Die Wissensplattform für erfolgreiche Unternehmer und Top-Manager
Recht
Zivil- und Steuerrecht (Teil 2 von 2)

Die Nachfolgeplanung frühzeitig absichern

Michael Fischer (Autor), Samuel Ramp (Autor)

01.11.14 - 09:45

Dieser zweite Beitrag der Artikelserie über die rechtlichen Aspekte zur Nachfolgeplanung beschäftigt sich mit den Hauptfragen zu: Ehegüter- und Erbrecht, Vorsorge, Persönliche Aspekte sowie Mechanismen für Streitschlichtung.

Tabs

Seite 4

Als private Alternativen stehen namentlich die Mediation, seit 2011 auch in der schweizerischen Zivilprozessordnung vorgesehen, und die Schiedsgerichtsbarkeit zur Verfügung. Die Mediation ist im Wesentlichen ein Prozess, der nicht auf den «Sieg» der einen Partei ausgerichtet ist, sondern auf eine gütliche Einigung, die durchaus auch ausserrechtliche Umstände berücksichtigen kann. Demgegenüber läuft in der Schiedsgerichts­barkeit, ähnlich wie bei der staatlichen Gerichtsbarkeit, ein kontradiktorisches Verfahren ab. Grundsätzlich ist das Schiedsurteil gleich durchsetzbar wie ein staatliches. Der (oder die) Schiedsrichter wird häufig mit Blick auf den Streitgegenstand einen höheren Spezialisierungsgrad aufweisen, und die Parteien können (einvernehmlich) Einfluss auf die Ausgestaltung der prozessualen Regeln nehmen. Hinzu kommt, dass die Schiedsverfahren nicht öffentlich, also vertraulich sind. Gegen Schiedsurteile stehen nur ausnahmsweise Rechtsmittel zur Verfügung, denn das einmal gefällte Schiedsurteil gilt grundsätzlich. Zudem ist ein Schiedsverfahren meist teurer als ein staatliches.

Kombinationen der verschiedenen Mechanismen sind möglich, so kann zum Beispiel nach geltendem Prozessrecht sowohl dem staatlichen wie auch dem Schiedsgericht ein Mediationsverfahren vorgelagert werden. Die geeignete Lösung wird auch hier von den konkreten Umständen abhängen, nicht zuletzt von den finanziellen Verhältnissen der Betroffenen.

Fazit

Sorgfältige Planung bei der Nachfolgeregelung ist essenziell und birgt, etwas kruder betrachtet, enormes finanzielles Potenzial. Zu denken ist insbesondere an die sich in der Schweiz bietende Möglichkeit des steuerfreien Kapitalgewinns beim Verkauf der eigenen Aktiengesellschaft. Aber auch dem in einer Personengesellschaft operierenden Unternehmer stellt die geltende Rechtsordnung verschiedene vorteilbringende Planungsmöglichkeiten zur Verfügung, insbesondere in Verbindung mit Vorsorgelösungen. Weiter spielen persönliche beziehungsweise personelle Aspekte eine Rolle. In der Praxis stehen sie, anders als in diesem Beitrag, häufig am Ausgangspunkt des Nachfolgeprozesses. Und nicht vergessen werden darf zu guter Letzt der «Plan B», das heisst ein adäquater Mechanismus für die Schlichtung von Streit, sollten sich die Dinge nicht in die gewünschte Richtung entwickeln.

Porträt

Michael Fischer (Autor)

Rechtsanwalt

Michael Fischer ist Rechtsanwalt, dipl. Steuerexperte, LL.M. und Partner der Anwaltskanzlei Froriep, Zürich.

Samuel Ramp (Autor)

Rechtsanwalt, diplomierter Steuerexperte, Senior Associate bei Froriep Zürich

Froriep, im Jahr 1966 gegründet, ist eine der führenden Anwaltskanzleien in der Schweiz mit rund 90 Anwälten und Büros in Zürich, Genf, Lausanne und Zug sowie ausländischen Niederlassungen in London und Madrid.

Serie

Die Teile der Serie «Zivil- und Steuerrecht (von Michael Fischer und Samuel Ramp)» erscheinen wie folgt: