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Forschung & Entwicklung
Umfrage: Working Place

Noch innovativer durch innovative Arbeitswelten?

Prof. Dr. Mareike Heinzen (Autor), Annina Coradi (Autor), Prof. Dr. Roman Boutellier (Autor)

01.09.13 - 08:00

Schweizer Unternehmen haben europaweit die grösste Innovationskraft. Dass es vor allem KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden sind, die dazu beitragen, wirft die Frage auf, wie stark der Arbeitsplatz Einfluss auf dieses Ergebnis hat. Eine Studie der ETH Zürich gibt Aufschluss.

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Realisierung und Verbreitung

Alle Befragten sind sich einig, dass innovative Arbeitswelten nicht nur in grossen Unternehmen durchführbar sind. Auch wenn die «Grossen» wie beispielsweise Novartis, Google oder Microsoft in der Schweiz Pionierarbeit leisten, können auch KMU mit geringen Investitionen F & E-Arbeitsplätze neu, offen und interdisziplinär gestalten. Es bedarf nicht immer gleich eines Neubaus, auch innerhalb bestehender Mauern ist eine Umstrukturierung der Arbeitsplätze möglich. Daher verneinen ebenfalls alle Befragten die Frage, ob die Umsetzung von innovativen Arbeitswelten nur durch grosse Investitionen und nur mit Unterstützung durch externe Berater oder Forscher möglich ist.

Allerdings berichten KMU, dass es einfacher sei, eine innovative Arbeitsumgebung in eine kleinere Unternehmenskultur einzubetten, als sie in einem grossen Unternehmen zur Akzeptanz zu bringen. Schweizer Unternehmen sehen sich in diesem Thema nicht als Vorreiter vor anderen Ländern wie beispielsweise die Niederlande, die mit ihren innovativen Office-Konzepten Schlagzeilen machen. So bleibt noch viel Potenzial, um in der innovationskräftigen Schweizer Forschungslandschaft noch innovativer zu werden.

Wenig Aufwand, viel Wirkung

Für Schweizer Unternehmen, so sind sich die Befragten einig, ob gross oder klein, bringt die Einführung innovativer Arbeitswelten grosse Möglichkeiten mit sich. Vor allem kreative Zonen in einer Multi-Space-Umgebung fördern gemäss der Befragten Kommunikation, Ideengenerierung und Interdisziplinarität. Dieser positive Austausch spiegelt sich auch in der Kultur wider, die das Unternehmen mit innovativen Arbeitswelten zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. In unseren «Büroprototypen» haben wir mögliche innovative Arbeitswelten speziell für KMU und gros­se Unternehmen vorgestellt. Aber auch wenn die meisten Schweizer Unternehmen das Thema für realisierbar halten, die grösste Barriere bleibt: die geringe Priorisierung im Unternehmen. «

Porträt

Prof. Dr. Mareike Heinzen (Autor)

Professorin für Management/Führung

Professorin für Management/Führung und Innovationsmanagement, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Hochschule Koblenz, Rhein Ahr Campus Remagen

Annina Coradi (Autor)

Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der ETH Zürich

Prof. Dr. Roman Boutellier (Autor)

Vizepräsident Ressourcen und Personal der ETH Zürich und Professor für Technologie- und Innovationsmanagement der ETH Zürich