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Recht
Zivil- und Steuerrecht (Teil 1 von 2)

Nachfolgeplanung frühzeitig absichern

Michael Fischer (Autor), Samuel Ramp (Autor)

01.10.14 - 09:00

Bei Unternehmen steht im Durchschnitt alle 25 Jahre ein Generationenwechsel an. Eine konkrete Nachfolgesituation ergibt sich also alle fünf Jahre bei rund 20 Prozent der Unternehmen. Welche rechtlichen Aspekte dabei greifen und wie sich Unternehmer im Rahmen der Vorsorge absichern können, zeigt dieser zweiteilige Beitrag.

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Die Übertragung einer Liegenschaft vom Privat- in das Geschäftsvermögen einer Personengesellschaft (Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft) hat zur Folge, dass die anderen Gesellschafter im Umfang ihrer Quote (auch Fremdquote genannt) auch (Mit-)Eigentümer an der Liegenschaft werden. Im Umfang dieser Fremdquote erfolgt somit eine Veräusserung der Liegenschaft vom Unternehmer an seine Mitgesellschafter. Während in Kantonen mit dem monistischen System lediglich eine Besteuerung im Umfang der Fremdquote bei der Grundstückgewinnsteuer erfolgt, wird in Kantonen mit dem dualistischen System unabhängig der Fremdquote die Übertragung vollumfänglich mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst. Wird eine Liegenschaft vom Privatvermögen auf eine AG oder GmbH übertragen, löst dies sowohl im monistischen als auch im dualistischen System stets die Grundstückgewinnsteuer aus.

Übertragung einer Liegenschaft vom Geschäfts- ins Privatvermögen

Im Rahmen von Nachfolgeplanungen kann es auch notwendig werden, Liegenschaften, welche bisher durch das Unternehmen gehalten worden sind, in das Privatvermögen des Unternehmers zu übertragen. Die Übertragung von Grundstücken aus dem Geschäfts- ins Privat-vermögen löst grundsätzlich stets eine Besteuerung aus.

Bei Personenunternehmungen kann die Steuerlast bei einer solchen Übertragung jedoch, seit der Unternehmenssteuerreform II, welche im Jahr 2008 in Kraft getreten ist, gemildert werden. Der Unternehmer kann nämlich verlangen, dass einzig die wiedereingebrachten Abschreibungen mit der Einkommenssteuer erfasst werden. Der Wertzuwachsgewinn wird dagegen sowohl in den Kantonen mit dem dualistischen System als auch in solchen mit dem monistischen System aufgeschoben. Das heisst, dass erst besteuert wird, wenn die Liegenschaft verkauft wird. Ein solcher Steueraufschub will jedoch gut überlegt und geplant sein. Bei einer AG oder GmbH ist hin­gegen kein Steueraufschub bei einer Übertragung einer Liegenschaft in das Privatvermögen möglich.

Handänderungssteuer

Bei der Übertragung von Liegenschaften erheben die meisten Kantone überdies eine Handänderungssteuer auf dem Veräusserungspreis (Transaktionssteuer). Je nach Kanton beträgt die Steuerbe­lastung zwischen 0 Prozent (in den Kantonen Zürich und Schwyz) und 3,3 Prozent (im Kanton Waadt).

Steuerpflichtig ist in der Regel der Käufer. Aber auch hier sind die Unterschiede von Kanton zu Kanton sehr gross. Es kann auch sein, dass der veräussernde Unternehmer für die Bezahlung der Handän­derungssteuer mithaftet. Dies ist bei der Gestaltung des Übertragungsvertrages zu berücksichtigen. Der Verkauf einer Be­teiligung an einer Immobiliengesellschaft wird in vielen Kantonen dem Verkauf einer Liegenschaft gleichgestellt (sogenannte «wirtschaftliche Handän­derung») und entsprechend besteuert.

Porträt

Michael Fischer (Autor)

Rechtsanwalt

Michael Fischer ist Rechtsanwalt, dipl. Steuerexperte, LL.M. und Partner der Anwaltskanzlei Froriep, Zürich.

Samuel Ramp (Autor)

Rechtsanwalt, diplomierter Steuerexperte, Senior Associate bei Froriep Zürich

Froriep, im Jahr 1966 gegründet, ist eine der führenden Anwaltskanzleien in der Schweiz mit rund 90 Anwälten und Büros in Zürich, Genf, Lausanne und Zug sowie ausländischen Niederlassungen in London und Madrid.

Serie

Die Teile der Serie «Zivil- und Steuerrecht (von Michael Fischer und Samuel Ramp)» erscheinen wie folgt: