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Forschung & Entwicklung
Clustermanagement Teil 2 von 2

Wie Cluster Innovation und Wettbewerbsfähigkeit unterstützen

Dr. Eduard Hauser (Autor)

29.06.17 - 00:30

Die Weiterentwicklung des strategischen Managements und der Ausbau der internationalen Logistik, in Verbindung mit der Internettechnologie, haben zur Wiederbelebung der Clusterkonzepte geführt. Teil 1 dieser Serie beschrieb, worauf es bei Clusterorganisationen ankommt; dieser zweite Teil befasst sich mit der Entwicklung von Clustern.

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Die Gründungsversammlung des Clusters ist attraktiv. Sie bietet die Gelegenheit, sich mit Netzwerkern auszutauschen. Mit erfolgreichen Startveranstaltungen sollen neue Akteure an Land gezogen werden. Die Firmenvertreter müssen anlässlich der Gründungsversammlung ihre «low hanging fruits» erkennen. Selbstverständlich ist die Gründerversammlung mit einer attraktiven Berichterstattung in den Medien verbunden. Und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass in dieser Art auch Verbände auf den Cluster aufmerksam werden.

In dieser Phase geht es um die Sicherstellung des künftigen Wachstums und die Wahrnehmung der Zukunftschancen. Als erster Schritt erfolgt die Stabilisierung des bisher Erreichten. Es sind wesentliche Firmen gewonnen worden. Die Pflege der Kundenbeziehungen ist sehr wichtig und aufwendig. Es sind aber auch die gewonnenen Beziehungen zu den Hochschulen zu pflegen. Neue Forschungsresultate werden verfolgt und diskutiert.

Das gezielte Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit führen zur Ausweitung der Clusterbasis. Die Segmentierung der Zielgruppen wird erkannt und umgesetzt. Diese haben unterschiedliche Bedürfnisse im Bezug zur Gestaltung der zukünftigen Ausrichtung des Clusters.

Der Besuch oder die Mitwirkung an nationalen und internationalen Messen kann ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeitsarbeit sein. Auf der Cluster-Webseite werden laufend Ergebnisse von Veranstaltungen, Forschungsergebnissen, Ergebnisse der Projekte etc. vorgestellt. Die Formalisierung des Clusters gehört in diese Phase. Es wird eine juristische Form für den Cluster bestimmt und umgesetzt. In der Regel sind es Vereine, die gegründet werden. Nebst der Festlegung aller Rechte und Pflichten der Beteiligten sind auch die Vorteile einer juristischen Festlegung zu sehen; es geht um die Regelung des Umgangs mit geistigem Eigentum, die Möglichkeit, Konsortien zu bilden oder das Abholen von öffentlichen Geldern. Auch Kooperationen mit anderen Clustern sind mit dieser Ausgangslage einfacher. Der Cluster muss eine entsprechende Reife haben, dass es Sinn macht, eine juristische Form anzustreben.

Die Tiefenanalyse des Clusters führt zu Benchmarkingdaten, die für die Zukunftsgestaltung und den kontinuierlichen Verbesserungsprozess von Bedeutung sind. Folgende Aspekte können einem Benchmarkingverfahren unterzogen werden:

  • Anzahl Clustermitglieder
  • Qualität der Mitgliedschaften
  • Anzahl mittelständischer Firmen und Grossfirmen im Cluster mit Wertschöpfung
  • Vertretene Key Player im Cluster
  • Vertretung und Wirkungen öffentlicher Institutionen und Verbände
  • Vertretung und Wirkungen von Hochschulen und Universitäten
  • Vision, Strategie und operative Ziele des Clusters
  • Geschäfts- sowie Organisationsmodell (Prozesse, Aufbauorganisation) des Clusters
  • Kompetenzregelung im Cluster und juristische Form
  • Ergebnisse der Förderung der Innovation und des Wettbewerbs
  • Ergebnisse von Projekten
  • Ergebnisse von Workshops, Tagungen
  • Ergebnisse von Messebesuchen
  • Grad des Bürokratismus
  • Finanzielle Situation; Grad der
  • Selbstfinanzierung
  • Zufriedenheit der Akteure
  • Medienwirksamkeit, Publikationen
  • Förderprogramme
  • Wachstum der Arbeitsplätze
  • Wachstum der Clusterwertschöpfung
  • Kooperationen national und international, horizontale und vertikale Kooperation/Netzwerke.

Die operationale Beobachtung der Werte ermöglicht die Weiterentwicklung des Clusters und ist auch eine Standortbestimmung, die die Entwicklung aufzeigt.

Momentum «Nachhaltigkeit»

Bei Nachhaltigkeit geht es um Dauerhaftigkeit eines wirtschaftlich-sozialen Systems, das folgende Faktoren ganzheitlich vernetzt begreift:

  • Mit der Wirtschaft ist auch die Akademia stark einbezogen. Der Wissenschafts- und Technologietransfer ist das Thema. Neue Märkte sollen mit nachhaltig neuen Produkten und Diensten versorgt werden.
  • Bei der gesellschaftlich-kulturellen Seite, bei welcher in der Art der Clusterentwicklung ethisch-moralische Prinzipien gelten und Menschen in attraktiven Arbeitsbedingungen ihren Beitrag zur Clusterentwicklung leisten können.
  • Produkte und Dienste beziehen erneuerbare Energieträger ein, mit der Steigerung der Energieeffizienz.
  • Die Politik stellt Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Entwicklung des Wachstums zur Verfügung und schafft damit die Basis zur Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Die langfristige strategische Agenda sorgt dafür, dass komplexe, strategische Vorhaben angegangen werden. Die Ressourcen sind intensiv und höhere Risiken sind normal. Der Cluster wird aber als Ganzes nicht gefährdet. Es könnte sich um folgende Themen handeln:

  • Forschung und Entwicklung
  • Netzwerkentwicklung
  • Kommerzielle Kooperationen
  • Clusterdiffusion
  • Innovation und Technologietransfer
  • Ausbildung sowie Training von
  • Fähigkeiten
  • Internationalisierung des Clusters
  • Politisches Lobbying

Porträt

Dr. Eduard Hauser (Autor)

Autor

Dr. Eduard Hauser ist Autor und freier Journalist. Er studierte an der Universität St. Gallen Wirtschafts­wissenschaften (lic. oec. HSG) und promovierte an der Newport University (USA) zum PhD of Business Admi­nistration. Er war als Personal- und Ausbildungsleiter sowie Organisations- und Projektleiter in der Industrie- und Dienstleistungsbranche tätig. 35 Jahre hat Eduard Hauser als Unternehmer Firmen zu Themen wie Innovation, Prozessmanagement oder Unternehmensentwicklung beraten. Zehn Jahre war er VR und Dozent an der HSG und an der Hochschule Luzern. Aktuell ist er Autor verschiedener Sachbücher und Publikationen.

Serie

Die Teile der Serie «Clustermanagement» erscheinen wie folgt: