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Interviews
Interview mit Christoph A. P. Rennhard

«Die Währung tut bei jedem Auftrag weh»

Prof. Max W. Twerenbold (Autor)

10.08.17 - 06:30

Dr. Christoph A. P. Rennhard, Eigentümer und Geschäftsführer der LCA Automation AG, über Wettbewerbsvorteile durch «Industrie-4.0-Fähigkeiten», die Klippen des Exportgeschäfts und die Entwicklung zu einem Engineering-Unternehmen.

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Worauf achten Sie bei Zulieferern besonders?
Wir pflegen langjährige und verlässliche Partnerschaften mit weltweiten Lieferanten, die Mehrzahl aber hier in der Schweiz. Mehr als 95 Prozent der Anlagen werden in der Schweiz gebaut. Sie durchlaufen klare Prozesse mit Vorabnahme vor der Lieferung. Das Beschaffungswesen ist so gut verankert und die Lieferanten werden beim Aufbau und der Inbetriebnahme miteinbezogen.

Zu Ihren Mitarbeitenden: Welche Berufsgattung ist besonders schwierig zu finden?
Die talentierten Programmierer, Automatiker und Polymechaniker. Das ist eine Knacknuss. Ihre Herkunft ist unterschiedlich. Das hat spezielle Gründe: Wer Karriere machen will, spürt bald einmal, dass man dazu meistens Führungsverantwortung übernehmen muss. Viele täten aber gut daran, ihre hervorragende Fachkompetenz weiter auszubauen und nicht der Karriere willen zum Teamleiter werden zu wollen. Deshalb sollten wir auch in der Industrie vermehrt Fachkarrieren fördern. Nicht jeder muss führen, es braucht auch die zufriedenen Fachleute.

Nischen-Leader müssen laufend Neuerungen generieren. Was ist Ihre nächste grosse Innovation?
Im Zentrum steht unser Monitoring. Es geht um das Nutzen der Steuerungsplattform und der Informationen, die automatisch auf der Maschine generiert werden, z. B. Sensoren, Antrieb, Messen von Strömen und Frequenzen, Leistungen, Drehmoment, Drehzahl, Zeit, Energieverbrauch usw. Damit entsteht ein Mehrwert für den Betreiber. Die nächste grosse Innovation beinhaltet nun die umfassende Visualisierung der Prozessentwicklung. Dabei werden CAD-Daten mit Filmsequenzen verknüpft, die wir an den Anlagen aufnehmen. Dadurch schaffen wir eine Bibliothek, die es ermöglicht, fotorealistische Daten zusammenzufügen, und zwar so, dass wir die Kundenlösung wie einen Film abspielen, sie sogar digital bearbeiten können. Ohne investieren zu müssen, sieht der Kunde so, wie sich seine Anlage entwickelt. Diese Bibliothek verwenden wir ebenso in der Schulung. Industrie 4.0 bedeutet letztlich, die gewählte Konfiguration in direkt umsetzbare Pläne und Produktionsaufträge zu fassen sowie Kosten und Preise digital zu ermitteln. Wir sind parat.