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Strategie & Management
Business Excellence

Excellence ist keine Kosmetik, sondern eine Frage des Überlebens

Werner von Allmen (Autor)

01.01.11 - 14:45

Die Anforderungen an das Management sind in den vergangenen Jahren markant gestiegen und der globale Wettbewerb bringt härtere Spielregeln in den Markt. Führungskräfte, die in der operativen Hektik versinken und keine Zeit finden, ihr Unternehmen auf die Zukunft auszurichten, werden zum Risikofaktor für die eigene Organisation. Ganzheitliche Führungsmodelle, wie das der EFQM, dienen als Orientierungshilfe auf dem Weg zum Erfolg.

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Die Implementierung in Phasen

Das Vorgehen bei der «Einführung» von Excellence kann grundsätzlich in vier Phasen gegliedert werden, die sich je nach Aufgabenstellung unterschiedlich überschneiden (siehe Grafik am Kopf dieser Seite).

Der erste Schritt, die Ausbildung und Sensibilisierung, ist bei der Implementierung ein Schlüsselfaktor. Dabei geht es darum, die verantwortlichen Führungskräfte und Schlüsselpersonen stufengerecht mit der Philosophie, dem Modell und den Vorgehen und Instrumenten vertraut zu machen. Um Fremdkosten zu sparen und die Managementkapazität zu schonen, empfiehlt es sich, das notwendige Know-how in einer Kombination von externer und interner Ausbildung sowie Training on the Job schrittweise aufzubauen. Es macht Sinn – das ist der zweite Schritt –, möglichst früh eine strukturierte Standortbestimmung bezüglich der Stärken und Potenziale zu erarbeiten. Je nach Reifegrad der Organisation und Absicht der Führung kann dies in Form einer Grob­analyse, eines moderierten Self-Assessments oder eines umfassenden EFQM-Assessments geschehen. Aus dem Ergebnis wird in Abstimmung mit den strategischen Stossrichtungen ersichtlich, welche Handlungsfelder und Aktivitäten das beste Aufwand-Ertrags-Verhältnis (ROI) zur Verbesserung der Wettbewerbsstärke liefern.

Der dritte Schritt ist die Erarbeitung der Excellence-Aktivitätenplanung. Sie dient als Grundlage und Guideline für die Umsetzung und Implementierung der definierten Massnahmen. Im Zentrum stehen hier erfahrungsgemäss die systematische Umsetzung der Strategie über den Zielprozess auf allen Hierarchiestufen sowie die Überwachung der Fortschritte mittels Früh- und Spätindikatoren. Die Institutionalisierung der Optimierungsprozesse leitet die vierte und letzte Phase auf dem Weg zu Excellence ein. Das Ziel besteht darin, die Kultur der Excellence mit dem Tagesgeschäft zu verankern. Excellence wird zum Tagesgeschäft und zum festen Bestandteil des Denkens und Handels und damit zur integrierten Unternehmensphilosophie.

Ausser man tut es

Die Aktivitäten bei der Implementierung einer Philosophie der Excellence haben nicht in erster Linie systemischen oder organisatorischen Charakter. Es geht um Change, um einen Paradigmenwechsel auf allen Hierarchiestufen der Organisation, der sämtliche Mitarbeitende erfasst. Strebt eine Organisation nachhaltigen Erfolg an, der sich messbar in überdurchschnittliche Ergebnisse niederschlägt, ist ein Initiierungsaufwand in Form von Ausbildung, Kulturprogrammen und Sensibilisierungs-Workshops nicht zu vermeiden. Der Break-even wird unter Berücksichtigung sämtlicher Fremd- und Selbstkosten und der Voraussetzung, dass systematisch und konsequent vorgegangen wird, in ein bis zwei Jahren erreicht.

Unternehmensentwicklung nach dem Excellence-Modell ist keine Garantie für Erfolg, aber die einzige heute verbreitete Methode, die nachweisbar zur Verbesserung der Wettbewerbsstärke führt. EFQM ist kein Rezept, sondern ein Versuch der Annäherung an die perfekte Unternehmensführung. Das Zitat von Lily Tomlin sagt in diesem Zusammenhang treffend: «The road to success is always under construction.»

Porträt

Werner von Allmen (Autor)

Geschäftsleiter

Werner von Allmen ist Gründer und Geschäftsleiter des Swiss Excellence Forum sowie Autor verschiedener Bücher und Artikel im Bereich Excellence. Auf der Kombination der Themenschwerpunkte Business Excellence, Personal Excellence und Business Ethics ist die Organisation ein Netzwerk und Think Tank. Das Swiss Excellence Forum spricht Persönlichkeiten an, die auf der Basis ihrer Werte Vorbild sind, Verantwortung übernehmen und einen aktiven Beitrag an die Gesellschaft als Ganzes leisten.