolutionsstufe. Für Unternehmenslenker bedeutet das, mit einem bisher nicht gekannten Handlungs- und Wandlungsdruck umgehen zu müssen. Denn mit der notwendigen Umgestaltung von Unternehmensstrategien resultieren in Teilen auch neue Verhältnisse zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften. Und weil digitale Methoden auf analoge Konzepte anzuwenden auch im Human Resources Management vermutlich nicht funktionieren wird, bedarf es einer für Richtungswechsel offenen Denkweise sowie neuer Methoden.

Eine Stellschraube wäre beispielsweise bei der Zusammensetzung von Teams anzusetzen. So soll «Diversity Management», das Management der Vielfalt, nachweislich den Innovations- und Wachstumsgrad erhöhen. Die Erklärung: Sozial vielfältige Gruppen, unterschieden nach Kultur, Alter, Geschlecht etc., bringen durch ihre diversen Blickwinkel eine grössere Kreativität ein als homogene. Vielfalt ist auch das Thema der Methode des «Design Thinking», einer systematischen Herangehensweise an komplexe Problemstellungen. Kurz gefasst, geht es um Innovationsarbeit in multidisziplinären Teams, Denkprozesse anders zu gestalten und so neue Produkte zu entwickeln.

Noch sind es vornehmlich grössere Unternehmen, die hiermit arbeiten. Doch auch für KMU lohnt es, sich mit Methoden zu beschäftigen, die vermeintlich jenseits des Tellerrandes liegen. Manchmal eröffnen sie Horizonte und können auch auf kleinere Einheiten adaptiert werden, ohne gleich gewachsene Strukturen in Frage zu stellen.