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Strategie & Management
Die Nachfolgeplanung (Teil 3 von 3)

Steuerrechtliche Aspekte bei der Nachfolgeplanung

Anton Brönnimann (Autor), Heinz Reinhard (Autor)

01.03.10 - 08:15

Steuerrechtliche Aspekte sind bei Nachfolgeplanungen ein Dauerbrenner. Insbesondere wirtschaftliche Doppel- und Mehrfachbelastungen haben in der Vergangenheit die Gemüter der Unternehmer erregt und dazu geführt, dass Ausschüttungen nur in geringem Mass vorgenommen wurden. Die nachfolgefeindliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Zusammenhang mit der indirekten Teilliquidation und der Transponierung hat im vergangenen Jahrzehnt für weiteren Ärger gesorgt und zu einem Hinauszögern dringend anstehender Nachfolgeplanungen geführt.

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Holdingstrukturen

Die frühzeitige Schaffung von Holdingstrukturen kann sich auf die Nachfolgeplanung positiv auswirken. Gewinne können in die Holding abfliessen; Liegenschaften können auf Stufe Holding oder in eine Schwestergesellschaft ausgegliedert werden. Die Betriebsgesellschaft wird so leicht gehalten. Eine Unternehmensnachfolge kann losgelöst von nicht betriebsnotwendigen Mitteln realisiert werden. Die Holding verbleibt beim Übergeber und dient als vermeintlicher «Geldschrank». Mithilfe einer Akquisitionsholding, die zwischen die natürliche Person und dem gekauften Unternehmen eingeschoben wird, kann die Steuerlast markant reduziert werden. Solche Gesellschaften profitieren auf Stufe Bund vom Beteiligungsabzug und auf kantonaler Ebene vom Holdingprivileg; deren Beteiligungserträge sind von den Steuern befreit. Somit können die zukünftigen Dividendenzahlungen an die Akquisitionsholding fast zu hundert Prozent zur Schuldentilgung verwendet werden. Zum Vergleich: Ohne zwischengeschaltete Holding müssen die Dividendenerträge von der Einzelperson versteuert werden. Gerade bei Konstellationen mit hoher Fremdfinanzierung birgt die Holdinglösung ungeahnte Vorteile und kann zur steuerlichen Nulllösung führen. Trotz der aufgezeigten Vorzüge wird die Holdinglösung heute nur von einer Minderheit aktiv genutzt.

Erbschafts-/Schenkungssteuern

Eine schenkungsweise oder mittels Erbvorbezug vorgenommene Übertragung löst beim Schenker keine Steuerfolgen aus. Aus Sicht des Beschenkten bzw. Erben sind bezüglich der Erbschafts- und Schenkungssteuer die kantonalen Unterschiede zu beachten. Übertragungen an nicht direkte Nachkommen können Steuerfolgen bis 40 Prozent des Unternehmenswerts nach sich ziehen.

Da Steuern sofort bezahlt werden müssen, kann sich daraus erheblicher Liquiditäts- und damit Finanzierungsbedarf ergeben.

Fazit

Nachfolgeplanungen sind aus steuerrechtlicher Sicht anspruchsvoll. Standardlösungen taugen nicht für eine steueroptimierte Regelung. Eine auf den Einzelfall abgestimmte Gesamtlösung ist angezeigt, diese besteht in der Regel aus einer Kombination von Massnahmen, die wenn immer möglich frühzeitig eingeleitet werden sollten. Die goldene Grundregel besagt, dass für die Nachfolgeplanung sowie für die notwendigen Umstrukturierungen mindestens fünf Jahre zur Verfügung stehen sollten. Frühzeitiges Handeln erhöht den Handlungsspielraum; wer zu spät kommt, den bestraft in aller Regel der Fiskus.

Porträt

Anton Brönnimann (Autor)

Rechtsanwalt, Partner

Anton Brönnimann, Rechtsanwalt, ist Partner und Geschäftsführer der Advisca GmbH und Inhaber der Advokatur Brönnimann & Partner in Bern. Er ist spezialisiert in den Bereichen Nachfolgeplanung, Vertrags-, Gesellschafts- und Steuerrecht. Bei Advisca sind die Dienstleistungsbereiche Personalvermittlung, Nachfolgeplanung und Business Development unter einem Dach vereint. Dank breiter Fachkompetenz und interdisziplinärer Vernetzung kann Advisca Nachfolgeprojekte von A bis Z betreuen und abwickeln. Die Nachfolgeplanung wird dabei als Projekt verstanden; entsprechend stehen eine prozessorientierte Abwicklung sowie ganzheitliche Lösungsansätze im Zentrum des Wirkens.

Heinz Reinhard (Autor)

Ing. HTL/NDS, MBA & Executive MBA, Partner

Heinz Reinhard, Ing. HTL/NDS, MBA & Executive MBA, ist Partner und Geschäftsführer der Advisca GmbH und Inhaber Reinhard & Partner. Er ist spezialisiert in den Bereichen Nachfolgeplanung, Executive Search, Firmenbewertung, Strategie und Business Development. Bei Advisca sind die Dienstleistungsbereiche Personalvermittlung, Nachfolgeplanung und Business Development unter einem Dach vereint. Dank breiter Fachkompetenz und interdisziplinärer Vernetzung kann Advisca Nachfolgeprojekte von A bis Z betreuen und abwickeln. Die Nachfolgeplanung wird dabei als Projekt verstanden; entsprechend stehen eine prozessorientierte Abwicklung sowie ganzheitliche Lösungsansätze im Zentrum des Wirkens.

Serie

Die Teile der Serie «Die Nachfolgeplanung (von Anton Brönnimann und Heinz Reinhard)» erscheinen wie folgt: