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Forschung & Entwicklung
Studie: Internationalisierung

Wie KMU in den Internationalisierungsprozess starten

Sylvie Scherrer (Autor), Prof. Dr. Ingo Stolz (Autor)

26.04.18 - 00:15

KMU-Entscheidungsträger wollen und müssen immer stärker auch im Ausland nach neuen Opportunitäten für eine positive Geschäftsentwicklung suchen. Die Komplexität und das Risiko der Aufgabe sind gross. Wie also können KMU-Entscheidungsträger diese Aufgabe erfolgreich in Angriff nehmen?

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Innovieren

Um sich erfolgsversprechende Opportunitäten auf dem internationalen Markt zu eröffnen, richten die Entscheidungsträger  von kleinen und mittleren Unternehmen ihren Blick nicht nur nach aussen, sondern auch auf ihre eigene Firma. Sie stellen sicher, dass sie dank ihres zumeist hochspezialisierten Geschäftsmodelles und ihrer sehr innovativen und qualitativ hochwertigen Produkte und Dienstleistungen im internationalen Markt einen einzigartigen Mehrwert schaffen können.

Dank dieser steten Innovationskraft und der bewussten Fokussierung auf die «globale Nische» der Qualität gelingt es auch kleinen Unternehmen, erfolgreich auf dem internationalen Markt zu agieren. Ein Entscheidungsträger formuliert: «Wir müssen uns differenzieren, wir müssen uns tagtäglich fragen, was müssen wir anders oder besser machen. Das ist der einzige Weg, meines Erachtens, wie wir auch in Zukunft überleben können. Darum Innovation, Innovation, Innovation! Innovation ist absolut matchentscheidend.»

Fazit

Unsere bisherigen Studienergebnisse zeigen, dass vonseiten der KMU-Entscheidungsträger viel Mut, Risikofreude und Kreativität im Internationalisierungsprozess gefragt ist. Mut braucht es beispielsweise, um in Usbekistan zu «freestylen», nach Amerika zu ziehen oder einfach einmal eine Linkedin-Recherche zu starten und Unbekannte zu kontaktieren. Das Risiko scheint dann Freude zu machen und zu fruchten, wenn man weiss, dass man nicht das ganze Unternehmen gefährdet. Auch an Kreativität und Improvisationstalent mangelt es diesen Unternehmern nicht, wenn sie die Familienferien als Inspiration und die kulturelle Vielfalt ihrer Mitarbeitenden als eine treibende Kraft nutzen.

Ob auch Sie als KMU-Entscheidungsträger über Mut, Risikofreude und Kreativität für die Internationalisierung verfügen, also über die notwendigen Kompetenzen und Verhaltensweisen der KMU-Internationalisierung? Reflektieren Sie doch einmal selbst, mit folgenden Leitfragen:

  • «Im Kleinen anfangen und darauf aufbauen» – Was könnte dies für mein Unternehmen bedeuten? Welche Möglichkeiten würden sich ergeben?
  • Was wäre ein «leistbarer» Verlust für ein Internationalisierungsexperiment?
  • In welchen Märkten bewegen sich unsere Kunden? Welche Internationalisierungsideen verfolgen unsere Kunden?
  • Welche Experimente und welche Vorgehensweisen waren bis anhin erfolgreich? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zeigen sich? Welche Massnahmen, welche Praktiken und welche Initiativen sollten repliziert werden?
  • Welche Experimente und Vorgehensweisen waren wenig erfolgreich (selbst bei tiefen Kosten)? Was bedeutet dies für aktuelle und zukünftige Projekte? Welche Praktiken sollen in Zukunft vermieden werden?
  • Wie können auf Basis der gesammelten Erfahrung Entscheidungsgrundlagen hergestellt werden?

Porträt

Sylvie Scherrer (Autor)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin

Sylvie Scherrer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Luzern – Wirtschaft und forscht in den Bereichen Entrepreneurship, Nachhaltigkeit sowie Organisations- und Personalentwicklung. Sie ist Co-Leiterin des jährlich stattfindenden Forums für Familienunternehmen und engagiert sich für Smart-up – eine Initiative der Hochschule Luzern zur Förderung von Unternehmertum.

Prof. Dr. Ingo Stolz (Autor)

Dozent

Prof. Dr. Ingo Stolz ist Dozent für Interna­tional Leadership & Management an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Er leitet ein Forschungsprojekt zum Thema «Virtuelles Führen über Internationale Distanz», bei dem auch KMU-Praxispartner mitarbeiten und ihre internationalen Führungssysteme verbessern können. Weiterhin leitet Ingo Stolz das MAS International Management/ Doctor of Business Administration DBA und den CAS International Leadership, die Weiterbildung des Instituts für Betriebs- und Regionalökonomie sowie in einer Co-Leitung das Competence Center für Unternehmensentwicklung, Führung und Personal.