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Internet-Domains

Die Top-Level-Domain als Schweizer Gütesiegel

Thomas Renggli (Autor), Rolf Boesch

28.03.19 (Ganztägig)

Vor gut drei Jahren hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Domain .swiss eingeführt. Zielgruppe sind Unternehmen und Organisationen, die einen eindeutigen Bezug zur Schweiz aufweisen. Der Beitrag zieht eine Zwischenbilanz und zeigt Praxisfälle aus dem Internet.

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Der Swissness-Faktor

Apropos China. Im internationalen Verkehr bestehe im Zusammenhang mit dem bevölkerungsreichsten Staat der Erde oft viel Raum für Missverständnisse. Guido Guggenberger spricht aus eigener Er­fahrung: «Mit der alten Internetadresse prewag.ch wurden wir oft mit China in Verbindung gebracht. Dank der Domain .swiss gibt es keine Zweifel mehr über unseren Standort.» Deshalb ist es für Guggenberger klar, dass er auch die Mail-­Adressen eher früher als später umstellen werde: «Dies ist nur eine IT-Frage», sagt Guggenberger. Der marketingtechnische Mehrwert von .swiss sei so gross, dass man dieses Potenzial nicht verschenken dürfe.

Der Swissness-Faktor spielt auch für Colleen Rubin, die Betriebsleiterin des Druck-Spezialisten Harlacher in Brienz, eine wichtige Rolle: «Die Umstellung hat sich für uns gelohnt. Denn .swiss unterstreicht unseren Bezug zu heimischen Werten.» Ausserdem sei allein die Zertifizierung eine Wertschätzung: «Das hebt uns als Hersteller von anderen Betrieben ab», sagt Rubin. Ähnlich sieht es Silvan Widmer. Der Inhaber der in St. Gallen beheimateten Werbeagentur «Nordwand» sagt: «Als die Domain auftauchte, mussten wir nicht lange überlegen. .swiss ist kurz, prägnant und verständlich. Das passt zu uns.» Widmer streicht aber auch den Sicherheits­aspekt hervor. Die Ausstrahlung der Domain werde durch das Prüfungsverfahren verstärkt: «.swiss ist auch ein Vertrauensbeweis für die Kunden. Nicht jeder kann sich damit schmücken.»

Diverse grosse Schweizer Firmen und Institutionen gehen diesen Weg. Der Schokoladenfabrikant Ragusa (ragusa.swiss) setzt ebenso auf die Domain .swiss wie der Verband der Schweizer Uhren­industrie (watch.swiss) oder der Schweizer Spe­zialist für Befestigungstechniken Efco (efco.swiss). Daniel Bloch, Geschäftsführer der Chocolats Camille Bloch SA, sagt dazu: «Unsere Marken Ragusa und Torino sind Schweizer Klassiker. Und genau das können wir mit .swiss unterstreichen.» André Hefti, der Direktor des Schweizer Automobilsalons in Genf, geht sogar einen Schritt weiter: «Eine .swiss-Adresse ist ein Must für jede international tätige Schweizer Firma. Wir haben damit nur gute Erfahrungen gemacht.»

Wachsende Präsenz

Und je mehr sich die Domain etabliert, desto schneller wird die Entwicklung. Szenenkennerinnen und -kenner sprechen von einem «Schneeballeffekt». Die Richtung ist jetzt wohl gegeben; und in gewissen Branchen dürfte die hohe Verbreitung nur eine Frage der Zeit sein. Henrique Schneider, der stellvertretende Direktor des Gewerbeverbandes, hatte schon im vergangenen Oktober auf die innovative Rolle des Bundes und den Wert der Domain für KMU hingewiesen: «Der Bund hat die Top-Level-Domain .swiss er­worben, um sicherzustellen, dass sie nutzbringend eingesetzt wird. Der Schweizerische Gewerbeverband hatte sich dafür eingesetzt, dass die Domain-Endung
.swiss auch für Schweizer KMU zur Verfügung steht. Dieses Ziel wurde erreicht.» Die wachsende öffentliche Präsenz ist ein weiteres deutliches Zeichen, dass sich die Domain .swiss etabliert hat. Im Bakom beobachtet man die Tendenz, dass bei medialen Nennungen der Domain die Gesuche für Adressen mit .swiss zunehmen. Wenn etwa www.groups.swiss einen Newsletter ver­schicke oder www.chairbert.swiss oder die Finkli von www.tiger.swiss in der Tagespresse inserieren, seien dies deutliche Signale an neue Kunden. Davon ist auch Werber Frank Baumann überzeugt: «Branchen, die die Notwendigkeit besitzen, mit der Schweiz in Verbindung gebracht zu werden, fahren mit .swiss sicher richtig.» Grosses Potenzial sieht er auch bei nationalen Berufs- und Sportverbänden. Damit spricht Baumann das grösste Potenzial der Domain an. Für einen ge­ringen Aufpreis erhält man einen Mehrwert, der sonst eine grössere Investition bedeuten würde: marketingtechnisch, visuell und emotional. Wer schliesslich eine Internetseite mit der Endung .swiss anklickt, kann sicher sein: Dort, wo Swiss draufsteht, ist auch Swiss drin.

Porträt

Rolf Boesch

Bundesamt für Kommunikation, Domain .swiss