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Mensch & Arbeit
Mitarbeiterführung

Warum starke Führungskräfte keine «Gutmenschen» sein dürfen

Boris Grundl (Autor)

01.05.12 - 13:45

Die Zyklen in der Wirtschaft wechseln immer schneller. Krisen und Chancen verändern sich im Minutentakt. Wie ein starker Sturm kommen sie über Nacht und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Ob dieser Wind das Boot beschleunigt oder ob er zum Orkan wird und es kentern lässt, hat viel mit entschlossener Führung zu tun.

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Menschen grösser machen

Mitarbeiterentwicklung ist immer die erste Unternehmerpflicht. Sie ist absolute Chefsache, auch wenn der Unternehmer die Massnahmen nicht persönlich anberaumt und durchführt. Denn auch, wenn er diese Aufgabe an seine Führungskräfte delegiert, trägt er die Verantwortung dafür, dass diese selbst nicht vom Gutmenschenvirus befallen werden. Klar ist: Starke Menschen machen starke Unternehmen!

Ganz entscheidend ist hierbei, das vorzuleben, was man von seinen Mitarbeitern erwartet. Das heisst jedoch noch lange nicht, dass man auch alles vormachen muss! Gutmenschen flattern auf der Suche nach Zustimmung und Zuneigung wie ein Fähnchen im Wind. Echte Leader beherzigen fünf einfache Prinzipien und schaffen ein Wachstumsklima für jeden:

  • Verantwortung übernehmen: Identifikation, zur Selbstmotivation und Selbstverantwortung befähigen und diese vorleben
  • Ergebnisorientierung: Spass an einer Ergebniskultur schaffen, Erfolgsanreize setzen, Ziele messbar machen und kontrollieren
  • Konzentration auf Stärken: Von exakt formulierten Zielen ausgehen, Mitarbeiterstärken ermitteln und konsequent fördern, nur Ergebnisse werten und loben, keine Absichtserklärungen
  • Ein förderliches Betriebsklima: Regeln festlegen und vorleben, wohlwollende Offenheit propagieren und vorleben, sachliche Kritik wo nötig, angemessenes Lob wo möglich vorbringen
  • Vertrauen schaffen: Eigenes Selbstvertrauen entwickeln, keine Maske tragen, Vertrauen schenken, Missbrauch konsequent verfolgen, systematisch kontrollieren, Sicherheit schaffen

Ein tiefes Verstehen des anderen ist ohne Respekt nicht möglich. Und das ist auch der Grund, warum man sich Zuneigung und Loyalität nicht durch ein beständiges «gut vor anderen dastehen» erkaufen kann. Chefs, die sich damit zufrieden geben, machen sich selbst etwas vor. Wirkliche Entwicklung heisst, die Menschen in seinem Umfeld grösser zu machen – und das in Sachen Kompetenz und Engagement. Man muss dafür sorgen, dass jeder Einzelne im Unternehmen auch als Mensch wachsen kann. Leadership bedeutet nicht, andere so zu behandeln, wie diese es gerne hätten oder wie es ihnen angenehm wäre. Es bedeutet, andere so zu behandeln, dass sie sich entwickeln.

Porträt

Boris Grundl (Autor)

Inhaber

Boris Grundl ist Management-Trainer, Unternehmer, Autor sowie Inhaber der Grundl Leadership Akademie. Er ist ein gefragter Referent und Gastdozent an mehreren Universitäten. Boris Grundl ist als prominenter Experte gern gesehener Gast und Protagonist in Fernsehen und Radio (u. a. ARD, ZDF, WDR, MDR, 3sat, SWR, FFH). In Grossvorträgen gibt er Schülern wegweisende Impulse für ein eigenverantwortliches Leben.

Seine Grundl Leadership Akademie will Unternehmen befähigen, ihrer Führungsverantwortung gerecht zu werden.