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Recht
Fahrunfähigkeit

Im Zweifelsfall nicht fahren

Regula Heinzelmann (Autor)

01.11.09 - 08:30

Nach Art. 31 des Strassenverkehrsgesetzes muss der Fahrer das Fahrzeug ständig beherrschen. Gerade wer aus beruflichen Gründen auf das Auto angewiesen ist, sollte nur dann fahren, wenn er fit genug dazu ist. Ist man wegen Krankheit oder Medikamenteneinnahme fahrunfähig, sollte man das dem Arbeitgeber sofort melden.

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Melde- und Haftpflicht

Dass die Angestellten der Geschäftsleitung oder ihrem Vorgesetzten die Fahrunfähigkeit melden müssen, lässt sich aus OR Art. 321 a ableiten. Die Angestellten müssen die berechtigten Interessen des Arbeitgebers in guten Treuen wahren. Weiter haben sie die ihnen übertragene Arbeit sorgfältig auszuführen und Arbeitsgeräte, natürlich auch Fahrzeuge, sachgemäss zu bedienen und sorgfältig zu behandeln. Nach ArGV 3 Art. 10 müssen Angestellte die Weisungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge befolgen und die allgemein anerkannten Regeln berücksichtigen. Nach OR Art. 321e sind Angestellte für den Schaden verantwortlich, den sie dem Arbeitgeber absichtlich oder fahrlässig zufügen. Bei Autounfällen gehören zum Schaden der Selbstbehalt bei der Haftpflicht, der Schaden am eigenen Fahrzeug sowie ein allfälliger Bonusverlust.

Das Autofahren gilt als schadensgeneigte Tätigkeit, weshalb allgemein ein Arbeitnehmer, den bei einem Unfall mit einem Geschäftswagen nur ein leichtes Verschulden trifft, keinen Schadenersatz bezahlen muss. Fahren trotz Fahrunfähigkeit kann aber je nach Fall als mittleres bis schweres Verschulden beurteilt werden. Dann hat der fehlbare Angestellte entsprechend Schadenersatz zu leisten.