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Forschung & Entwicklung
Diagnosetool Wertschöpfungsnavigator

Wie Unternehmen ihre Wertschöpfung einfach überprüfen können

Prof. Dr. Gunther Kucza (Autor), Dr. Stefan Schuppisser (Autor), Michael Gaupp (Autor)

01.05.12 - 15:30

Das frühzeitige Aufdecken von Ineffizienzen entlang des Wertschöpfungsprozesses ist eine wichtige unternehmerische Aufgabe. Die ZHAW School of Management and Law in Winterthur hat ein Diagnosetool entwickelt, mit dem Optimierungspotentiale aufgedeckt werden können, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens sicher zu stellen.

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Die Auswertung

Die Auswertung zeigt, dass für den Bereich «Prozesse» gesamthaft eine «gelbe Ampel» errechnet wurde. Dies bedeutet, dass hier Optimierungspotenziale vorhanden sind. Besonders der Faktor «Supply Chain Management /Logistik» weist in diesem Fall starken Optimierungsbedarf auf. Aber auch die Bereiche «Kostenwahrnehmung» und «Einkauf» sind verbesserungswürdig. Der Wertschöpfungsnavigator gibt somit klare erste Empfehlungen ab, welche Faktoren im Hinblick auf eine Optimierung prioritär sind und welche Massnahmen zur Optimierung denkbar wären.

Auf der Ebene der Gesamtbewertung folgt der Wertschöpfungsnavigator einer analogen Auswertungslogik. Hier werden die Analyseergebnisse der vier Bereiche Finanzen, Prozesse, Fähigkeiten und Markt in der Übersicht dargestellt (Abbildung 5). Insgesamt weist das Unternehmen in diesem Beispiel in allen vier Bereichen Ineffizienzen auf. Besonders gross ist die Dringlichkeit einer Optimierung im Bereich «Finanzen».

Dieser Bereich sollte daher umgehend erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Geschäftsleitung erhalten, damit die Wett-
bewerbsfähigkeit und die nachhaltige Wertschöpfung des Unternehmens sichergestellt werden kann. Der Wertschöpfungsnavigator ermöglicht somit eine präzise Standortbestimmung für Unternehmen. Er hat zur Zielsetzung ein praktisches Analyseinstrument zu sein, mit dem Unternehmer und Manager die Wertschöpfung ihres Unternehmens bzw. ihres Geschäftsbereiches überprüfen können. Zudem erstellt der Wertschöpfungsnavigator entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses in Form eines übersichtlichen Unternehmensreports (pdf-Datei) ein individuelles Stärken- und Schwächen-Profil und gibt dabei erste Optimierungsempfehlungen.

Ob und welche Optimierungen vorgenom­men werden, welche Priorisierung und Dringlichkeit den einzelnen «Unternehmensbaustellen» zugewiesen wird, bleibt Aufgabe der Unternehmensleitung. Der Erhalt der Unternehmenswertschöpfung ist eine Kernaufgabe jeden unternehmerischen Handelns. Der Wertschöpfungsnavigator liefert hier eine erste Orientierung, ob dies auch tatsächlich gelingt. Der Unternehmensgründer eines mittelständischen Produktionsbetriebes bemerkte dazu: «Nicht nur das Endergebnis, sondern auch der Weg dorthin ist ein spannen­der Prozess der Selbstreflektion, welchen ich künftig mit meinen Kadermitgliedern im Rahmen eines Wertschöpfungstests regelmässig durchführen werde.»

Der zweite Teil dieses Beitrages («KMU-Magazin» 5/12) zeigt auf, wie die Wertschöpfungsoptimierung in einem KMU-Umfeld koordiniert und umgesetzt werden kann.

Porträt

Prof. Dr. Gunther Kucza (Autor)

ZHAW School of Management and Law

Dr. Stefan Schuppisser (Autor)

ZHAW School of Management and Law

Michael Gaupp (Autor)

ZHAW School of Management and Law