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KMU-Magazin Blog

Für morgen sorgen

Michael Sommer

03.01.18
Es liegt in der Natur des Menschen, die Komplexität des Lebens reduzieren zu wollen. Die Vereinfachung muss nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen, jedoch einprägsam und möglichst bildhaft sein...

... Beliebt ist die Vereinfachung durch Stereotype oder Typologien. Mithilfe von Typologien, so das allgemeine Verständnis, soll eine Vielzahl von realen Erscheinungen geordnet und damit überschaubar gemacht werden. Dienlich ist das vor allem auf den Betätigungsfeldern der Soziologen und Marketeers, etwa zur Zielgruppenkategorisierung.

Mal mehr, mal weniger wissenschaftlich begleitet stehen vor allem die zwischen den Jahren 1980 und 2000 Geborenen im Blickpunkt. Das aus gutem Grund.

Die Generation Y oder Millennials sind die ersten Digital Natives, sie strömen in den Arbeitnehmer- wie auch Arbeitgebermarkt und sind den Protagonisten der Old Economy im Prozess der digitalen Transformation überlegen. Studien beschreiben diese Generation sehr widersprüchlich. Die einen sehen sie als motivierte und technikaffine Generation, die eigenverantwortlich handeln, mobil und flexibel arbeiten will und Wert legt auf Sinnhaftigkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit bei der Arbeit. Andere bezeichnen die Millennials als «Me Generation», als narzisstische Egotaktiker, überzeugt von ihrer eigenen Grossartigkeit.

Das Abgleiten zu Stereotypen verleitet je nach Sichtweise zum Lamentieren oder Glorifizieren; beides wird der Realität nicht gerecht. Eine Umfrage unter deutschen Studenten deckt ein Paradoxon oder zumindest ein hybrides Verhalten auf und entlarvt somit den Hype um die Y-Generation. Denn ihr Wunsch nach Selbstverwirklichung und Individualität passt so gar nicht mit der Aussage zusammen, dass jeder zweite Student Beamter werden möchte. Wie allgemein gilt auch hier, dass die Ansprüche an das Leben immer auch und vor allem mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit verbunden sind.

Das Thema Vorsorge hat also generationenübergreifend eine hohe, sogar wachsende Relevanz. Die Altersvorsorge ist zweifellos ein Zukunftsmarkt. Berater, Versicherungen und Softwarehäuser rüsten auf und stellen Pension-Solutions-Teams. Damit sollten sich auch Unternehmer beschäftigen. Zu ihrem Vorteil können sie nicht zuletzt ihr «Employer Branding» mit betrieblichen Vorsorgelösungen stärken. Nicht nur die Millennials werden das honorieren.