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KMU-Magazin Blog

Mehr Zeit für Wissen

Michael Sommer

14.08.19
Der Umgang mit Wissen ist so alt wie die Menschen selbst. Wissen und die Weitergabe von Wissen sind sowohl Überlebenselixier als auch Grundlage jeglicher Innovationen. Mündliche Überlieferungen, das geschriebene und schliesslich das gedruckte Wort als Vorläufer der Informations- und Kommunikationstechnologien etwa sind Teile eines andauernden Wissensvermittlungsprozesses.

Während Informationen immer günstiger und zahlreicher bis hin zum Overload zur Verfügung stehen, steigt Wissen mit seiner Nutzung und Erfahrung im Wert, da es vielfach verwendet, kombiniert und dabei weiterentwickelt wird. Folgerichtig hat sich die Disziplin Wissensmanagement etabliert, und die Frage nach dem Management des Wissenskapitals ist in den Mittelpunkt unternehmensstrategischer Über­legungen gerückt. Der Ökonom und Pionierdenker der modernen Managementlehre Peter F. Drucker führte bereits in den 1960er-Jahren seine Wortschöpfung vom «knowledge worker» in den Sprachgebrauch ein. Jedoch erst seit Mitte der 1990er-Jahre wird Wissen als strategische Ressource begriffen. Und zu­neh-mend stellt sich das Verständnis eines ganzheitlichen Wissensmanagements in den Vordergrund, das den Menschen als Wissensträger mit den Effizienzpotenzialen der Technik sinnvoll verbindet.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für die Praxis ist, dass Interdisziplinarität als Grundlage des Wissensmanagements zu betrachten ist. Denn für den Unterneh­menserfolg ist nicht das individuelle Wissen, sondern das organisationale Wissen entscheidend. Das Unternehmenswissen ist also mehr als die Summe des Einzel­wissens. Denn wenn die Mitarbeiter ihr Wissen zusammenbringen und vernetzen, kann völlig neues Wissen entstehen. Die daraus wachsende Zugkraft wirkt nach innen, indem die Mitarbeiter als Wissensträger Probleme erkennen und Lösungen entwickeln können. Und sie wirkt nach aussen als Differenzierungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil. Wissen als strategische Ressource, als produktive Kraft oder auch intellektuelles Kapital zu verstehen, ist eine Selbstverständlichkeit. Die Konsequenz daraus ist, die Entwicklung dieses strategischen Faktors nicht dem Zufall zu über­lassen. Vielmehr ist der Umgang mit Wissen im Sinne eines ganzheitlichen, ziel­gerichteten Wissensmanagements als Investition mit Anspruch auf Zeit für Ent­wicklung zu betrachten.