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Mensch & Arbeit
Empowerment

Unternehmerischer Mut lässt sich erlernen

Lutz Langhoff (Autor)

01.10.14 - 09:15

Viele Menschen denken, unternehmerischen Mut hat man – oder eben nicht. Das jedoch ist ein Irrglaube. Unternehmerischer Mut kann entwickelt werden. Wie das funktioniert, zeigt nachstehender Beitrag.

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Persönliche Lebensstrategie

Für das Erarbeiten Ihrer persönlichen Lebensstrategie empfehle ich das Em­powerment-Systemmodell (siehe Ab­bildung Seite 3). Dieses wird Sie in die Lage versetzen, die «Schätze» Ihres Lebensweges besser kennenzulernen und sich Ihrer Motivatoren bewusst zu werden, um Ihre Ziele zu erreichen.

So erlaubt es einen intuitiven Zugang zum roten Faden im eigenen Leben und wie dieser weiter gesponnen wird. Dabei geht es zunächst darum, die eigenen Ressourcen zu erkunden.

1. Stationen Ihres Lebens / Werdegang

Schreiben Sie (in Schlagworten), Ihren Werdegang, die Stationen Ihres Lebens nieder. Hierzu gehören auch Auslandsaufenthalte, lange Reisen oder Nebenjobs, intensive Hobbys, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und nicht abgeschlossene Ausbildungen. Sollte es Stationen geben, die Sie nie wieder erleben wollen, machen Sie dahinter einen roten Blitz. Streichen Sie diese Station aber nicht, denn die dabei erworbenen Ressourcen haben Sie in Ihrem Leben verankert. Aus dem gleichen Grund ist es wichtig, auch «Störungen» wie eine ungerechtfertigte Kündigung oder ein erlebtes Burn-out in den Erfahrungsschatz aufzunehmen.

2. Fähigkeiten und Erfahrungen

Schreiben Sie als Nächstes Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen auf. Notieren Sie die ersten zehn Dinge, in denen Sie richtig fit sind. Welche Probleme können Sie gut lösen? Wo sind Sie besonders kreativ? Wo liegt Ihre grosse Fachkompetenz? Wenn Sie die ersten Gedanken zu Papier gebracht haben, schauen Sie sich Ihre Stationen an und prüfen Sie bei jeder Station Ihres Werdegangs, ob Sie die jeweils damit verknüpfte Fähigkeit oder Erfahrung aufgeschrieben haben. Manchmal kommt es dabei zu überraschenden Momenten. Beispiel: Eine Klientin von mir hatte neben ihrem Studium einige Jahre als Türsteherin gearbeitet. «Da lernte ich, dass ich selbst in den schwierigsten Situationen in jedem Job immer relaxed reagieren sollte und das auch kann», beschreibt sie ihren Gewinn aus der Zeit.

3. Job / Projekt

Kommen Sie als Nächstes zu Ihrem Job /Ihrem Projekt. Beschreiben Sie in kurzen Sätzen oder einer Stichwortkette Ihren Arbeitsplatz beziehungsweise das, was Sie dort vorhaben – etwa ein gross angelegtes Projekt oder den nächsten Karriereschritt, den Sie gehen wollen.

4. Team

Anschliessend gehen Sie zum dritten Bereich über: das Team, mit dem Sie täglich arbeiten. Listen Sie die fünf bis zehn wichtigsten Bezugspersonen aus Ihrem Berufsalltag mitsamt deren Funktionen auf. Sie können dahinter auch Ihre Arbeitsbeziehung zu diesen Kollegen gewichten – etwa mit Smileys. Sinnvoll ist dies auch bei einem angehenden Job unter der Fragestellung, wen Sie auf jeden Fall in Ihrem Team vorfinden wollen. Hier sind im Übrigen keine namentlichen Personen gemeint, sondern Positions- und Funktionsträger, die über Kompetenzen verfügen, die Sie unbedingt benötigen, um Ihr Wunschprojekt zu realisieren oder Ihren Arbeitsplatz nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.

5. Ziele und Ertrag

Welche Ziele wollen Sie mit Ihrer Arbeit erreichen? Was wünschen Sie sich als Ertrag Ihrer Arbeit? Notieren Sie Ihr realistisch zu erwartendes oder erwünschtes Monatseinkommen – sowohl den monatlichen Bruttobetrag im kommenden Jahr als auch den Wunschbetrag in drei Jahren und in sieben Jahren. Tragen Sie zudem jegliche nicht-materiellen Ziele ein – etwa Zufriedenheit über Ergebnisse, Anerkennung, innerliches Wachstum etc.

Porträt

Lutz Langhoff (Autor)

Unternehmer, Berater und Coach

Lutz Langhoff ist diplomierter Wirtschaftssoziologe und Experte für unternehmerisches Denken und Handeln. Als Redner, Unternehmensberater und Coach zeigt er, wie Menschen und Unternehmen im beruflichen Alltag ihre Ziele und Visionen mit Leidenschaft erreichen. Kürzlich ist sein Buch «Die Kunst des Feuermachens» (Gabal Verlag) zum Thema «unternehmerischer Mut» erschienen.